Gig Review: John Mayall, 28.10.2015

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Going to this gig was a true impulse action, since it would be inadequate calling myself a John Mayall-fan. Knowing his impact on British Blues, however, I did not want to miss out the opportunity to see a musician who had so much influence on the development of a whole genre.

John Mayall, or „The Godfather of British Blues“, as he is often referred to, began publishing blues music with his Bluesbreakers in the early 1960s and has since had lots of projects with musicians such as Eric Clapton and Jack Bruce (who later left to form Cream) or Peter Green, John McVie and Mick Fleetwood (who became Fleetwood Mac), as well as Mick Taylor who joined the Rolling Stones. It is thus obvious that this man is a talent one should not miss out on seeing.

So there we were, my brother and me, standing somewhat in the middle of the crowd at Porgy&Bess in Vienna. And to make things official: I shall not go to a sold-out concert there ever again. The heat was unbearable, the air unbreathable. Moreover, we had to wait ages before we were even able to get into the club, and then the staff forced us to hand over our jackets – a thing I rarely do when going to a concert. I was thus quite displeased with the location, even though it does have a nice ambience.

But now to the music. There were some things about John Mayall and his group (Rocky Athas on guitar, Greg Rzab on bass and Jay Davenport on drums) that did impress me, such as Mayall switching back and forth between guitar, harmonica and keys while singing the entire set by himself – which does include the risk of hitting a few wrong keys not even Mayall was immune to. The drummer was fantastic, and the bassist had some impressing tricks which he showed off during his solo towards the end of the show. I was also convinced by the strength and quality of Mayall’s voice.

The guitarist, however, left a rather meek impression on me. Generally, the setlist and song arrangements were – sadly – quite boring. When going to a blues concert, what I expect to hear are pain and agony – which is mainly what the Blues is about. But Mayall and band seemed to find it more fitting to play mainly happy clap-along songs. Is it because that is what the audience craves? I, personally, was quite disappointed. Within the two-hour set there were only two or three „deeper“ songs, including Dirty Water and Stormy Monday, which were the two highlights of the evening. During Stormy Monday was the only time I felt goosebumps (or rather bluesbumps, as I now find to be the more fitting term) – which, for a true blues gig, is simply not enough.
It is not as though Mayall does not have tons of songs like that in his repertoire – he just did not play them. And the question remains: why?

Comparing Mayall to Eric Burdon – another blues legend – whom I saw in summer at the Lovely Days Festival 2015, my expectations were definitely not fulfilled. I cannot be mad with the man though. He did really put his energy into the show and had such a warm and welcoming attitude – maybe the next concert will be at a better time, at a better venue, with a more exciting setlist.

 

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Film Review: „Janis: Little Girl Blue“

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Amy J. Bergs Dokumentation aus 2015 über die Blueslegende Janis Joplin wird im Rahmen der diesjährigen Viennale (Vienna International Film Festival) zweimal im Gartenbaukino ausgestrahlt, der erste Termin war der 25. Oktober um 23 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin. Diese gab bekannt, dass die Fertigstellung des Films sieben Jahre in Anspruch nahm. Die Frage, was sie dazu bewegte, einen Film über Janis Joplin zu drehen, beantwortete sie damit, dass sie fasziniert von der Gegensätzlichkeit der Sängerin war, die nach außen hin stark und unbesiegbar wirkte, innen jedoch enorm zerbrechlich blieb.

In der Tat muss ich vorweg sagen, dass ich nach den beiden letzten Musikerdokus „Cobain: Montage of Heck“ und „Amy: The Girl Behind The Name“, die beide in meinen Augen zu wenig auf die Musik eingingen, durchaus überzeugt von Amy Bergs Film bin.
Auch hier wird chronologisch vorgegangen, Hauptinhalt des Films bilden Interviewausschnitte einer Bandbreite wichtiger Personen (darunter Familie, Freunde, ehemalige Bandkollegen, u.a.). Erzählerisch zusammengehalten wird die Doku durch Chan Marshall, einer amerikanischen Singer-Songwriterin, die ausgesuchte Briefe vertont, die Janis im Laufe der Jahre an ihre Familie schrieb. Obwohl Marshall keine schlechte Wahl war, um Joplin zu vertonen, war ich persönlich von der Stimme nicht ganz überzeugt, in meinen Augen war sie etwas zu kraftlos. Das aber nur am Rande.

Die Erzählung ist in sich schlüssig, die ausgewählten Schwerpunkte machen Sinn und als Zuseher kann man dem Film leicht folgen. Besonders interessant ist natürlich Material, welches ansonsten nicht zugänglich ist, wie die erwähnten Briefe, Notizbücher, Fotos, aber auch weniger bekannte Live-Aufnahmen. Generell wird versucht, viele Songs unterzubringen, allesamt aus dem Joplin-Repertoire. Allerdings wird nur kurz darauf eingegangen, dass Joplin auch selbst die ein oder anderen Texte schrieb. Musikanalytisch wird nicht wirklich vorgegangen, der Fokus liegt definitiv auf dem Versuch einer Persönlichkeits-Entschlüsselung. Dieser erfolgt jedoch sehr respektvoll und nicht wertend, was bei anderen Filmen leider viel zu oft der Fall ist.

Interessant ist vor allem ein Videoausschnitt aus dem Studio während der Aufnahme von Summertime. Hier bekommt man Einsicht darin, wie solche Sessions gestaltet waren und wo potentielle Streitpunkte bestanden. Auch beginnt man, zu verstehen, was Joplin an (ihrer) Musik wichtig war, wie sie arbeitete, dass sie individuelle künstlerische Konzepte verfolgte und genau wusste, wie ein fertiger Song klingen soll. Dies zog sich über die Jahre hindurch, sei es an der Seite der Big Brother Holding Company oder der späteren Kozmic Blues Band.

Eine Frage, die sich mir allerdings stellt: weshalb benennt man den Film nach einem Song, der nicht von der Künstlerin selbst stammt? Little Girl Blue ist eigentlich ein Nina Simone Cover, woraus auch nie ein Geheimnis gemacht wurde. Noch dazu endet der Film mit genau diesem Song – in meinen Augen eine schlechte Wahl, wenngleich Joplins Interpretation großartig ist. Ihr Farewell Song hätte es zum Abschluss aber auch getan – und das sogar besser.

Abgesehen von dieser Unklarheit kann ich diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen – nicht zuletzt deshalb, weil es seither in keinster Weise eine vergleichbare Musikerin gab.

Film Review: „Amy: The Girl Behind the Name“

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„Amy“ ist eine Doku über das kurze Leben der britischen Soul-Sängerin Amy Winehouse, veröffentlicht im Juli 2015 von Regisseur Asif Kapadia.

Definitiv ein lange im Voraus angekündigtes Projekt, bis zu dessen Veröffentlichung ich mich nur schwer gedulden konnte. Der Grund: Amy Winehouse war in meinen Augen die – seit langem – mit Abstand beste weibliche Stimme, die bis vor wenigen Jahren die Charts aufmischte. Und das mit zu größtem Teil eigenen Ideen, ganz bestimmt aber mit ihrer besonders eigenen Stimme. Wenn Amy Winehouse singt, rückt jegliche instrumentale Begleitung in den Hintergrund. Und sowas passiert nicht bei vielen SängerInnen – zumindest nicht heutzutage. Einmal hätte ich sie um Haaresbreite live gesehen, am Nova Jazz & Blues Nights Festival 2011 in Wiesen. Sie wäre der Hauptact des zweiten Festivaltages gewesen – am 24. Juli. Am 23. Juli verstarb sie.

Der Film erzählt also chronologisch von Amy’s siebenundzwanzig Lebensjahren, die schon früh von Talent und Kreativität geprägt waren. Gezeigt werden private Filmaufnahmen von Familie und Freunden, in denen die junge Frau zu sehen ist – anfangs sogar noch ungeschminkt. In der Doku werden Kindheit, Adoleszenz, schulischer und beruflicher Werdegang behandelt, vor allem aber die negativen Seiten ihres Lebens wie Bulimie, Drogensucht und Tod.

Obwohl ich zunächst positiv von der Genauigkeit und den interessanten Details zu ihren ersten musikalischen Schritten bis hin zu ihrem Debütalbum Frank, welches im Mainstream noch keinen wirklichen Anklang fand, schwenkt der Fokus mit der Erzählung über Back To Black (ihrem Durchbruchswerk) stark um. „I’m not a girl trying to be a star or be anything other than a musician“, wie sie selbst sagte. Ein Zitat, das nicht nur auf der Website der Doku aufscheint, sondern auch im Film selbst Aufmerksamkeit bekommt. Wieso hält man sich dann nicht daran, auch nachdem der Durchbruch eintritt? Primär interessant sind plötzlich Amy’s Lifestyle, ihre Romanze mit Blake Fielder-Civil und ihr Drogenkonsum, nicht mehr die Musik. Was nicht heißt, dass der Film Amy verurteilt – er beugt sich allerdings doch der tragischen Seite, nach der das breite Publikum lechzt. Schade.

Auch interessant: obwohl man natürlich nicht über die genauen familiären Umstände urteilen kann, gibt es im Film ein paar Ausschnitte, die Amy’s Vater Mitch Winehouse in ein sehr fragwürdiges Licht rücken. Zum Beispiel, als Amy auf einem eindeutigen Weg der Besserung während ihres langen Aufenthalts auf der Insel St. Lucia war und ihr Vater plötzlich mit Kamerateam anrückte, scheinbar um mit neuem Medienrummel um seine Tochter Geld zu machen.
Mitch Winehouse kritisiert den Film scharf und sagt, in dem Werk werden nicht nur seine Tochter, sondern auch ihre Angehörigen verzerrt dargestellt. Im britischen Guardian hieß es,  er plane nun den Dreh eines eigenen Amy-Films, um die Dinge klarzustellen. Die Macher des aktuellen Amy-Films reagierten darauf relativ gelassen. Wem man nun glauben soll?

Am besten, man macht sich sein eigenes Bild. Und obwohl der Film sehenswert ist, sollte er sicher nicht als Basis dazu dienen.

Weitere Infos / Empfehlungen:
http://www.amy-movie.com