Album Review: VIECH – Heute Nacht nach Budapest (2018)

Album Review, Blog

VIECH. Der Name einer Band, den man durchaus auf die Stimme ihres Sängers zurückführen könnte. Es sei daran erinnert, dass sich der interessante Knackpunkt in ihrer Musik durch die geheimnisvoll aufbauende Stimmung effektvoller Instrumente einerseits – und andererseits vor allem durch die Exzentrik der vokalen Darbietungen des Sängers Paul Plut auszeichnet. Spätestens nach dem überzeugendem Auftritt am Donauinselfest im Jahr 2016 konnten sie bis dato ihre Wendigkeit und individuelle Stärke in der österreichischen Popszene unter Beweis stellen. Mit dieser neuen, im April dieses Jahres erschienenen Veröffentlichung gibt es auch eine Neubesetzung der Band unter Paul Plut, der sich bei dem Album als Songwriter gibt: Christoph Lederhilger (Schlagzeug) und Martina Stranger (Bass) – das ist das Dreiergespann von VIECH.

Die Spritzigkeit und bunte Mischung aus fetzigen und wohlklingenden Popsongs der vorigen zwei Alben finden jedoch im neuesten Werk keinen Widerhall. Stattdessen aber zeigen sich andere Qualitäten, wie beispielsweise die spezielle vokale Veredelung, die nun in neue Sphären getrieben wird.

Das Album wirkt ein bisschen eingeschlafen. Die Essenz des ganzen klingt so, als wären die drei nach einem verlängerten Wochenend-Ausflug nach Budapest – inklusive alkoholisierter Nachtspaziergänge – gezwungen worden, am Tag darauf einen Gig zu spielen. Heute Nacht nach Budapest heißt es daher treffend.

So auch im eröffnenden Titelsong: Die vorher angesprochene Stimmkunst kommt hier bereits zur vollen Entfaltung. Nach einem sich wiederholenden Bass-Riff setzt eine Unisono-Doppelstimme ein, die sich wie ein elektrischer Faden durch den Körper des Hörers windet und wie eine Geister-Stimme im ganzen Lied präsent ist. „Schlaf ein…!“ — Die eröffnenden Worte eines Albums, das mitunter teilweise tatsächlich dazu verleitet. Hier jedoch nicht, ganz im Gegenteil: man wird wach-vibriert!

Wenn man also zur Qualität dieses Werks kommt und lobende Worte finden möchte, so passiert das mit Sicherheit in Bezug auf die Texte, wie das schon in den Jahren davor der Fall war. Die Lyrik weist durch den teilweise weiten Interpretations-Radius eine extreme Poetik auf, mit Texten, die aber auch oft durch ihre Bodenständigkeit und menschliche Selbsterkenntnis überzeugen: Ich hab viele Fehler gemacht. Oder einfach nur den Hang zur Zerstörung preisgeben: „Wie glaubst du, ist der Sound, wenn ich einen Stein vom Mond durchs Fenster deiner Bude schmeiße?“ (aus Im Dreck)

In anderen Passagen wiederum geht es um die regressive, perspektivlose, nihilistische Weltansicht eines Menschen: „Ich wär’ gern eine Straßenbahn. Da wär’s o.k. im Kreis zu fahren.“ (aus Bartleby)

Kombiniert mit dem Stimmphänomen Paul Plut schafft dies natürlich diesen charakteristischen, unverwechselbaren „Reibeisen“-Klang von VIECH, der auch in diesem Album trotz Neubesetzung nicht verloren gegangen ist. Rhythmisch zeigen sich VIECH zwar nicht gerade von ihrer kreativen Seite und bedienen sich vielmehr der einfachen, aber bewährten 4/4-Rockgrooves, mit vereinzelter Steigerung durch „four-on-the-floor“ der Snare- und Basstrommel (z.B. Die Juwelen).

Auch ist die bunte Mischung, die in den vorangegangenen Alben vorgeherrscht hat, mit diesem ein bisschen verloren gegangen. Heute Nacht nach Budapest wirkt wie ein unausgeschlafener, tagträumerischer Gedanke, eine noch im Halbschlaf vorgespielte Kassette, der man nur bedingt und nur teilweise volle Aufmerksamkeit schenken kann. Nichtsdestotrotz muss man ein Werk ja nicht unbedingt als einheitliches Konzept sehen, sondern kann sich an einzelnen Liedern und Passagen erfreuen, wie es hierbei der Fall ist.

Autor: Lukas Brunner

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http://viech.org

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Gig Review: Kindergarten, 06.12.2017

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Kindergarten beschallten am 6. Dezember anlässlich ihres Video-Releases zu Unbeschwert das Wiener Replugged.

 

Es ist ein typischer Winterabend, jedoch geht heute ein besonders kalter Wind. Endlich im Replugged angekommen, geht in etwa zwanzig Minuten die Show los. Vorgruppe gibt es keine, was hinsichtlich des gewählten Wochentages und der Tatsache, dass morgen viele wieder früh raus müssen, eigentlich angenehm ist. In Anbetracht dessen haben sich allerdings ziemlich viele ZuhörerInnen im Publikum eingefunden, bestimmt um die hundert Personen. Die Menge plaudert in lebhafter Lautstärke, konsumiert brav Getränke an der Bar. Perfekte Voraussetzungen also.
Dann betreten die sechs Kindergärtner die Bühne: Sänger und Rhythmusgitarrist Kevin Bulis in demselben Outfit, das er auch im Video trägt – einer senfgelben Hose, Schnürschuhen und geblümtem Sakko –, Gitarrist Bernhard Langer, Bassist Philipp  Wimmer, Drummer Lukas Ulrich, Keyboarder Daniel Roden und Percussionist Elias Maximilian.

Los geht’s prompt mit einem Opener, gefolgt vom Song Liebe mich (?), einer Nummer mit zirkusartigen, eingestreuten Zwischenspielen, die durchaus kindlich-verspielt anmuten. Die  bunt-verzierten Instrumente der Musiker komplettieren diesen ersten Eindruck. Doch Kindergarten können auch anders: etwas langsamer, gefühlvoller, ja fast bluesig geht es in der dritten Nummer zu. Jedoch funktionieren hier Stimmführung und Intonation nicht immer. Bulis muss sich wohl noch warmsingen. Das Bassspiel hingegen überzeugt sofort: zurückhaltend, jedoch nicht am bloßen Minimum schlitternd. Gitarrist Bernhard Langer ist der Beweis dafür, dass es keine  großen, theatralischen Bewegungen braucht, um gefühlvoll zu spielen. Und Drummer sowie Percussionist (besonders großes Lob an Elias Maximilian) bilden eine perfekte Einheit.

Verspielt, aber so gar nicht kindisch

Je weiter der Abend voranschreitet, desto klarer wird, dass Kindergarten in den meisten Songs auf einen vielseitigen Schichtenaufbau setzen. Dies bedeutet nicht nur Rhythmus- und Melodiewechsel, sondern ein regelrechtes Spielen mit Genres, die  unterschiedlicher nicht sein könnten. Rock, Funk, Ska, sogar Tango sind nur ein kleiner Auszug. Eindrucksvoll beweist die Band somit ihr Gespür für Musik. Offensichtlich ist genau das „Wiener Kunst-Pop“.
Bulis sollte dann auch noch überzeugen. Sein gewagter Stil, der Sprechgesang mit lang durchgehaltenen Vokalen bis hin zu Schreien miteinander verbindet, ist zwar ungewohnt, aber beeindruckend. Letzteres gilt  auch für seinen Stimmumfang. Nach meinem persönlichen Empfinden könnte man jedoch das teilweise überdosierte Jauchzen reduzieren.
Überraschend covert die Gruppe So Far Away von den Dire Straits – in eingedeutschter Version. Anfangs vielleicht befremdlich, instrumental aber durchaus gelungen. Hat was! Langsam fällt allerdings auf, dass keines der Bandmitglieder das Publikum begrüßt hat. Merkwürdig – vielleicht aber Teil  der Show? Das Publikum jedenfalls fühlt sich offensichtlich vom Geschehen nicht angesprochen. Stattdessen plaudern  die Personen genauso munter, laut und, ja, störend das Konzert hindurch weiter. Wenig verwunderlich platzt Bulis dann irgendwann der Kragen. Höflich, aber sichtlich genervt, mahnt er das Publikum, sich etwas mehr auf die Show zu konzentrieren. „Ihr bekommt’s wahnsinnig viel mit, wenn ihr bei der Band bleibt.“ Dies missfällt zwar einigen im Publikum, insgesamt wird es jedoch endlich ruhiger und man kann die Musik besser spüren.
Der Höhepunkt des Konzerts bahnt sich an, eingeleitet durch ein ruhiges, melancholisches Intro. Dann schwingt sich der Song wie eine Schaukel am Spielplatz hoch zu einem harmonischen Gipfel mit  unheimlich viel Tiefgang. Durchaus könnte man hier von einer Ballade sprechen. Da wirken auch Zeilen wie „Du verstehst mich nicht…schon morgens könnt‘ ich speiben“ punktgenau.  Die kunstvoll gesetzten Pausen tun den Rest.
Im Anschluss kommt die Band langsam zum eigentlichen Grund des Abends: ihrem Video-Release zu Unbeschwert am 17. November, und widmen den  Song ihrem Regisseur Alexander Peskador, der großartige Arbeit geleistet hat. Dennoch bleibt die Kommunikation mit dem Publikum unter dem Minimum. Man hätte sich mehr Informationen zu dem Song und dem Video gewünscht: wie war der Videodreh für die Band? Wieso gibt’s genau zu diesem Song das Video? Und wieso wird  ein Konzert zu genau diesem Anlass gegeben?  All das sind Dinge, die man normalerweise hätte  ansprechen sollen. Ein großes Plus  gibt’s aber jedenfalls für das Abspielen des Videos synchron zur Aufführung auf gleich zwei Bildschirmen links und rechts von der Bühne.
Es verwundert dennoch, dass genau dieser Song für ein Video auserkoren wurde. Eventuell liegt es daran, dass er vergleichsweise kurz ist? Viele andere Nummern, die an diesem Abend gespielt werden, sind zwar länger,  haben nämlich deutlich mehr Potential.

„Natürlich könnt‘ ich aufgeben, doch aufgeben ist so leicht. Es gibt noch so viel, was ansteht…doch nur so wenig Zeit.“

Als „Welturaufführung“ präsentieren Kindergarten den Song, dem die obigen Zeilen entnommen sind. Mit diesem verabschieden sie sich dann auch.  Ein überraschend vielseitiger Abend einer wirklich beeindruckenden Band, die jedoch gut daran täte, in Kontakt mit ihrem Publikum zu treten. Dieses wird nämlich bestimmt wachsen.

Autorin: Robin Frank

 

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Album Review: Alterno Boy – „Alterno Boy“ (2017)

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Dem sympathischen Pop-Quartett Alterno Boy ist mit ihrem gleichnamigen Debütalbum ein Wurf aus elf Liedern gelungen, von denen so manches einiges an Potential zeigt. Paul Buschnegg (Gitarre), Til Tuppy (Gesang und Bass), Xavier Plus (Gitarre und Klavier) und Joe Edlinger (Schlagzeug) lassen die Seele sprechen. Das war auch beim Release Gig am 27. Oktober im Wiener Flex Café zu sehen.

Beim Anklingen der ersten paar Minuten des neuen Stoffs schnellt einem folgendes durch den Kopf: Beach Boys und Beatles. Ab dem zweiten Lied der Scheibe wird man in eine derartige Gutherzigkeit eingetunkt, dass man sich am liebsten selbst umarmen möchte. You’re My Friend! erklingt es im Chor und man fühlt sich irgendwie geborgen. Abgesehen davon taucht in der Strophe wieder kurz dieser spritzig, tanzbare Groove auf, der schon in der ersten Nummer einsetzt. Es wirkt daher wie eine Fortsetzung, eine Idee, die nochmals verarbeitet wird und dadurch einen Zusammenhang zwischen zwei Liedern schafft. Elegant.

Relativ rasch steigt dem Zuhörer ins Bewusstsein, dass Alterno Boy mit ihrer Hingabe zum Englischen vielleicht noch eine rückblickende Linie fahren. Träumerisch und dahinschwebend wird man von netten Gesängen und weichen E-Gitarren-Klängen eingelullt und kann womöglich dabei ganz vergessen, dass es sich doch eigentlich um eine österreichische Band handelt. Normalerweise bin ich gegen erzwungene, „hippe“ British-American-Veredelung, bei der jeder glaubt, dass etwas cool ist, nur weil es auf Englisch vorgetragen wird. Alterno Boy schaffen es aber auf ihre Art sich in eine stilhafte Ecke zu stellen, in der die Instrumente so für sich sprechen, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, in welcher Sprache sie denn jetzt eigentlich singen.

Aufhorchen muss man bei Winter’s Gun. Bei all der bisherigen Kurzweiligkeit gipfelt die Stimmung erstmalig in diesem zweistimmigen Ohrwurmkandidaten, mit einem einfachen, aber effektiven Wanda-Rhythmus und hypnotischem Tremolo-Klang der Instrumente. Treffer!

Oh Leonce gibt einen guten Einblick in die Art und Weise, wie die Herren Musik machen. Vielfältige Taktwechsel, geschmackvolle Akkordprogressionen und Beats, die zum Mitklatschen anregen. Das alles wird von ausgelassenen Gesängen begleitet, verpackt in einen liebevollen Popsong. Auch wenn manches trotzdem womöglich etwas abgegriffen scheint, muss man Alterno Boy doch noch eines lassen: sie vollziehen geschickt die Rückbesinnung auf die wohl mittlerweile verwaschenen Sujets des Brit-Rock und Pop-Bands der 90er Jahre, mit einem liebenswerten, braven Rotzbuben-Image, das ja schon damals an ältere Zeiten erinnerte. Es ist also in gewisser Weise eine Reflexion der Reflexion und macht vielleicht auch deswegen so viel Freude beim Zuhören. Alte Trends kommen ja bekanntlich immer wieder.

Gesamt ergibt sich ein ausgeglichenes Album aus nachdenklichen, als auch poppig-fetzigen Nummern für einen verregneten Nachmittag mit Freunden. Oder einen sonnigen. Oder alleine. Musik für jeden, der gerne nostalgisch in den leichten, unbeschwerten Kuschelrock der vergangenen Jahrzehnte zurückblickt und dabei trotzdem jung bleiben will.

Autor: Lukas Brunner


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Gig Review: Alterno Boy, 27.10.2017

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Es ist Freitag, der 27. Oktober. Ein Tag, auf den viele hingeschielt haben. Ein großer Tag – zumindest  aus Sicht einer gewissen Band. Alterno Boy präsentieren ihr Debütwerk im Flex Café.
Es ist nach 21:00 Uhr. Die Leute sammeln sich langsam zu einer Menge in dem LED-beleuchteten, mit gemütlichen Sofas und einer Bar ausgestatteten Raum. Durch den Hintereingang kommen sie dann endlich im Gänsemarsch, von der Menge feierlich in Empfang genommen, hereinstolziert.

Ein kurzes Gitarre-Kratzen, ein auf- und ablaufender Basston, eine kleine Rückkopplung und es geht los. Ein schwerfälliger Beat von Schlagzeuger Joe Edlinger und die rauchige, scheinbar noch nicht ganz warm gewordene Stimme des Sängers Til Tuppy verwandeln das Flex-Café in einen Konzertsaal. Ungewöhnlich scheint es, den Anfang der Vorführung balladenmäßig beginnen zu lassen, mit sich immer wiederholenden Chords, so als wäre man schon mitten in der Show, als erst am Anfang. „Hallo Alterno Boys and Girls! Schön, dass ihr den Weg zu unserer Klangwelt gefunden habt…“

Beim dritten Song wird einem langsam die Musikalität dieser Truppe bewusst. Sympathisch, fast bildnerisch, stehen die drei „Boys“ (Til Tuppy, Paul Buschnegg und Xavier Plus) mit jeweils einem Mikro und einem umgeschnallten Saiteninstrument gleichwertig in der vorderen Reihe. You’re My Friend! singen sie.

„Wenig reden, viel spielen“ geben sie als Motto nach dem Song Oh Leonce bekannt, bei dem die Bass-Trommel viel zu laut und der Bass viel zu stark aufgedreht waren. Das Publikum scheint es wenig zu kümmern. Ganz im Gegenteil: man erkennt, dass die Freude über die mittlerweile festgefahrene Single groß ist und die Fangemeinde mitgeht.

Egal, ob man die Augen geschlossen oder offen hält – es könnten fast die Beatles oder Electric Light Orchestra sein, die da oben stehen. Beim Titel Pass By zeigt sich, dass die gut ausgeschriebenen Gesangsparts live genauso funktionieren, wie auf der Aufnahme.

Nun kommt Special-Guest Hannah Wüstehube auf die Bühne, um mit Alterno Boy den Song Winter’s Gun zu performen. Und sie singen so harmonisch. Herrlich. Wenn es nur für dieses eine Lied wäre, ich wäre gekommen. Durch das kalte Herbstwetter, bei Nacht und Wind. Denn genau dieser frische Wind haucht einem beim Hören dieser Nummer ins Ohr, ohne dabei ins Frösteln zu geraten. Ganz im Gegenteil: es wird einem warm ums Herz.

Es wird wieder ruhig, fast psychedelisch. Die Zweistimmigkeit gibt der Musik etwas parallelisierendes. Wir sind also in einer Art Psychedelic-Rock-Revival, in Gedenken ans Ende der 60er. Made It.

Bei der Nummer Alterno Boy kommt wieder die klare, natürliche Stimme des eloquenten Sängers Til zum Vorschein, die einen großen Teil zur Wertigkeit der Musik beiträgt. Die Musiker lassen das Publikum in einem Chor „sound of the future“ singen. Mit ihrer selbsternannten Hymne Revolutionation lassen die jungen Herren zur Abwechslung Stadion-Rock-Gefühle aufkommen. Der erste Teil der Vorführung ist anscheinend vorbei, denn der Sänge schlägt nun eine metaphorische Brücke mit den Worten „what’s the time, I don’t know…“ – dann: Äuglein zumachen und sich von der Nummer Doomsday treiben lassen.
Man fragt sich jedoch allmählich wirklich, wie spät es ist, denn die Truppe spielt geradezu unermüdlich den zweiten Teil des Konzerts, der aber nicht mehr an den Anspruch des vorigen herankommt. Musikalisch vielfältig zeigen sie sich dann aber doch noch einmal in ihrer allerletzten (Funk-)Nummer ¡Dance!.

Alterno Boy vermögen es tatsächlich, mit den klischeehaften Bausteinen der Rockgeschichte ihre eigene Klangwelt zu basteln, wie anfangs versprochen. „Vielen Dank! Wir lieben euch“ ist der letzte Satz von Sänger Til, jedoch in einer überzeugenden Ernsthaftigkeit rübergebracht und nicht bloß als öde, dahingeschnalzte Floskel. Es ist wirklich eine eigene Welt, in die man eintauchen kann.

Autor: Lukas Brunner


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Festival Review: Waves Vienna 2017

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In einem solchen Ambiente wünscht sich wohl jeder, ein Festival zu erleben. Es sind Innenhöfe, in denen man sich sofort zu Hause fühlt: wilder Wein windet sich vorbei an ausladenden Fenstern der braunen Backsteinwände; Bierbänke sind links und rechts aufgereiht…der Komplex hat eher den Charme eines urigen Heurigen als jenen einer top-angesagten Wiener Location. Das WUK auf der Währinger Straße: untertags spielende Kinder, in der Nacht reges Festivaltreiben.

 

© Ghost of You

 

Irgendwo mittendrin ist ein festlicher Saal, kurz nach 19:00 Uhr. Es ist dunkel. Auf der Bühne, die in ein tiefes Blau getaucht ist, sind ein paar Silhouetten auszumachen. Pünktlich auf die Minute, wie es eben für ein Showcase-Event üblich ist, beginnt die Vorstellung.
Nach einem einleitenden Beckenwirbel der langsam wieder verklingt, setzt ein magnetischer Schlagzeug-Groove ein, gefolgt vom mystischen Gesang der Gestalt am Bühnenrand, deren Gesicht jetzt deutlicher zu erkennen ist. Die Stimmung im Saal baut sich langsam aber stetig auf und aus dem dargebotenen Post-Punk-Gedudel kristallisiert sich allmählich eine deutliche Linie heraus. Plötzlich ändert sich der Rhythmus. Der Beat wird hektischer, der Gesang wandelt sich von mystisch-dahinschwebend hin zu mehr Verzweiflung in der Stimmlage. Das ist wohl eine bemerkenswerte Eigenschaft dieses tschechischen Quartetts, die einem als erstes auffällt: die Stücke beginnen mit einer tragenden Schlagzeug-Figur, gefolgt von einer akzentgesetzten Basslinie und fein unterstreichenden E-Gitarrenklängen. Dieser Gesamteindruck zieht den Hörer wohl unmittelbar in den Bann, zumal der Drummer seine Grooves auch gestochen scharf servieren kann. Es schmeckt nach Rock und ist obendrein gut gewürzt mit Klängen der beiden Synthesizer, die von Bassist und Gitarrist abwechselnd bespielt werden.
Kaum hat man sich in den Song eingefühlt und ist in seiner Zone angekommen, hört dieser aber auch schon wieder auf. Kurzweiligkeit steht also an die Fahnen dieser Band geschrieben, deren Namen so frei interpretierbar ist, wie die vernuschelten Ansagen des Sängers: Ghost Of You.
Obwohl die Nummern allesamt nicht lange dauern, fühlt man sich von deren Stimmung in den einzelnen Passagen, den langaushaltenden elektronischen Tönen, den variationslosen Drumgrooves, den unterstreichenden Saitenklängen und einer Stimme, die sich in ihrer stetigen Gelassenheit gut dem Sound anpasst, doch wie weggetragen. Aber Ghost Of You können auch anders: ein Beispiel dafür gibt der nächste Song. Ein cooles Bassriff, rockiger Groove und zartes Streichen der E-Gitarre zu Beginn. Der Gesang setzt wie im Kanon ein. Doch plötzlich Stilbruch – weg vom Rock – hin zum leichtfüßigen Indie-Rock-Sound mit Off-Beat-Begleitung der Rhythmusgitarre.
Eine klare Richtung und eine zielstrebige, genrebewusste Haltung legen die überzeugten Performer im letzten Song Horses dar. Auf einen einsetzenden Schlagzeugbeat folgt auf einen Schlag der Bass, der in einem derart prägnant durchgängigen 16tel Riff massiert wird, dass einem die Kinnlade offen stehenbleibt.
Ein solider Auftritt einer Band, die zu keinem Zeitpunkt Hang zur Übertreibung oder Ausuferung zeigte. Bravo!

 

© Lea Santee

 

Keine 50 Meter weiter stellen sich, ohne lange zu fackeln, Lea Santee auf die Bühne. Ein Komponistenduo mit perkussiver Unterstützung. Ein flächiger Sound, der von E-Drum, Synthesizer und der glasklaren Stimme der Sängerin stimuliert wird.
Obwohl die Strukturen der Trip Hop und Dance Pop angehauchten Lieder leicht zu durchschauen sind, haben sie etwas hochwertiges: die Drums sind gut mit Bass und Synth abgemischt, an der Spitze die Sängerin mit der Hilfe von ein paar Voice-Effekten – eine schlanke, modisch gekleidete junge Frau, die es versteht, sich in fließenden, eleganten Tanz-Bewegungen mit der Musik zu präsentieren. Die Musik ist in ihrer Ästhetik ein Gemisch aus Lana Del Rey und Selena Gomez, was in keinster Weise als abwertend zu verstehen ist. Leichte Kost für ein offenbar schwierig zu beeindruckendes Publikum.

 

© Fai Baba

 

Fai Baba beginnen ihre Performance mit vibrato-unterlegter Country-Musik. Es hat etwas psychedelisches an sich. Ein Mischmasch. Was für eine plumpe und verbrauchte Einleitung. Hoffentlich geht es bald los!
Zu Beginn steht ein langsamer, zurückgelehnter 4/4-Beat, der doppelt so lang erscheint. Bald wird klar, dass die Band gerne mit kurzfristig dynamischen und dann wieder abflachenden Passagen spielt. Es fällt also schwer, eine klare Linie herauszufiltern, an der man die Musiker und deren Kunst einordnen kann. Die Gitarre wird oft und gerne mit Vibrato und anderen Effekten versehen, der Sänger scheint selber kurz vor dem Einschlafen zu sein, was dem ganzen jedoch irgendwie Charme verleiht, und die Musik ist gut, wenn man auf einem Acid-Horrortrip ist und versucht wieder herunterzukommen. In der Gesangmelodie vernimmt man plötzlich die Tonfolge von Roy Orbisons Crying, jedoch mit anderem Text. Man weiß also noch nicht so ganz wohin damit. Das Ende des Songs klingt wie der Ausklang einer ganzen Tournee, bei der beim letzten Lied die Instrumente auf stupide Weise so lange durch wiederholende Handbewegungen missbraucht werden, dass statt eines schönes Klanges einfach Lärm entsteht, dem durch „den finalen Beckenhieb“ ein Ende gesetzt wird. Doch der Schein trügt. Aus diesem Klang-Cluster geht keine peinliche Pause hervor, sondern ein durchaus lebhafter, rockiger Drumgroove, der energetisch so ziemlich das Gegenteil zum Vorherigen darstellt. Ein Wiederaufleben von Punk in all seinen Facetten, mit der einzigen Ausnahme des markanten, träumerischen Gesangs von zuvor.

 

© KLAN

 

Genug gehört…

KLAN spielen in der WUK-Halle und erfüllen jede Erwartung: eine soulige Stimme, getunkt in Mitleid, Herzschmerz und Poesie, die uns in einen poppigen Refrain führt, umgeben von einem erfrischend cleanem E-Gitarren-Sound und einer Melodie, die sofort ins Ohr geht. Die Stimme des Sängers ist ein Hinhörer und führt uns in einen Zustand des Tiefgangs und der Nachdenklichkeit, mit einem zuversichtlichen Blick nach oben. „Ich bin zu teilen bereit, denn ich hatte genug, genug, genug Einsamkeit…“ Ein Lustfeuerwerk. Interessant, wie man mit so wenig Mitteln derart effektvolle Musik produzieren kann. Ist wohl auch der Klarheit und Ehrlichkeit der Stimme des Sängers zu verdanken. Pop, der leicht die Kehle heruntergeht und endlich wieder deutschsprachig ist, vorgetragen von zwei sympathischen jungen Männern aus Berlin.

Autor: Lukas Brunner



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News / Opinion: P!nk gewinnt Michael Jackson Video Vanguard Award bei VMAs 2017

Blog, News, Opinion

P!nk nahm bei den diesjährigen Video Music Awards den Michael Jackson Video Vanguard Award entgegen und widmete ihre Dankesrede ihrer sechsjährigen Tochter Willow Hart. Der Anlass: das Mädchen nannte sich selbst „das hässlichste Mädchen, das ich kenne“.

Die Reaktion der fassungslosen Mutter ist überraschend. Anstatt ihrer Tochter den Unsinn ausreden zu wollen, bereitet P!nk ihr eine PowerPoint-Präsentation vor, in der sie ihr androgyne Rockstars wie David Bowie, Janis Joplin und Annie Lennox vorführt. Sie erklärt Willow, dass diese Menschen tagtäglich mit Beleidigungen und Vorurteilen bezüglich ihres Aussehens zu kämpfen hatten bzw. haben, sich aber dennoch nicht verändern, um irgendwelchen Idealen gerecht zu werden. Deshalb seien sie ja so erfolgreich, genau wie die Sängerin selbst.

Die Situation wirft natürlich wichtige Fragen auf: wie kommt ein sechsjähriges Kind darauf, sich hässlich zu nennen? Woher kommt diese verfälschte Selbstwahrnehmung? Und wieso spielt Aussehen in diesem Alter heutzutage überhaupt eine so wichtige Rolle?

Autorin und Musikwissenschafterin Susan McClary schrieb einmal über Janis Joplin, dass sie gerade deshalb so erfolgreich war, weil sie eben nicht talentiert und schön war. Eine Frau mit einer solch gewaltigen Stimme, und dann auch noch attraktiv? Das wäre doch viel zu viel – Neid hätte Überhand genommen. Und das Fragenrad dreht sich weiter: darf man als Frau nur auf einer Ebene herausragend sein? Darf man überhaupt herausragend sein? Einerseits werden schöne und talentierte Frauen, beispielsweise aus der Filmwelt, idealisiert und nachgeahmt, wo es nur geht. Andererseits ist die Missgunst ihnen gegenüber auch so groß, dass man sich sicher sein kann, sie am Titelblatt der nächsten Ausgabe diverser Klatschmagazine unter der Überschrift „Auch Stars nicht vor Cellulite gefeit“ zu finden. Die Medienwelt und ihre konsumierende Masse kann sich wohl nicht recht entscheiden, ob man Personen nun zu Vorbildern machen und diesen nacheifern soll, oder ob man jeden Menschen, der erfolgreich ist – sei es aufgrund von Talent, Schönheit oder sonstigem – doch besser verteufelt. Dass dieses Gefälle für Gesellschaftsdruck und Komplexe, vor allem bei unseren Jüngsten, sorgt, liegt auf der Hand.

P!nks abschließender Appell ist daher umso ernster zu nehmen: „We don’t change. We take the gravel in the shell and we make a pearl. And we help other people to change, so they can see more kinds of beauty.“ Kein Wunder, dass die Musikerin es so weit gebracht hat.

 

Mehr Infos:

http://www.rollingstone.com/music/news/vmas-2017-watch-pinks-video-vanguard-acceptance-speech-w499122

 

 

Interview: Old Steam Machine, August 2017

Blog, Interview

‚NO ONE CAN STOP ME, I’M A STEAM MACHINE‘

Ein Album im Alleingang aufnehmen, dazu ein eigenes Label gründen und den Release organisieren? Herausforderungen, denen sich viele Bands stellen müssen. Die fünf Mitglieder der Wiener Hard Rock-Band Old Steam Machine (Gig Reviews hier) sprachen mit RIFF SHIFT über ihr Debütalbum OSM, Learning-by-Doing und Vorteile der eigenen Labelgründung in Österreich. 

RIFF SHIFT: Wenn man im Internet über euch recherchiert, findet man heraus: das Gründungsjahr war 2006. Das ist jetzt schon über zehn Jahre her und du, Patrick, bist das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Wann und wie sind die anderen dazugekommen?

Gerhard (Anm.: Bassist): Ich bin das neueste Mitglied der Band und vor etwas über zwei Monaten dazugekommen. Der Ronny (Anm.: Rhythmusgitarrist) hat mich gefragt, dann haben wir geprobt, uns das angeschaut – hat gut funktioniert und ich bin auf jeden Fall weiterhin dabei.
Ronny: Ich war unterwegs mit’m Lary (Anm.: Leadgitarrist Patrick Lary), es war sehr romantisch (lacht). Er hat mich dann gefragt, ob ich in seiner Band spielen möchte. Jetzt bin ich seit Anfang Sommer dabei.
Ben (Anm.: Schlagzeuger): Ich bin das drittneueste Mitglied und mittlerweile seit acht Monaten dabei.
Alessandro (Anm.: Sänger): Ich bin dazugekommen vor fünf Jahren. Den Lary hab’ ich über einen gemeinsamen Freund bei einem Jam kennengelernt. Dann hat er mir gesagt, ich soll mal zur Probe vorbeikommen. Seitdem bin ich, wenn auch mit vielen Umstellungen, immer dabeigeblieben.

RIFF SHIFT: Momentan passiert bei euch ja sehr viel – am 1. September präsentiert ihr euer Debütalbum. Da stellt man sich natürlich die Frage: warum erst jetzt?

Alessandro: Weil wir die meiste Zeit eigentlich gar nicht an ein Album gedacht, sondern einfach nur gespielt haben. Die Band hat sich auch immer wieder verändert. Viele sind gegangen, einige sind gekommen. Daher wurde viel Zeit darin investiert, den neuen Mitgliedern die Songs zu zeigen. Dann haben sich aber auch die Songs an sich immer wieder verändert. Zwischendurch haben wir natürlich auch Konzerte gespielt, die auch immer selbst organisiert waren. Für ein Album hat einfach die Zeit gefehlt.

RIFF SHIFT: Auf dem Album sind nur Patrick, Alessandro und Ben zu hören – alle Instrumente sind selbst eingespielt. Wie liefen die Aufnahmen ab?

Patrick: Wir waren froh, dass der Ben auf unsere Pilotspuren das Schlagzeug einspielen konnte. Darauf konnten wir dann aufbauen. Danach hab ich die Gitarren und den Bass gemacht, dazu Piano als Fläche. Und der Ale hat dann den Gesang aufgenommen.

RIFF SHIFT: Ihr habt euch jetzt entschieden, gemeinsam mit dem Künstler Claus Trophobia (AT) euer eigenes Label Gasgasse Records zu gründen. Was war der Grund dafür?

Alessandro: Der Grund war eigentlich, dass wir so selber veröffentlichen können, mit allem, was dazugehört. Wir ersparen uns dadurch den Umweg, erst ein Label suchen und finden zu müssen.
Gerhard: Das ist heute wahrscheinlich auch die Methode, die man eben anwendet. Ganz nach dem Do-it-yourself-Gedanken.
Patrick: Wir haben uns auch gedacht: jetzt haben wir schon alles selbst gemacht, lasst uns doch auch gleich ein eigenes Label gründen.
Gerhard: Es geht auch relativ schnell und günstig. Heutzutage ist es sowieso problematisch mit CD-Verkäufen. Bei einem Label hast du dann zusätzlich auch noch Abgaben.
Alessandro: Bei OSM war es doch auch immer so, dass wir immer alles selber gemacht haben. Vom Proberaum, der mittlerweile zum Studio geworden ist, bis zu den Aufnahmen.

RIFF SHIFT: Würdet ihr es jungen MusikerInnen also empfehlen, ebenfalls ein eigenes Label zu gründen?

Patrick: Schneller zu einem Resultat kommst du schon, wenn du bei einem Label aufgenommen wirst, weil alles selbst zu machen eben sehr zeitintensiv ist. Im Nachhinein hast du dafür aber auch, wenn du es selber machst, alles in der Hand. Es verdient niemand von außen mit, sondern nur die Band selbst bzw. das eigene Label. Der Profit muss dann nicht geteilt werden und du musst dich niemandem beugen.
Alessandro: Wir wollten keinen „Chef“ haben, der uns Vorgaben gibt oder uns unter Druck setzt. In unserer Situation überwiegen auf jeden Fall die Vorteile einer eigenen Labelgründung.
Gerhard: Derzeit reicht es für uns so. Irgendwann kommt aber natürlich der Punkt, wo man weiterdenken muss.
Ronny: Es ist auch eine gewisse Routine bei den Labels in Österreich, vermutlich eh weltweit, dass wenn du in ein größeres Label reinkommen willst, eine gewisse Reichweite vorweisen musst. Wie bist du in den sozialen Medien aufgestellt, wie viele Leute besuchen deine Gigs, usw. Das heißt, um mal dorthin zu kommen, bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig, als ein eigenes Label zu gründen.
Patrick: Der Traum ist eh, dass das zweite Album dann unter einem großen Label produziert und von diesem auch finanziert wird.

RIFF SHIFT: Würdet ihr unter Gasgasse Records auch andere Bands rausbringen?

Patrick: Aktiv suchen wir zwar nicht danach, aber sollte sich in bestimmten Situationen etwas ergeben, natürlich.
Alessandro: Prinzipiell ist das im Bereich des Möglichen.

RIFF SHIFT: Mal etwas genauer zum Album: auf Soundcloud sind auf eurem Profil momentan fünf Songs zu hören. Sind diese dann auch am Album zu finden?

Alessandro: Ja, genau in derselben Version. Am Album sind noch sieben Songs mehr drauf, also insgesamt zwölf.

RIFF SHIFT: Wie würdet ihr jemandem, der euch nicht kennt und dem „Melodic Hard Rock“ nicht viel sagt, euren Stil beschreiben?

Patrick: Er hat psychedelische Einflüsse, Hard Rock-Einflüsse und „balladige“ Einflüsse.
Ben: Ich sage immer „Melodic Rock“ dazu.
Gerhard: Ich erkläre es immer mit „Riff Rock“ – weil die Musik eben sehr rifflastig ist. Aber auch sehr melodiös, manchmal sind sogar fast jazzige Klänge dabei.
Ronny: Ich sag’ immer Hard Rock.
Alessandro: Hard Rock ist aber eben oft ein Riff, der sich ständig wiederholt. Bei uns gibt’s da schon mehr Abwechslung.
Ronny: Und eben auch recht viele Balladen.
Patrick: Bei uns werden aber auch die fetten Lieder immer sauber gespielt. Es ist nichts einfach nur reingedrescht. Auch wenn es härter wird, bleibt der Song immer klar.
Gerhard: Am Album ist auch einfach alles dabei. Ein guter Überblick darüber, was wir können.
Ben: Auf gut Deutsch: lässig!

RIFF SHIFT: Gibt es eine Band, mit der ihr euch vom Sound her vergleichen würdet?

Patrick: Schwer, sehr schwer. Das traue ich mich gar nicht.
Ronny: Gigi D’Agostino (alle lachen).
Alessandro: Wir haben das schon oft diskutiert, weil uns diese Frage schon viele gestellt haben, aber nie eine Antwort darauf gefunden. Das Material ist einfach zu unterschiedlich, um einen Vergleich zu ziehen.
Patrick: Wir geben uns auch Mühe, bewusst nicht zu klingen, wie jemand anderer. Irgendwann habe ich persönlich auch aufgehört, aktiv Musik zu hören. Wenn ich Zuhause Lust auf Musik habe, nehme ich die Gitarre in die Hand. Ich höre mir nie CDs an. So hat sich mein Stil selbständig entwickelt.
Ben: Einflüsse sind aber natürlich da, bei mir als Schlagzeuger wären das zum Beispiel John Bonham oder auch simple Beatles-Beats.

RIFF SHIFT: Am ersten September gibt’s die Möglichkeit, euch live zu sehen. Was ist denn für den Abend geplant?

Alessandro: Es wird so ablaufen, dass unser Special Act und Label-Partner Claus Trophobia startet. Er wird alleine auftreten.
Ronny: Ja, der hat ja sonst keinen Platz, das würd’ er nicht packen (alle lachen).
Alessandro: Auf jeden Fall treten danach Pink Moon (AT, Gig Review hier) als Support auf, und dann präsentieren wir unser Album.

RIFF SHIFT: Wie würdet ihr rückblickend die Erfahrung des Aufnehmens eures ersten Albums beschreiben?

Alessandro & Patrick (gleichzeitig): Viel Arbeit!
Patrick: Es ist zwar langsam gegangen, dafür stetig.
Alessandro: Kann man schon so sagen. Es war wirklich viel zu tun, vor allem auch, weil wir nur zu dritt waren und einige Anläufe gebraucht haben. Aber wir sind im Prozess gewachsen, einfach durchs Learning-by-Doing.
Ben: Auch interessant ist, dass man immer wieder von Null anfangen muss. Immer wieder.
Alessandro: Genau. Mit 1. September haben wir uns daher auch selbst eine Deadline gesetzt, sonst hätten wir wahrscheinlich noch ein Jahr daran gebastelt.
Ronny: Ich finde es andererseits aber gut, dass ihr nur zu dritt wart, weil dadurch weniger Leute auf euch eingeredet haben. Zu viele Köche verderben den Brei.

RIFF SHIFT: Ein kurzer Blick in die Zukunft: was kommt als nächstes?

Alessandro: Nach dem Release werden wir das Album natürlich promoten, das ein oder andere Musikvideo drehen. Den Vertrieb checken, Konzerte in- und außerhalb von Österreich spielen. Genug Ideen und Material fürs nächste Album gibt’s auch schon. Wir wollen also nicht zu viel Zeit vergehen lassen, bis wir damit beginnen.
Patrick: Es würde mich wirklich freuen, in der aktuellen Besetzung die nächsten Aufnahmen zu machen.
Gerhard: Wir haben jetzt auch für jedes Instrument die besten Leute gefunden.
Ben: Wir wollen in Zukunft die ganze Welt bespielen. Japan, England, die USA…
Ronny: Eisenstadt (alle lachen).
Ben: Wir träumen groß!

OSM präsentieren am 1. September ihr Debütalbum OSM im Replugged in Wien. Alle Infos zur Veranstaltung und der Band sind zu finden unter:

https://www.facebook.com/old.steammachine/

https://www.facebook.com/events/1511509505581478/

 

Gig Review: Deuce – A Tribute to Rory Gallagher, 02.03.2017

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To honour the Irish music legend Rory Gallagher, Deuce played a tribute show on his birthday at Arthur’s in Dublin’s Liberties.

Deuce obviously got their name from Rory’s second solo album from 1971. The trio from Kildare (vocals + guitar, bass, drums) met at the annual Rory Gallagher Festival in Ballyshannon (Rory’s hometown) in the West of Ireland in 2012. After the festival they decided to form a dedicated tribute band and bring their late idol’s music onto stage.

The gig started at 9pm, and Arthur’s proved to be the perfect location for the event – good sound, a great atmosphere and decent Guinness. The band opened with Shinkicker, and soon played on of the setlist’s highlights: Laundromat.
Generally, the setlist was a healthy mix of early and late Rory songs, from Hands Off to Bought & Sold, and included all the favourites, such as Tattoo’d Lady, Bad Penny, Shadow Play, I Fall Apart, and Philby.
The audience was in a great mood, especially when Deuce played Moonchild – the venue filled up by the minute.

The band members work together well, whereas the bass was, in fact, a bit more solid than the drums. The singer has obviously put a lot of effort into getting as close as possible to Rory’s unique style of singing and intonation, and has definitely managed to acquire the right timbre for pulling off a great show. Considering that Rory Gallagher was one of the greatest guitarists of all time, he did a good job on the instrumental part.
The performance wasn’t perfect – but the creative twist that Deuce added to the songs was highly enjoyable. It is always nice to see tribute bands that stay true to their idol, while at the same time adopting an individual approach. Surely this is something which proves to be rewarding for the band in terms of artistic development.
One of their last songs was Philby – arguably one of the coolest Rory songs, and one I was also very much looking forward to. It was thus a bit irritating when the verses got mixed up and the chosen tempo was decidedly too fast. When I talked to the frontman about it later, he laughed and confessed to hoping nobody would notice. I told him it didn’t matter and congratulated him on a great show, because that’s what it was. It is just lovely to see that even when a great artist dies, his music continues to live on. And in fact, it was the first time ever for me to have heard Rory’s songs being played live. And it was so worth it.

 

More information / photo credits:
https://www.facebook.com/deucerorytribute
http://www.rorygallagherfestival.com/

 

Gig Review: The Who – 50 Years Tour, 14.09.2016

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© Slydigs

© Slydigs

Slydigs supported the main act that evening. The band formed in Warrington, UK, and in terms of sound mixes a lot of what seem to be their personal icons – such as The Beatles, U2, Oasis and naturally enough The Who. The four members Dean Fairhurst (vocals, rhythm guitar), Louis Menguy (lead guitar, backing vocals), Peter Fleming (drums) and Ben Breslin (bass, backing vocals) work well together, to me Louis Menguy, though, seemed the most promising of the four. Interestingly enough, frontman Dean Fairhurst did not leave a very good impression. Firstly, he looked extremely annoyed, sometimes even sorry to be there. Secondly, he doesn’t have a bad voice, but the backing vocals actually sounded better than his own. Maybe he really had a bad day. And even though Slydigs have some cool songs, especially The Truth Will Be Found and Catch A Fading Light, they didn’t quite manage to convince the audience with their blues rock.

© The Who

© The Who

One of England’s most iconic rock bands are without doubt The Who. The band who started its musical career in 1964 with Roger Daltrey (vocals), Pete Townshend (guitar), John Entwistle (bass) and Keith Moon (drums) propelled themselves to immense success as one of the loudest bands in rock history.

After the passings of Moon (1978) and Entwistle (2002), Daltrey and Townshend are the only founding members left in the band. They are currently on their 50 Years Tour, securing instrumental support from several fellow musicians: Simon Townshend (guitar, backing vocals), Pino Palladino (bass), Zak Starkey (drums), Loren Gold (keys, backing vocals), John Corey (keys, backing vocals) and Frank Simes (keys, backing vocals), who have all been associated with The Who for many years. That night they played Vienna’s Stadthalle.

“Wie geht’s wie geht’s wie geht’s?! (How are you?!)“ screamed Roger Daltrey, greeting the audience. And Townshend answered: “Es geht gut. Alt, aber gut. (Fine. Old, but fine.)”

They started the concert with one of the many classics: Who Are You. After that, they played a few songs from the sixties, such as The Kids Are Alright, I Can See For Miles and My Generation. Within the set there were some rarer songs, too – I personally enjoyed the instrumental The Rock very much, but the video wall sure added to that with great montages all the way through. Most songs were from the albums Tommy and Quadrophenia, arguably their most important releases.

Of course it did not look and sound like in the old times – Roger Daltrey’s voice is too weak for that now. He seemed tired, sometimes even hit very wrong notes. But both band and audience seemed very nostalgic, and they did manage to secure this touching ambience, not only by their signature stage moves such as Townshend’s windmill and Daltrey’s microphone lasso.

In the end, one might say audience applauded The Who’s general acquisition throughout fifty years, rather than their interpretation of it that very evening, as Townshend confirmed: “I wrote these songs when I was a little boy. So you are applauding my little boy now.“ But isn’t that just lovely?

Gig Review: Robert Plant & The Sensational Spaceshifters, 28.07.2016

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It was Thursday, July 28th, that I got to see who is in my mind one of the greatest rock singers of all time: Robert Plant.
Famous as Led Zeppelin-frontman from 1968-80, the artist is currently touring Europe world with his Sensational Space Shifters, with whom he also recorded his latest studio album Lullaby and… The Ceaseless Roar (review here).

Just in time for the start of the main act, I arrived at the well-filled Arena Wien and found a great spot on the lawn near the stage with excellent view. Just as good as the view was the sound that night, which was lengths better than of Wolfmother’s concert at the same location (review here).

At about 21:00 pm, Robert Plant emerged with a huge banner carrying the feather-symbol in the background. He himself on vocals and diverse membranophones, he brought five other musicians with him: Juldeh Camara on nyanyeru (an African one-string fiddle), Liam “Skin“ Tyson on guitar, Justin Adams on bass, John Baggot on keys and Dave Smith on drums.
What’s known is the different musical approach of the ensemble (compared to Plant’s earlier times). Not focusing on one specific genre, the artists freely mix styles and rhythms. The result is a colourful medley with folk and country elements as well as foreign African sounds paired with Led Zeppelin classics and the well-known mighty riffs.

This diversity lead to an interesting set list that included Poor Howard, Rainbow and Turn It Up from Lullaby and… The Ceaseless Roar, a cover of Willie Dixon (Spoonful), the traditional Little Maggie, and lots of Led Zeppelin medleys that included (parts of) What Is and What Should Never Be, No Quarter, Dazed and Confused, Whole Lotta Love, Babe, I’m Gonna Leave You and Rock and Roll for the encore.

The band not only convinced the audience by its versatility and range of styles, but also by the quality of performance. Robert Plant still has that great voice of his and a very individual approach on singing that one recognizes immediately. Furthermore he really secured a great atmosphere by continually including the audience and performing with lots of energy.

This concert meant a great deal to me – and without any exaggeration: it was truly sensational.

 

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© Robert Plant http://www.robertplant.com

Festival Review: Lovely Days Festival, 09.07.2016

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This year’s Lovely Days Festival took place in Schlosspark Eisenstadt, Austria. For the first time the festival managers decided to choose a new location instead of the very popular Wiesen – a good decision, the ambience was fantastic!

This was the line-up:

Ten Years After
The Sweet
Mother’s Finest
Seiler & Speer
Jethro Tull’s Ian Anderson
Deep Purple

The excitement was tremendous – as were the expectations.

Ten Years After, a band that played Woodstock and could arguably be called a historical group, was formed in 1967 by Leo Lyons (bass) and Alvin Lee (guitar, vocals). Now, the frontman is the much younger Marcus Bonfanti (guitar, vocals, harmonica) and he is doing a great job. Not only is he a capable guitarist, his voice is just mind-blowing! Only thing was that the other, well, older band members seemed and sounded quite tired indeed. Ric Lee’s drumming especially was pretty loose. But apart from that, Ten Years After served the crowd some fine blues rock with a great young singer.

Next in line were The Sweet – what an iconic band! Who does not know their glam rock hits Fox On The Run or Teenage Rampage? As if on purpose, their performance was quite the opposite of Ten Years After: better drumming, weaker vocals! To be honest, it was  hard concentrating on the music since it lacked energy. It seems their era is likely coming to an end.

The low point of the day for me were Mother’s Finest. The funk-rock-soul-crossover band consisting of six members, including the female singer Joyce Kennedy, who did most of the main vocals, was the weakest group considering musical ability. The singer’s voice does have power and good quality, she just did not use it adequately and thus sounded somewhat hysterical most of the time, which was not exactly pleasant listening to. What was worse though, was the guitar performance by Gary Moore (how wrong it sounds saying that…but the guy’s name really is Gary Moore!). Admittedly I do not know whether he is always on such a low level or if he just had a bad day – but this was more Guitar Hero above anything else.

Followed by Seiler & Speer, a momentary hit-wonder in and from Austria, did not exactly enhance my mood. I felt like on Oktoberfest or the like. Anyway, I found that they were actually quite alright. The vocals were fine and so were the musicians, but the best thing was is that they were really sympathetic and motivated the crowd. Righteously they also made sure to mention that they feel very out of place on a rock festival like that one, but honestly thanked everybody for supporting them, which was really nice.

Finally, the acts that I actually came for were about to start. First off was Ian Anderson – a total favourite of mine. Being a huge Jethro Tull fan (the first band that enters my mind when hearing the term “prog”) and listenting to the records up and down for years on end, I could not believe I was going to see this legend live on stage. It was a cool concert, he played songs like My God, Songs from the Wood, a few tunes from the 16th century and naturally the classics such as Thick as a Brick, Aqualung (god, what an album!) and Locomotive Breath. Strange thing was, though, that the concert was at its best in the beginning but gradually decreasing in terms of voice quality. This might have to do with his age, but it might also be the fact that he just does not dig his own hits anymore (Locomotive Breath was the Jethro Tull encore since 1972…imagine that!) and therefore wants to add a slight change to them at every gig. „Slight change“ meaning he just sung it differently than on the record – in the end he did not even really sing anymore, it was rather more of a whining on every syllable. I cherish improvisation, but it just did not sound good. Overall it was a good performance though, especially in terms of instrumental quality.

The festival’s headliner, Deep Purple, was naturally arousing the most excitement that night. The crowd was expecting hard rock hymns by one of the greatest hard rock bands of all time. Well, that’s what the crowd got, starting off with Highway Star. Knowing that Ian Gillan’s voice is not comparable anymore to his younger days, and the fact of Highway Star being a very difficult song lyrically and melodically, that song didn’t turn out all too well.  But I was prepared for that and looked forward to what came next. Funny thing was that again the performance was the opposite to the act before. Now, the concert got better and better toward the end regarding Ian Gillan’s vocals. Instrumentally both bands were flawless. They naturally played the classics: Strange Kind of Woman, Black Night, Smoke on the Water and Hush for the encore.

To sum it up: three out of six acts were really cool. Ten Years After surprised me because of the very good singer, Ian Anderson and Deep Purple were partially exactly how I hoped they would be, and partially they didn’t fulfill my expectations. The main point here being that age always takes its toll, and that an era of legends is definitely coming to an end – you can feel it more than ever now. So just make the most of it and use every chance you get to see your legends – I’m glad I did.

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© Lovely Days Festival

Gig Review: Unlabeled, 13.05.2016

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Die Veranstaltungsreihe Unlabeled wurde fortgesetzt: dieses Mal traten am Abend des 13. Mai zwei Bands im Wiener Curtain auf, die sehr unterschiedliche Musik zu bieten hatten.

© Raffael Pankraz

© Raffael Pankraz

Los ging es um 20:30 Uhr mit Raffael Pankraz & The Temporary Hands. Raffael Pankraz ist ein Musiker, der seit mehreren Jahren aktiv ist, seit neuestem aber die Temporary Hands als instrumentale Unterstützung (Keyboard, Bass und Schlagzeug) ins Boot geholt hat.
Schnell war klar, dass Pankraz hier das Ruder in der Hand hält: von ihm vorgegeben werden Themen, Texte und Stimmungen der Songs. Der talentierte Sänger mit einer besonders angenehmen Stimme, die an eine Mischung aus James Blunt und Michael Bublé erinnert, hat offensichtlich eine Vorliebe für langsame, gediegene Songs. Tatsächlich waren alle zehn Nummern, die an diesem Abend von der Gruppe gespielt wurden, sehr zurückhaltend, auch wenn manchmal angekündigt wurde, dass jetzt ein schnellerer Song folgen würde. Davon merkte ich persönlich jedoch nicht viel.
Was jedoch auffiel, war, dass sich die Band fortgeschrittener Harmoniewechsel, gefühlvollen Melodien und erfrischenden rhythmischen Elementen bedient – im Grunde war das Ensemble also stimmig, jedoch ist die Musik mit ihren sachten Jazz- und Pop-Einflüssen nicht der Motivator schlechthin. Selbstverständlich ist es eine Geschmacksfrage, ich persönlich genieße diese Art von Musik eher als Hintergrundbegleitung. Die Umsetzung war in jedem Fall gut, ich hätte mir nur etwas mehr Abwechslung bezüglich Tempo und Dynamik gewünscht – etwas, das als Eröffnung des Abends mehr einheizt.
Das Publikum sah es jedoch anders: hier kamen die vielen Fans, die sich in den relativ engen Raum drängten, um genau das zu hören. Enttäuscht wurden sie nicht.

© The Painting Faces

© The Painting Faces

The Painting Faces als zweite und letzte Band des Abends wollte ich mir schon seit geraumer Zeit ansehen. Nach einigen missglückten Anläufen war es dann aber endlich so weit. Besonders gespannt war ich auf die Umsetzung der Folk-Elemente am Banjo, mit der diese Gruppe für sich wirbt.
Mit Bernhard Windbichler am Schlagzeug, Max Zamernik am Bass, Rick an Banjo und Gitarre sowie Math Paul als Sänger und Gitarrist legte die Gruppe um kurz nach 21:00 Uhr los. Das zuvor dichte Publikum verflüchtigte sich kurz vor Auftrittsbeginn zwar, erreichte gegen Ende des Sets jedoch wieder die ursprüngliche Kapazität.
Losgelegt wurde mit einem eher ruhigen Intro, gefolgt von Come As Cold As You Are – hier teilten die Mitglieder sich die Vocals, wobei Math Paul stets etwas mehr hervorstach. Dies liegt freilich an seiner einmaligen Stimme, die an Sänger wie Milow, Patrice oder Manu Chao erinnert und unheimlichen Wiedererkennungswert besitzt. Sie mag vielleicht etwas flach und krächzend klingen – aber auf eine ziemlich geile Weise! Mich hatte er auf jeden Fall damit.
Instrumental war bei The Painting Faces ein größeres Potential als bei der Vorband festzustellen. Es wurden nicht nur vielseitigere Figuren gespielt, die Instrumente wurden auch in ihrer Art und den Möglichkeiten, sie zu spielen, wesentlich mehr ausgeschöpft. Vom Banjo war ich begeistert: es wurde genau an den richtigen Stellen eingesetzt, um Akzente zu setzen, blieb jedoch nie länger als „erwünscht“.
Die ersten fünf Songs sprachen mich besonders an. Danach nahm meine Begeisterung jedoch leider etwas ab. Die anfänglich so mit individuellen Elementen bestückten Nummern wurden von solchen verdrängt, die eher an radiotauglichen Mainstream erinnerten. Das eigentümlich Rohe war nicht mehr vernehmbar. Beim zehnten Song You’re Not That Bad, der als Zugabe gespielt wurde, gab es dann allerdings zum Glück wieder einen Aufschwung im Stil des Anfangs.
Als Fazit lässt sich sagen, dass The Painting Faces auf jeden Fall eine sehens- und hörenswerte Band sind, die sich allerdings nicht in ihrem individuellen und experimentierfreudigen musikalischen Stil einschränken sollte – egal wovon.

Weitere Infos / Photo Credits:
© Raffael Pankraz & The Temporary Hands, https://soundcloud.com/raffael-pankraz
© The Painting Faces, https://www.youtube.com/channel/UC-SeoV_BMdxQdEFg45pVoaA

Gig Review: Wolfmother – Gypsy Caravan Tour, 11.05.2016

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Perfect weather, great location and tons of fans: the evening of May 11th had a promising start for the Australian rock act Wolfmother in Vienna’s Arena Open Air. I arrived only a few minutes before they started their set (the support band I unfortunatley missed beforehand was Electric Citizen).

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© Wolfmother

To be honest, I never really got into Wolfmother that much as a fan, but I was aware of who they (or, more specifically, frontman Andrew Stockdale) are and what they do – and have always liked their sound. I was thus very excited to go to this concert without any expectations at all – which is probably the best way possible if you dig the unexpected, like I do. You just end up with lots of surprises – good and bad. So here they are:

First surprise: the band’s tempo and dynamics. Man, they played a set of twenty songs and took but three breaks (one to say hi, one to say thanks, and one before the encore), which lasted only a few seconds each.
Which leads me to the next surprise: they hardly said a word to the audience. Apparently, Stockdale is not much of a talker, but it would definitely have been his role to communicate with the fans a bit more. However, the band did not seem as if they did not enjoy themselves on stage – so even though there was no communcation, there was still a lot of energy in the performance. Which is probably what saved them from an angry crowd.
Third surprise: Alex Carapetis is a damn great drummer. In fact, the drums were the only instrument that sounded as they should all the way through the show. The others, from guitar to bass and vocals sounded horrible most of the time. That night’s horrendous sound was yet another surprise for me. I do not know who was responsible for it, but honestly I’d rather not even know at all – it was a real shame. The guitar sounded bad, the bass was too loud at times, whereas bassist Ian Peres‘ backing vocals were hardly audible at all. Well…drums and keyboard were fine, at least.
Fifth surprise: I already mentioned that Wolfmother have a cool sound. Main reason behind that is Andrew Stockdale, who is basically the brain behind this music project. The other musicians are rather professionals hired to play along. Big part of the sound, however, is Stockdale’s special voice, which mostly reminds one of Jack White’s. What I did not know, though, was that besides its cool and bright timbre it is pretty monotonous, too. I haven’t heard Stockdale sing much more than five notes during that show. It’s not like he tries and fails – the songs are just composed that way, without exciting melodic vocal lines. And they are fine like that, just a bit monotonous after a while.

To summarize all of that, I was most impressed by their efficient way of performing, playing one song after the next without even considering taking a break. This is naturally the most professional way to play a gig and shows that the band is really tight and knows what’s going on. On the other hand, there is not much space left for interaction with the audience or spontaneous improvisation on stage. Still, they played well, and the bad sound was not their fault.

So all in all I did enjoy this gig, and I am glad to have seen Wolfmother live. They do make cool music that definitely comes from the right sort of inspiration and surely inspire tons of young garage rock bands, which is exactly what today’s music needs.

More information / photo credits:
© Wolfmother, wolfmother.com

Gig Review: Chris Cornell – Higher Truth Tour, 12.04.2016

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In course of the Higher Truth Tour, Chris Cornell made a stop in Vienna’s legendary Konzerthaus on April 12th.

© Fantastic Negrito

© Fantastic Negrito

The support act, Fantastic Negrito, started his set right at 8pm. Fantastic Negrito is a blues musician from California who started his career on the streets, where he was „sitting (…) playing for change a year and a half ago“. No wonder he now enjoys big success, though: the outstanding vocal ability, paired with his guitar skills left me absolutely amazed within only a few minutes. His voice has a really special dual quality: it is full of pressure, while still keeping a very bright timbre; it is extremely melodical but yet very firm and steady. The singer was supported by a very talented piano player. And, as Chris Cornell pointed out later that evening, he admires the unique artist a great deal – very righteously so!

© Chris Cornell

© Chris Cornell

The main act commenced his set one hour later, at 9pm. In total, Chris Cornell played no less than 27 (!) songs that night, his voice accompanied only by his guitar and, for some songs, multi-instrumentalist Bryan Gibson on cello, banjo, or other.
The almost 3-hour gig started with Before We Disappear from the new Higher Truth album, which was released in September 2015 and is also name of the current tour.
It is thus quite strange that Chris Cornell only played four songs from his latest release (Before We Disappear, Higher Truth, Josephine, Nearly Forgot My Broken Heart). The evening mainly consisted of covers – which was something I had not expected. Of course, songs from his Soundgarden, Audioslave or Temple of the Dog times (such as Rusty Cage, Black Hole Sun, Doesn’t Remind Me, I Am the Highway, Wooden Jesus, Hunger Strike and others) are not strictly covers – but titles like Billie Jean (Michael Jackson), The Times They Are A-Changin’ (Bob Dylan), Don’t Let It Bring You Down (Neil Young), One (U2 / Metallica medley) or A Day In the Life (The Beatles) certainly are. Even though he performed each song in a very personal and catchy way, I think he went a bit too far with the quantity of the covers.
Also, the whole set was mostly held in the same style: ballads, ballads and more ballads! He seemed as if he could not get enough of the slow, emotional songs – and he did – without a doubt – sing and play them perfectly, but after two hours I was truly hungry for change.
But I guess this is the style Chris Cornell has found for himself and the path he will continue to perceive. And there is nothing wrong with that, which becomes more than clear when he sings his lyrics and the whole concert hall gets filled up with his voice which completely enfolds you and lets time stop for a moment. He is definitely a great vocalist, and one with the widest vocal range amongst the modern popular artists. But I did miss the harder and louder Soundgarden stuff – I probably had the wrong expectations.

One of the last songs in the encore was a cover of Prince’s Nothing Compares 2 U, who recently died on April 21st. As if Chris Cornell anticipated the artist’s near death, he paid moving tribute to what was one of the most intriguing musicians since the 1980s.

I want to use this moment to commemorate all the fantastic musicians who have left (and will leave) us, not only in 2016 like David Bowie, Lemmy, Prince and more, but any time. May all of them rest in peace and proudly look back on millions of fans whose lives they have enriched with their music.

 

 

Further information / photo credits:
© Chris Cornell, http://www.chriscornell.com
© Fantastic Negrito, http://www.fantasticnegrito.com

Gig Review: Almost Fast, 02.04.2016

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Teil eines interessant kombinierten Abends wurde man am Samstag des 02. April in der Lounge des Wombats City Hostel auf der Äußeren Mariahilfer Straße in Wien. Auf etwas engem, für die Besucheranzahl platzmäßig jedoch ausreichenden Raum fiel schnell auf: das Publikum setzt sich vorwiegend aus treuen Fans, vor allem aber auch TouristInnen zusammen.

© Stillwater Enemies

© Stillwater Enemies

Stillwater Enemies, eine vierköpfige Band aus Österreich, machte den Anfang. Das um 30 Minuten verspätete Set dauerte gut eine Stunde, in der es der Gruppe gelang, mein Interesse an ihrer Musik sicherzustellen. Die vorwiegend raue Mischung aus Grunge mit psychedelischen Ergüssen darf zu Recht als einprägsam bezeichnet werden, erwähnenswert ist vor allem der Titel Hugs And Fucks.
Die Band hat außerdem eine offensichtliche Soundeffekte-Obsession, und das nicht nur an den Instrumenten: in ihrem Set gab es kaum einen Song, in dem der Gesang clean blieb. Logisch ein bewusst gewähltes Stilmittel – manchmal dann aber doch etwas zu viel. Denn auch Musik, die dreckig klingen soll, kann irgendwann zu dreckig klingen. Da die Location zwar ganz nett, akustisch und sound-technisch jedoch mehr schlecht als recht ist, klang leider alles relativ schnell schwammig. Der großzügige Einsatz von Effekten verstärkte das zusätzlich.
In puncto Besetzung nur so viel: Sänger Felipe Tablilla weist eindeutig stimmliches Potential auf und übernimmt auch sämtliche Gitarrensoli an seiner Fender Telecaster. Einziges Manko: er verfällt teilweise in zu monotone Linien – in meinen Augen aber leicht behebbar! Unterstützt wird der Gesang von Drummer Georg, dem die Drumsticks wohl öfter brechen dürften (so wie auch an besagtem Abend). Kurioser Weise hat Frontmann Felipe die ganze Zeit über ziemlich unsichere Blicke ins Publikum geworfen – und hat dennoch um einiges mehr Bühnenpräsenz als seine Kollegen an Rhythmusgitarre (Sebastian Schuh) und Bass (Marc Ecker), von denen man teilweise meinen konnte, sie seien leicht überfordert mit der Live-Situation.
Insgesamt finde ich Stillwater Enemies ist eine coole, druckvolle und fesselnde Gruppe, deren Stärken vor allem in der Rhythmik und Experimentierfreudigkeit liegen. Hörenswert!

almost fast logo

© Almost Fast

Almost Fast betraten um etwa 22:45 Uhr die Bühne. Das Trio aus Wien wurde erst 2016 offiziell gegründet, hat aber ein professionelleres Gesamtbild als viele mir bekannte Bands, die es schon wesentlich länger gibt. Beim ersten Song Fever präsentierte sich im Vergleich zur Vorband eine tonal vielfältigere, allerdings auch weniger druckvolle Stimme: Max Janos Payer. Diese passt aber definitiv zum Genre Pop-Rock, mit dem sich diese Band beschreibt.
Top: die Gruppe sorgte mit ihrer Präsenz für Stimmung und auch dafür, dass sich das Publikum, das zu Anfang des Sets noch eher mager ausfiel, gegen Ende hin erheblich vergrößerte. In Anzügen und Fliegen präsentierte das Frischlings-Trio aus Gesang und Bass (Max J. Payer), Gitarre (Michael Schwarz) und Schlagzeug (Simon Schenk-Mair) die neun Songs ihres Debüt-Albums Undead Symphony aus 2016.
Das Publikum kannte dem Anschein nach die meisten davon, da nicht nur einmal Songwünsche der Zuschauer in den Raum geworfen wurden, darunter vor allem auch der Titel All American Lollipop, bei dem Max J. Payer die Lounge höchstpersönlich mit Süßigkeiten versorgte. Die Band hat eine sehr positive und motivierte Art, was sympathisch ist und einfach gut rüberkommt.
Manchmal wurde der Frontmann dann allerdings etwas zu redselig und fing auch während der Songs an, dazwischen zu quatschen. Das stört die Wirkung eines Songs schnell. Ein definitives No-Go war aber auf jeden Fall das für das Publikum hörbare Nachstimmen der Gitarre von Michael Schwarz zwischen den einzelnen Songs. Ob das ein „Anfängerfehler“ war oder nicht, sei dahingestellt – bitte nicht mehr so machen! Auch schade war, dass nach den Songs 8 und 9, die bereits die Zugabe bildeten, auf weiter anhaltende Zugabe-Rufe des Publikums nichts mehr folgte. Der Grund: „Wir können wirklich nichts mehr spielen!“ – offensichtlich ist das Repertoire bis dato auf genau jene neun Songs begrenzt. Dass also so schnell wie möglich neues Material her muss, liegt wohl auf der Hand.
Alles in allem ist Almost Fast eine Band, die Spaß macht, wenn man auf der Seite des Pop-Rock angesiedelt ist und Lust auf tanzbare Musik hat. Ich wünsche viel Erfolg!

Weitere Infos / Photo Credits:
© Almost Fast, http://www.almostfast.at/home
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Gig Review: Midriff, 11.03.2016

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© Midriff

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Am Freitagabend des 11. März traten Midriff im Arena Beisl auf. Die Tiroler Band, gegründet 2010, widmet sich dem Genre des Alternative bzw. Stoner Rock und ist längst kein Geheimtipp der heimischen Musikszene mehr.

Die Gruppe besteht aus lediglich drei Mitgliedern – hat jedoch eine ungewöhnliche Aufstellung. Während Gitarrist Josh für Melodik und Soli sorgt, übernimmt Bassist Jele die Rolle des „Publikums-Kommunikators“. Der Gesang kommt jedoch von Schlagzeuger (!) Paul, was ich vorher noch nie live erlebt habe.

Der Gig startete um ca. 22:45 Uhr. Irre, wie viel Energie das Trio trotz später Anfangsstunde zeigte! Mit regelmäßigem Platztausch von Gitarrist und Bassist, sowie tighten Doubletime-Wechseln spielte die Band eine gemischte Setlist aus allen drei Alben. Darunter waren die Songs Before I Wake, Pumping Iron (ein eher langsamer Song mit vielen Bendings auf der Gitarre), Broken Dreams, The Machine Force und einige weitere. Lobenswert war ein gelungener Taktwechsel bei der Nummer Safe House, die zwar hart ausfiel, aber trotzdem melodisch blieb – mit einem ziemlich coolen Ende plus Gitarren-Outro. Insgesamt kamen die Musiker dann auf stolze 16 Songs inklusive Zugabe, bei der Motörhead’s Ace of Spades gelungen gecovert wurde.

Dass die Band eine gute Performance ablegte, erwies sich an der stetig wachsenden Zahl der Zuseher im Raum, der sich mit Ende des Konzerts um etwa 00:00 Uhr zur Gänze gefüllt hatte. Die Partylaune wurde, abgesehen von der treibenden Musik, zusätzlich durch eine Runde Jägermeister für alle (ausgegeben von der Band selbst), enorm angehoben. Freier Eintritt und dann noch Stamperl auf’s Haus – wie oft kommt das schon vor?

Midriff haben mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Der wohl wichtigste Aspekt ist jedoch der singende Schlagzeuger. Neben einer relativ hellen, vielseitigen und angenehmen Stimme ist vor allem faszinierend, dass hier keine Unsicherheit, kein schiefer Ton, keine Fehler zu hören waren. Und das betrifft sowohl Stimme als auch Schlagzeug! Zwar konnte man natürlich nicht mehr erwarten, dass das Schlagzeug eine virtuose Hauptrolle einnehmen wird – man konzentrierte sich eben auf die Basics. Aber die waren sattelfest, und dazu noch für jeden Song die Lead Vocals zu übernehmen, ist einfach nur beeindruckend. Es gibt in einer Rockband wohl keine schwierigere Kombination aus Instrument und Gesang, als eben jene mit Schlagzeug. Hut ab!

Weitere Infos / Photo Credits:
© Midriff, http://www.midriff.at

Gig Review: The Vintage Caravan – The Beautiful Tour, 27.02.2016

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Upon recommendation of Roadwolf’s (review) drummer (Vintage Caravan and Dead Lord, come and see them, they (Dead Lord) sound like Thin Lizzy! Totally Thin Lizzy!“) I was looking forward a lot to this gig on february 27th at RedBox in Mödling, Austria.

The line-up listed four bands: High Brian (Austria), Tiebreaker (Norway), Dead Lord (Sweden) and The Vintage Caravan (Iceland).
Since the location is quite a bit outside Vienna, I arrived in the middle of Tiebreaker’s set.

© Tiebreaker

© Tiebreaker

Tiebreaker counts five members: Thomas Espeland Karlsen (vocals), Eirik Wik Haug (guitar), Olav Vikingstad (guitar), Patrick Andersson (bass) and Pål Gunner Dale (drums). The singer was the first one this night to completely convice me. It was not only the strong and rough quality of his voice, but also the amount of feeling he possibly could not hold back during the show. This became obvious through his crazy on-stage movements, especially with his hands – at times he looked like a madman, really, but I just love this sort of thing, it was uncompromisingly authentic. The rest of the band did a great job, too, motivating the audience, but the climax of the show was definitely when Thomas E. Karlsen went off stage and continued his performance down in the audience. The band describes its music as a mixture of rock `n`roll, blues and progressive rock. Though I did not hear blues so much in that set, I several times had the impression of doom-influences in the heavier parts.
With an impressive and energetic performance, Tiebreaker is definitely worth looking into. Their album We Come From The Mountains was re-released worldwide in November 2015 on Karisma Records.

© Dead Lord

© Dead Lord

Next in line were Dead Lord, a quartet of voice & guitar (Hakim Krim), guitar (Olle Hedenström), bass (Martin Nordin) and drums (Adam Lindmark). Founded 2012 by singer Hakim Krim, the band’s major influences are Thin Lizzy (as expected), UFO and Iron Maiden. They consequently play hard rock mixed with early heavy metal, including a lot of guitar solos and harmonies. And it is true indeed – they do sound very much like Thin Lizzy, only that Krim’s reminded me of Gary Moore’s voice more than Phil Lynott’s.
Dead Lord do a lot of twin guitar, which was not perfectly done the whole time, but did rock doubtlessly. They played songs from both studio albums Goodbye Repentance (2012) and Heads Held High (2015), like Hammer to the Heart, Onkalo, Because of Spite, No Regrets (great one!) and When History Repeats Itself. At the end one song somebody in the audience screamed “Hank!“ – and the band’s reaction was flawless: Krim looked at the fan, then at the band, merely said „She wants to hear ’Hank’!“ – and off they went playing the song. That’s the spirit!
The success of the group is well earned, considering their instrumental talent as well as their ability to do a great live show. I could not help myself buying both albums instantly at the merch that very evening – they’ve definitely won a new fan! But after listening to the albums, I must say the voice sounded much better live. Usually it’s the other way round, so there is not much to worry about. But maybe the current producer(s), i.e. also Nicke Andersson from Imperial State Electric (review), could improve their job on the vocals?

© The Vintage Caravan

© The Vintage Caravan

For the evening’s grand finale, The Vintage Caravan rolled onto the stage. This band from Iceland formed in 2006 but got serious on professionalising their music in 2009. The members Óskar Logi Ágústsson (vocals, guitar), Alexander Örn Númason (bass) and Stefán Ari (drums) were first signed to Sena (Iceland’s biggest label), but switched to Nuclear Blast Records a few years later, the same label Graveyard (review) are signed to, who I had to think of a lot during their show. They have released three studio albums so far. I was really impressed by the quality of the band’s music and performance. It is rare to find such young artists on this high level of proficiency.
In comparison to Dead Lord, The Vintage Caravan sounded more aggressive and modern, whilst influences from the 1960s and 70s of bands like Led Zeppelin, Cream and the like were impossible to overhear. Honestly, by the impression I got from name and artworks, I expected The Vintage Caravan to be a psychedelic project – the music was not very psychedelic, though. The lyrics might be, in some cases, the music is much more classic hard and prog rock, however.
Óskar L. Ágústsson was the third singer that night to convince me with his vocal ability. Though his voice might not be as rough as those of his tour colleagues, it is very melodic and a pleasure listening to.
The band prove versatility by including a wide range of interesting elements and effects in their songs. That night they played tracks like Shaken Beliefs (cool choir-like parts!), Let Me Be (“a party song!“), Innerverse (amazing intro), Crazy Horses, Cocaine Sally and the incredibly catchy Expand Your Mind. And whilst rocking the stage, they did not fail to bond with the audience and make sure to leave a very sympathetic impression.
Conclusion: The Vintage Caravan is a young, high-quality music project that understands how to maintain a vintage sound while adding a fresh and modern twist. Absolutely recommendable!

Further information / photo credits:
© Tiebreaker http://www.tiebreakerofficial.com

© Dead Lord http://deadlord.com

© The Vintage Caravan http://www.thevintagecaravan.eu

Gig Review: Ryotts, 28.02.2016

Blog, Gig Review

Sonntagabend, Stadtbahnbögen, 20:30 Uhr. Dem Wochentag entsprechend befanden sich nur wenige Zuhörer im Wiener B72. Man fühlte sich beinahe wie auf einem Privatkonzert.

im a sloth logo

© I’m A Sloth

I’m A Sloth hieß die erste Band, bestehend aus drei Mitgliedern: Schlagzeuger (Andreas Kuzmits) und zwei Frontfiguren (Bernhard Drexler, Flora Ska) die sich sowohl mit den Vocals als auch ihren Instrumenten (Gitarre und Bass) im Laufe ihres Sets abwechselten. Schon nach den ersten Sekunden war klar: das ist Stoner Rock. Wem Bands wie die Crispies (Review) gefallen, sollte hier mal reinhören.

Frontmann Bernhard Drexler hat ein eher helles Timbre und wird ganz offensichtlich gerne laut. Auch beim Reden hat er eine ziemlich einprägsame Stimme. Kollegin Flora Ska dagegen hat eher was düsteres in ihrem Gesang, der anfangs ziemlich monoton ausfiel, gegen Ende des Konzerts dann aber doch noch mehr Potential zeigte. Beim prinzipiell interessanten Auftritt waren es letztendlich allerdings einige Pannen, die die Show in keinem guten Licht enden ließen:
Beim zweiten Song verlor Bernhard Drexler seinen Gitarrengürtel – oh je. Kompliment an die gelungene „Scheiß’ drauf“-Attitüde, weitergespielt wurde trotzdem. So eine E-Gitarre ist ja aber nicht unbedingt handlich im Stehen, da wurde schon ein wenig gekämpft. Aber gut, kann ja Mal vorkommen! Beim vierten Song passierte es dann aber nochmal – und das war dann schon fragwürdig. Als Draufgabe hat er dann bei einem Song, für den Plätze getauscht wurden (also Gitarre gegen Bass), durch wilde Sprünge seiner Kollegin die Gitarre abgesteckt. Der Gurt ist eine Sache, aber einem Kollegen so reinzupfuschen, dass man das Instrument dann nicht mehr hört (!) darf echt nicht passieren. Schade!

sungazer logo

© Sungazer

Nach dem etwa halbstündigen Set der ersten Band kamen etwas später gegen 21:30 Uhr Sungazer aus Wien auf die Bühne. Mit zwei Bandmitgliedern mehr kam man hier auf ein Ensemble aus Bass (Damien), siebensaitiger Gitarre (Johannes), Schlagzeug (Lucas), Keyboard (Martin) und Gesang (Felicitas).
Journey Under Stars, der erste Song, begann und eine wunderschöne melodische Stimme legte sich über ziemlich klassische Metal-Riffs. Was dabei rauskommt: Symphonic Metal. Dieser Kontrast, zusätzlich mit den Keys, verleiht dieser Band eine mystische Aura, die allem Anschein nach ganz bewusst angepeilt wird. Mit einem ausgesprochen begabten Gitarristen, tighten Drums und Songtiteln wie Guided, Beneath the Grass oder A Nightingale’s Tale auch ziemlich gelungen! Einzig beim Bassisten war ich unschlüssig – teilweise zu laut, dann wieder zu wenig präsent. Beeindruckt war ich hingegen vom Piano-Intro der dritten Nummer Oceans Away, gefolgt von einem der vielen stolzen Gitarrensoli, die sich offensichtlich obligatorisch durch jede Nummer ziehen. Allerdings hätte ich mir hier manchmal gewünscht, Gitarrist Johannes würde an manchen Stellen länger ausharren. Die Läufe waren bei beachtlichem Tempo alle einwandfrei gespielt, keine Frage. Aber oft stellte sich einfach kein Ruhepunkt ein. Es ist wohl eine Frage des Geschmacks.
Generell aber funktionieren die Instrumente hier miteinander sehr gut, jeder bringt passende Fills ein, was fehlt sind aber eindeutig Backing Vocals. Da Sängerin Felicitas eine sehr schöne, aber auch sehr hohe Stimme hat, wäre es empfehlenswert, das durch ein paar Männerstimmen auszugleichen und abzurunden.
Zu sehen sind Sungazer das nächste Mal am 11.03.2016 im Wiener Escape.

© Ryotts

© Ryotts

Headliner des Abends waren die Ryotts aus Oberösterreich, die in Wien ihren Album-Release für das zweite Studioalbum Universe veranstalteten.
Nachdem ich diese Gruppe als Vorband von FREDDIE RED (Review) im Wiener Shelter einmal verpasst hatte, die letzten fünf Minuten ihres Sets allerdings noch hören konnte (und die waren echt gut!), wollte ich mir unbedingt bei nächster Gelegenheit einen kompletten Auftritt ansehen. Um 22:30 Uhr dieses Abends war es dann endlich so weit.
Als ich den Sänger hörte, wusste ich wieder genau, warum ich diese Band sehen wollte. Oliver Zinhobl hat eine kraftvolle, beeindruckende Stimme, die definitiv auf die Bühne gehört. Auch showtechnisch lassen die Ryotts nicht zu wünschen übrig – das Publikum wurde total mitgerissen (auch, wenn es an diesem Abend ein kleines war). Bass (Jürgen Wachholbinger) und Schlagzeug (Thomas Buchinger) arbeiten gut zusammen, die Gitarren (Oliver Zinhobl, Bernhard See) passen, das Gefüge stimmt. Am Ende kommt dabei dann etwas heraus, das die Band selbst als Modern Grunge bezeichnet.
Aber was war dann los? Beim dritten Song Cocktail (Oliver Zinhobl: „Zu Deutsch: ‚Schwanzschwanz’“) hat noch alles gepasst. Dann riss Bernhard See eine Saite. Die Pause, um dieses kleine Missgeschick zu beheben wurde für ein cooles Schlagzeugsolo genutzt. Dann ging es allerdings stimmlich ziemlich bergab: beim nächsten Song Message to My Kid waren zunächst ein paar schiefe Töne dabei. Bei der fünften Nummer Universe (deren Titel das neue Album trägt) wurde momentweise stimmlich ganz ausgesetzt. Beim siebenten Song Trots war die Stimme dann offensichtlich angeschlagen, bis angekündigt wurde, dass die nächste Nummer Drug Addict die letzte sei. Deep Water wurde somit nicht mehr gespielt. Das war wirklich schade, schließlich hatte ich mich echt auf dieses Konzert gefreut. Trotzdem bin ich sehr froh, die Ryotts gesehen zu haben, und freue mich auch auf die nächste Gelegenheit. Die stimmliche Verfassung erklärte mir Oliver Zinhobl dann nämlich noch: „zu viel gefeiert die letzten Tage, außerdem hatte der Bernhard Geburtstag…“ Aso. Na dann ist das zum Glück ja nur temporär!

Mehr Infos / Photo Credits:
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© Sungazer http://www.bandpage.com/Sungazer
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Gig Review: Wishbone Ash, 11.02.2016

Blog, Gig Review

 

© Wishbone Ash

© Wishbone Ash

 

In course of their „ROAD WARRIOR“ tour, Wishbone Ash did a show at Vienna’s Reigen on the evening of february 11th. The location was perfect for the event, regarding not only capacity and ambience, but also its great sound quality. The people in the audience were mostly, well, about 50 years old – which is of course not surprising, considering the band was founded in 1969. I am still glad, though, that there were a few young people, too – such a shame to miss out on a group like this one!

Wishbone Ash – a British band who counts its 45th year, are now on the road in a group of four, with Andy Powell (guitar, vocals) being the only founding member left. Like so many other great rock bands, Wishbone Ash has undergone lots of changes considering band members. The momentary line-up is completed by Bob Skeat (bass, backing vocals), Muddy Manninen (guitar, backing vocals) and the fairly young Joe Crabtree (drums).

After opening the show with The Power of Eternity, they presented some material from their latest and 25th studio album Blue Horizon, which was released in february 2014. They selected the tracks Deep Blues and Way Down South. The most songs, however, were from their third album Argus: Sometime World, Throw Down the Sword, Blowin’ Free and Warrior (one of their greatest, to be sure).
Furthermore, they played evergreens such as Open Road, Front Page News, Rock ‘n‘ Roll Widow, The Pilgrim, Heavy Weather and Living Proof.

The crucial thing about Wishbone Ash’s sound are the twin guitars, the band itself listing Thin Lizzy and Iron Maiden (among others) as musical influence. As simple as the idea of simultaneously playing one and the same tune on two guitars may seem: it is not that easy, especially if supposed to have significant stylistic effects. It has to be done with perfect accuracy – or else it is bound to be most irritating for any listener. On that account it is only right to say that Wishbone Ash have perfected this style for their music. How the two guitarists completed each other’s playing during differing parts, however, is probably even more impressive. It was like two instruments having this really unique sort of dialogue where both parties understand what the other wants to say – and not say – at all times. While I had the impression that Powell played more of the solos, Manninen was sure to impress the audience with his glissandi skills (with and without bottleneck). I was no less convinced by bassist Bob Skeat, who played the craziest parts with such ease, constantly smiling, as if he was merely having his morning coffee on a free day. The critical point for me were the drums, which were pretty lax the whole time – I think Joe Crabtree should put a lot more energy and force into his performance.

As last song of the encore they played Phoenix, a ten-minute instrumental track. It was a truly great concert, everything was right: the mood, the band, the audience. The only disappointment for me was that they did not play my favourite song: Helpless. I am afraid that will have to wait until next time.

Further information / photo credits:
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Festival Review: Desert Winter Sun – Stoner Rock Festival Vienna, 29.01.2016

Blog, Festival Review

Nach drei Sommereditionen im August stieg das „Desert Sun“-Stoner Rock Festival nun um die zur Jahreszeit passende Erweiterung „Desert Winter Sun“ am 29. und 30.01. im Viper Room Vienna. Ich war an dem ersten der beiden Tage vor Ort und traf auf folgendes Line-Up:

Mothers of the Land (Wien)
Ultima Radio (Graz)
PROTOTYPER (Wien)
KRPL (Graz)
Blue Pail Fever (Wien)
UGF (Oberösterreich/Bayern)

© Mothers of the Land

© Mothers of the Land

Bereits um 18:45 legten Mothers of the Land mit ihrem Set los. Dieses dauerte zwar, wie vorgesehen, etwa 45 Minuten – die Band verlor wegen technischen Problemen aber einiges an wertvoller Zeit. Prompt als die Gruppe startete gab es Probleme mit dem Topteil von Gitarrist Jack – leider verstummte sein Instrument völlig, und es dauerte zwei ganze Nummern inklusive Pause, um das Problem zu beheben. Sichtlich angespannt spielte der Gitarrist dann auch den restlichen Gig hindurch. Während des Ausfalls stemmte Gitarrist Georg das melodische Gewicht, was aber durchaus gelang, da Mothers of the Land einige Zeit sowieso „nur“ ein Trio waren. Ganz richtig stellte er klar, dass nicht immer alles glatt laufen könne – dennoch zehrte der technische Ausfall an der Gesamtperformance. Und obwohl ich sie schon in besserer Form gesehen habe (nachzulesen hier): Mothers of the Land ist eine Wiener Instrumentalgruppe, die aufregenden, authentischen Heavy Rock spielt und ich jedem nur ans Herz legen kann – Songs wie Cold Sun, Temple Without Walls und All the Way sind wahre Juwelen, die jedes Mal mitreißen. Es ist eine Band, die man sich einfach verdammt gerne anhört. Und sobald das Album fertig ist, kann man das auch endlich jederzeit tun.

© Ultima Radio

© Ultima Radio

Es folgte Ultima Radio, eine Grazer Band, die im Vergleich eher psychedelisch unterwegs ist – was man bereits beim Soundcheck des Sängers hörte, der ziemlich exotische Töne von sich gab. Die Truppe trat an diesem Abend zu fünft auf, mit Zdravko Konrad am Mikrofon, Julian Jauk und Benni Krause an den Gitarren, Stefan Scherer am Bass und Peter Namdar am Schlagzeug.
Diese Band wirkte auf mich wie eine zufällig bunt zusammengemischte Gruppe, bei der viel gewollt und noch mehr getan wird – nur, dass eben nicht alles ganz zusammenpasst. Stimmlich war ich vom Sänger beeindruckt – dieser scheint viel Inspiration aus fernen Ländern wie beispielsweise Marokko (mit dem passenden Song Moroccan Honey) zu beziehen und mischt verschiedene Elemente zu einem auffälligen Ethno-Stil zusammen. Allerdings passen mir dazu die straighten Instrumentalisten nicht: eine Gitarre ging in Richtung Ska-Punk, die andere war eher Stoner-typisch statisch, das Schlagzeug erinnerte dagegen an braven Pop (bitte mehr reinhauen!). Einzig der Bassist harmonisierte mit den Ideen der Songs – wenngleich auch hier mehr gewagt werden dürfte. Ich finde Ultima Radio durchaus interessant, beeindruckt war ich von zwei Stellen innerhalb eines Songs, wo kurz alles verstummte und Sänger Zdravko Konrad ohne Mikrofon (!) weitersang – und wie! Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, wusste ich jedoch immer noch nicht ganz, woran ich war. Reduktion wäre hier wohl einen Versuch wert.

© PROTOTYPER

© PROTOTYPER

PROTOTYPER, die nächste Band des Abends, gegründet 2011 in Wien, hat vor fast einem Jahr ihr Debütalbum Cities veröffentlicht. Laut eigenen Angaben spielt die Gruppe Sludge und Stoner Rock. Die nötige Power an den Instrumenten, die mir bei der vorangegangenen Band fehlte, war hier auf jeden Fall vorhanden. Großes Kompliment geht hier vor allem an Schlagzeug-Maschine Christoph Schwaiger für eine extrem tighte Leistung an den Drums. Dafür musste man als Zuhörer nun Abstriche beim Gesang machen – diesbezüglich zeigte Ultima Radio mehr Potential. Zu monoton fielen hier Martin X. Forsters Lines aus, und sobald mehr versucht wurde, waren schiefe Töne dabei. Zu wenig Melodik führt bei der Band in diesem Fall dazu, dass die Songs zum einen sehr ähnlich klingen, zum anderen keine Nummer wirklich ins Ohr geht.
Alles in allem klingt die Musik von PROTOTYPER wie ein Modern Grunge-Projekt mit partiellem Nirvana-Verschnitt.

© KRPL

© KRPL

Instrumental ging es mit dem Trio KRPL aus Graz weiter. Gegründet 2014 arbeiten die Musiker momentan an ihrem Debütalbum, dessen Erscheinungszeitraum allerdings noch nicht bekannt ist. Hier handelt es sich um eine Band, die sich selbst und ihre Musik wohl nicht allzu ernst nimmt. Daher konnte ich es auch nicht wirklich tun. Spätestens nach der dritten Nummer war ich (trotz gutem Schlagzeuger) total gelangweilt. Es ist immer schwierig, ohne Vocals das Publikum zu fesseln. Allerdings zeig(t)en Mothers of the Land vor, wie man es richtig macht: mit spannenden Riffs, kreativen Fills und catchy Melodien. Davon konnte ich bei KRPL kaum etwas entdecken.
Dennoch ist zu sagen, dass die Band auf jeden Fall eine definitive Fan-Base vorweisen kann – so mancher im Publikum war komplett aus dem Häuschen.

© Blue Pail Fever

© Blue Pail Fever

Die Enttäuschung des Abends sollte jedoch noch folgen – in Form des Duos Blue Pail Fever. Die Sludge Punk-Musiker aus Wien lieferten schon beim Soundcheck Aussagen ab, die total daneben waren. Dies ging sogar so weit, dass der Tontechniker drohte, ihren Auftritt abzusagen. Spätestens hier lenkten sie ein und fingen mit ihrem Set an. Dieses trug jedoch nicht dazu bei, sie in ein besseres Licht zu stellen. Eintönige Riffs, fragwürdige Lyrics und arrogantes Gehabe zeichneten die Schlagzeuger-Gitarristen-Kombo aus und brachten einige Leute (einschließlich mich) dazu, schleunigst das Weite zu suchen.

Daher habe ich auch die letzte Band des „Desert Winter Sun“-Festivals Tag 1, UGF, nicht mehr gesehen.

 

 

Mehr Infos / Photo Credits:

© Viper Room Vienna, http://www.viper-room.at
© Mothers of the Land, http://www.soundcloud.com/mothers-of-the-land
© Ultima Radio, http://www.youtube.com/ultimaradiochannel
© PROTOTYPER, http://www.prototypermusic.com
© KRPL, http://krpl.bandcamp.com
© Blue Pail Fever
© UGF, http://undergroundgroovefront.bandcamp.com

Gig Review: Whitesnake – The Purple Tour, 19.11.2015

Blog, Gig Review

The concert started right on time at 8 pm at Vienna’s Planet.tt Gasometer.

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The Dead Daisies, an Australian band I admittedly had not heard of before, came in support of the main act, promoting their latest album Revolución.
Judging by the logo, I thought they were up to play some punk music, but what they actually – and rather logically – did was hard rock. Generally, The Dead Daisies are a highly professional musical collective, with lots of musicians linked to bands such as Guns N‘ Roses, The Rolling Stones, Thin Lizzy and many more. So as the lights went off, they were announced by Led Zeppelin’s Whole Lotta Love guitar riff, fused with Black Sabbath’s War Pigs lyrics.
This time, they came in a pack of six: singer John Corabi (who also sang in Mötley Crüe) was vocally backed by lead guitarist Richard Fortus (who looks frighteningly similar to Ronnie Wood from The Rolling Stones), an incredibly friendly-looking rhythm guitarist whose name I was not yet able to find out (it was not David Lowy), bassist Marco Mendoza and keyboardist Dizzy Reed. Last but not least there was the insane drummer Brian Tichy, frequently throwing up his drumsticks metres high into the air – catching them again a few seconds later (most of the times, anyway).
They opened their set with Midnight Moses and continued with songs such as Evil, Mexico or Lock’n’Load. In the end, they finished off by covering The BeatlesHelter Skelter…which was of course harder than the original version.
The Dead Daisies are a band that’s really got it together, showing energy and fun while performing, and were thus an ideal motivator for the audience for what was to come up next: Whitesnake.

whitesnake_bandThis time, the announcement’s Led Zeppelin-riff was fused with James Brown’s Sexmachine – indeed an interesting combination.
Having released their latest „Purple Album“ (a compilation of the three Deep Purple albums from the time when David Coverdale was their singer) on May 15th this year, Whitesnake are currently on Purple Tour through Europe.
It is thus self-explaining that there were no new songs to be heard that night. So Whitesnake took a pretty safe path playing all their own evergreens (e.g. Love Ain’t No Stranger, Fool for Your Loving, Here I Go Again and Still of the Night in the encore), but mainly Deep Purple’s old hits, such as Burn, The Gypsy, Mistreated, You Keep On Moving, You Fool No One as well as Soldier of Fortune (played with only one acoustic guitar, or, as Coverdale called it: „a nice piece of wood“), which was the part of the evening where I truly had to hold back by tears, considering this song to be one of my absolute favourites of all bands – all time.
Coverdale certainly is one of the best singers within the hard rock (and partly hair metal) genre, which he proved once again. Even though I would have hoped for a few more of the slower songs, since those are also a strength of his, in contrast to his falsettos and rough parts.

Like on every great and legendary rock concert, you can be sure of hearing extended solos in the form of one-man-shows with nobody else on stage. So, first came guitarist Reb Beach, followed by guitarist Joel Hoekstra, who were „competing“ for the better solo; then came drummer Tommy Aldridge, who first went crazy with his drumsticks, only to throw them into the audience a few minutes later and continue playing without them, banging the drums with his bare hands – amazing! It wasn’t exactly an outstanding solo, I’ve heard more interesting ones, but the way he played it was something I hadn’t seen before. Special credits go to his steady double bass which was flawless even while standing.
The other touring musicians are the Italian Michele Luppi on keys and the rather young (and vocally very talented) bassist Michael Devin.

The atmosphere and musicians‘ vibes of this gig reminded me very much of the AC/DC gig in May: old but gold rockers who know they have achieved everything, yet happily continue doing what they love so much – just for the hell of it…always with a smile on their lips and a bit of madness in their eyes.
Raising awareness of the current happenings around the world, Mr. Coverdale chose the words for that night’s goodbye as follows: „Thank you for having the courage to come here, Vienna; be safe and happy and don’t let anyone make you afraid!“


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Gig Review: Graveyard – Innocence & Decadence Tour, 09.11.2015

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What happened on this year’s November 9th is the best example for a win-win situation: both Swedish bands Backyard Babies and Graveyard released their latest albums in August and September, which means that both of them are currently on tour. Since they were about to come to Vienna on the same day, they simply fused their shows, bringing along three more Swedish support bands. So for the price of one act, you got to see five – how often does that happen? Exactly.

The first of five Swedish bands I saw on the evening of November 9th were three young women in red overalls, who followed JUNKSTARS, a band I unfortunately did not manage to see. They came in support of Backyard Babies.
heavy tigerThe female musicians call themselves Heavy Tiger, a name which at first sounded and looked like heavy metal to me. This assumption was wrong, though (Misleading Band Names, the 1st). What followed was some steady classic rock – or, as the band calls it, „High Voltage Rock ’n‘ Roll“. High voltage can indeed be confirmed, for I cannot recall having seen such energetic female rockers live on stage…ever. I was thus very pleased to see these girls with songs such as Chinatown, Girls Got Balls or Heavy Tiger (short but great guitar solo!), which are all to be found on their debut album Saigon Kiss from 2014.

With Maja Linn’s dynamic guitar and vocal performance, backed by solid bass (Sara Frendin) & drums (Astrid Carsbring), this power trio has what I like to call a good foundation. I approved of the way the musicians presented themselves on stage: no explicit front figure, instead guitarist and bassist chose to arrange themselves slightly in front of the drummer’s left and right side. Switching singers (Carsbring took over for one song) and choreographical elements added quality to the performance. Even though the whole thing would look even better with bassist Sara Frendin being less static. The other thing is that Heavy Tiger played songs that were good, but all similar in style, there was no contrast within their set. I would recommend to always include something that is a bit different from the main idea, no matter how little time there is on stage, to prove yourself versatile, which I definitely trust this group to be.

 

imperial state electric

This band, formed by Nicke Andersson after the break-up of The Hellacopters in 2008, is a true gem. Imperial State Electric is a band that successfully pursues real rock music. The group came in support of Graveyard.

The group consists of Andersson (vocals, guitar), Dolf de Borst (bass, backing vocals), Tobias Egge (guitar, backing vocals) and Thomas Eriksson (drums), whereby the formation underwent several constellations throughout the gig. Andersson is singing most of the time, for one song, however, Egge became the singer. At first I thought this wasn’t such a good idea, because his backing vocals hadn’t convinced me up until then. I was thus really surprised that he actually did have a powerful voice! For another song, de Borst handed his bass to Egge, and took over the vocals as new „frontman“. De Borst, in contrast to the more melodic and bright Egge, had a rougher sound. Things like switching instruments and singer are so fantastic because they prove how talented and experienced the musicians are, guaranteeing very high quality, especially if everything goes right, which it absolutely did. Fascinating, too, was that all three singers have completely different voices and timbres – so within one setlist, ISE practically created three bands instead of one. Nevertheless, Andersson is the most talented singer of the three, and the best choice for a frontman.

Though I simply could not tell which band or artist exactly ISE reminded me of, there was hardly a rock band it didn’t remind me of. These musicians seem to be taking out all the good bits and pieces of several great rock bands, be it Guns N‘ Roses, The Darkness, The Who: name it and you will find something of it in Imperial State Electric’s music. This does not mean that they simply copied – they do have their own style, but you can hear that they know rock music – and you can see it, too: their performance included perfectly simultaneous twin guitar sequences, a by-the-way Day Tripper riff within a song, and last but not least a great ending, where all three singers fell to their knees at once. Well done!

 

backyard babies

My expectations for Backyard Babies were high, considering that this band exists for over twenty years, got a Swedish Grammy and supported artists such as Alice Cooper, AC/DC or Motörhead.

Founded in 1987, singer Tobias Fischer was replaced by Nicke Borg after only two years. By Borg’s side are Dregen on lead guitar, who also had several projects with Nicke Andersson from ISE, Johan Blomqvist on bass and Peder Carlsson on drums. The group functions, definitely, the musicians are mostly energetic (especially DregenBlomqvist not so much) and work together – but I expected more. Even though they call their genre rock ’n‘ roll, I think what they do is punk rock. Or did, since it seems their best days are over. The first half of the show did have a rough and punky edge considering the songs, but it all turned shallow toward the end, with songs like Th1rt3en or Nothing, White Light District or Bloody Tears from the latest album Four By Four. Their melodies were nothing special, the lyrics boring. It almost sounded like pop music in the end – some sort of Bon Jovi trying to do punk rock. The track Wasted Years was not an exception – but that one had a catchy tune, I’ll give them that.

 

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Finally, Graveyard made their way onto the stage. Graveyard, too, is a band from Sweden, which formed in Gothenburg in 2006. On September 25th they released their new album Innocence & Decadence, from which (among others) they included the fantastic track Too Much Is Not Enough and The Apple and the Tree in that night’s setlist. There was no greeting, the band started playing right away, and actually kept on – without break – for the rest of the show.

Not knowing too much about Graveyard, I was not sure what exactly to expect (Misleading Band Names, the 2nd) – besides being aware of the band defining itself as a classic heavy rock, blues and psychedelia group I only knew a few songs beforehand, mostly from their second album Hisingen Blues. From that album, released in 2011, Graveyard played the cover title Hisingen Blues, Buying Truth, as well as The Siren in the encore, which is one of their best-known singles – and in my eyes the best song of the gig.

It was interesting to see that while during the first half of the concert guitarist Jonathan Ramm was doing most of the solo-work, it was singer Joakim Nilsson who presented his guitar skills in the second half. I was impressed by the fact that this did not diminish his vocal performance at all – Nilsson has an incredibly strong and uncompromising voice, which he proved throughout the whole show. Moreover, the singer shows great variety in style, that ranges from melancholic blues tunes to high and loud screams. The only thing that puzzled me about him is that on one hand you have this great performance, while on the other Nilsson seemed to be sort of tired or down – but maybe that is just his way, who knows.

Jonathan Ramm as well as bassist Truls Mörck, who replaced past member Rikard Edlund, seemed rather unmotivated to me throughout the set. This was actually the overall-impression I got from Graveyard, even if they played really well. The only exception, in that respect, was drummer Axel Sjöberg, who can doubtlessly be called a living machine. He seemed to be putting his whole self into this show – and I am confident he does so every time. Generally, Graveyard have quite a hard, edgy sound, with a few calm, bluesy parts „sprinkled“ over the songs. Interestingly – and with good reason -, those were exactly the parts the audience loved most. I would have hoped for more, because that is the style which in my eyes fits the band’s sound and strengths best, but it remained exclusive in that night’s setlist.


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Gig Review: Psycho Village, 30.10.2015

Blog, Gig Review

Am Abend vor Halloween versammelten sich sechs Bands im Wiener Viper Room zu einem musikalischen Potpourri:

apollon’s return
Still Thinking
Rocky Mc Callister
Pink Moon
Psycho Village
Shade of Illusion

 

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Ich traf zum Beginn der Gruppe Rocky Mc Callister ein, die beim Soundcheck – zu meiner Freude – etwas punkig klangen. Die 2012 gegründete Band aus Strasshof, bestehend aus vier Musikern (Josko – Vocals/Guitar, Bizzy – Vocals/Guitar, Börni – Vocals/Bass/Trumpet & Matuz – Drums) konnte mich allerdings nicht überzeugen. Denn obwohl das Repertoire der Truppe durchaus sing-along Material beinhaltet (was ja zur Fan-Gewinnung kein schlechter Ansatz ist), handelt es sich beim Frontmann um einen der stimmlich wenig begabten Sorte. Töne-Treffen kam hier nur selten vor, gleiches gilt für die Backing Vocals des Bassisten. Die des zweiten Gitarristen waren stimmlich zwar schon eher in der richtigen Gegend, allerdings zu schüchtern.
Abgesehen vom relativ tighten Drummer war die Band instrumental eher bescheiden unterwegs (Taktschwierigkeiten, nicht-simultane twin guitar-Parts, …) – was ich mir bei Punk noch einreden lasse. Dass dann aber so gut wie jeder Song schnulzige Lovesong-Lyrics aufweist, passt wiederum nicht ins Bild.
In meinen Augen muss hier noch viel gemacht werden – eine kleine, aber tüchtig mitsingende Fangemeinde gibt es hier dennoch.

 

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Veränderung erwartete das Publikum bei Pink Moon. Im Vergleich zu vor ein paar Monaten stellt man nun fest: Glockenhosen weg, Mantel weg, Haare ab. Kündigt sich hier ein Imagewechsel an? Im kurzen 30-Minuten-Set präsentierten die vier Musiker u.a. drei brandneue Songs, darunter Fly Away – die beste Nummer des gesamten Abends. Bei einem gut durchdachten Aufbau sowohl stimmlich als auch instrumental durchaus verdient. Besonders positiv: die deutlich hörbare Steigerung des Sängers Alexander Baulesch, der sich nun auch in etwas tieferen Lagen wohlzufühlen scheint.
Vielleicht ist es nach dem Optischen nun auch Zeit für ein paar veränderte Sound-Einstellungen? Vorschlag: Stimme lauter, Gitarre leiser und weniger Bass-Distortion.

 

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Der Headliner des Abends war Psycho Village, eine zuweilen ziemlich erfolgreiche Band: drei Top-10-Singles in den österreichischen Download-Charts, knapp 10.000 verkaufte Tonträger und Auftritte mit u.a. Placebo, Imagine Dragons, Queens of the Stone Age und Korn lassen hohe Erwartungen entstehen.
Tatsächlich hatte man gleich beim energetischen Einstieg den Eindruck, hier ist ein Trio, das weiß, was es tut. Vor allem Sänger Daniel Kremsner darf sich getrost Rampensau nennen. Daumen hoch gibt es auch für die Filmleinwand im Hintergrund. An dieser Stelle endet das Lob allerdings – viel mehr war nämlich nicht dahinter.
Kremsners Stimme ist zwar kräftig, aber nicht präzise. Ohrwurm-Potential mag der ein oder andere Song – beim ein oder anderen Teenie – vielleicht haben, doch spätestens beim Cover von Ushers DJ Got Us Fallin’ In Love kam ich mir vor wie im falschen Film. Ohne an dieser Stelle auf die musikalische Fragwürdigkeit des Originals eingehen zu wollen, muss ich doch klar stellen: das war ein eindeutiger Reinfall. Musiker, die sich als Modern Rock / Post-Grunge – Gruppe definieren, und dann sowas? Ich bin der letzte Mensch, der Covers ablehnt, vor allem wenn man dem Original eine persönliche Note verleiht. Sie sind wohl nicht zuletzt der sicherste Weg, das Publikum mitzureißen – ein paar Gedanken zu Titelauswahl und Interpretation sollte man sich dennoch machen.
Vielleicht hatte die Truppe einen schlechten Tag, vielleicht ist aber tatsächlich nicht mehr dahinter – eine Annahme, die durch das Fehlen jeglicher Zugabe-Rufe plausibel erscheint.

 

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Abschließend betraten Shade of Illusion die Bühne. Drei Instrumentalisten (Drummer, Bassist, Gitarrist) und eine Sängerin, alle vier im Grunde in Ordnung. Instrumental hält man sich hier an gängige Rock-Schemen, die zwar keine großen Überraschungen beinhalten, aber solide sind. Training in puncto Sicherheit und Tightness ist aber auch hier sicherlich nicht verkehrt.
Die ersten angestimmten Töne der Frontfrau hatten auf mich einen durchaus positiven Eindruck: mit einem eher tiefen Timbre hört man der energiegeladenen Sängerin gerne zu. Bald aber wurde klar, dass sie sich ausschließlich in tiefen Lagen beweisen konnte. Sobald höhere Tonlagen oder Schleifer nach oben kamen, kippte die Stimme. Das Halten von Tönen erfordert Übung und ist alles andere als einfach – gleichzeitig aber auch unbedingt notwendig.

 

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Zu den beiden ersten Bands apollon’s return (Experimental Rock) und Still Thinking (Alternative / Indie) habe ich es an dem Abend leider nicht geschafft. Aber der nächste Gig kommt bestimmt!

 

Mehr Infos / Photo Credits:

https://soundcloud.com/pinkmoontheband ©

https://soundcloud.com/shadeofillusion ©

http://www.psychovillage.com/ ©

http://www.rockymccallister.com/ ©

© Still Thinking

© Apollon’s Return

Gig Review: John Mayall, 28.10.2015

Blog, Gig Review

Going to this gig was a true impulse action, since it would be inadequate calling myself a John Mayall-fan. Knowing his impact on British Blues, however, I did not want to miss out the opportunity to see a musician who had so much influence on the development of a whole genre.

John Mayall, or „The Godfather of British Blues“, as he is often referred to, began publishing blues music with his Bluesbreakers in the early 1960s and has since had lots of projects with musicians such as Eric Clapton and Jack Bruce (who later left to form Cream) or Peter Green, John McVie and Mick Fleetwood (who became Fleetwood Mac), as well as Mick Taylor who joined the Rolling Stones. It is thus obvious that this man is a talent one should not miss out on seeing.

So there we were, my brother and me, standing somewhat in the middle of the crowd at Porgy&Bess in Vienna. And to make things official: I shall not go to a sold-out concert there ever again. The heat was unbearable, the air unbreathable. Moreover, we had to wait ages before we were even able to get into the club, and then the staff forced us to hand over our jackets – a thing I rarely do when going to a concert. I was thus quite displeased with the location, even though it does have a nice ambience.

But now to the music. There were some things about John Mayall and his group (Rocky Athas on guitar, Greg Rzab on bass and Jay Davenport on drums) that did impress me, such as Mayall switching back and forth between guitar, harmonica and keys while singing the entire set by himself – which does include the risk of hitting a few wrong keys not even Mayall was immune to. The drummer was fantastic, and the bassist had some impressing tricks which he showed off during his solo towards the end of the show. I was also convinced by the strength and quality of Mayall’s voice.

The guitarist, however, left a rather meek impression on me. Generally, the setlist and song arrangements were – sadly – quite boring. When going to a blues concert, what I expect to hear are pain and agony – which is mainly what the Blues is about. But Mayall and band seemed to find it more fitting to play mainly happy clap-along songs. Is it because that is what the audience craves? I, personally, was quite disappointed. Within the two-hour set there were only two or three „deeper“ songs, including Dirty Water and Stormy Monday, which were the two highlights of the evening. During Stormy Monday was the only time I felt goosebumps (or rather bluesbumps, as I now find to be the more fitting term) – which, for a true blues gig, is simply not enough.
It is not as though Mayall does not have tons of songs like that in his repertoire – he just did not play them. And the question remains: why?

Comparing Mayall to Eric Burdon – another blues legend – whom I saw in summer at the Lovely Days Festival 2015, my expectations were definitely not fulfilled. I cannot be mad with the man though. He did really put his energy into the show and had such a warm and welcoming attitude – maybe the next concert will be at a better time, at a better venue, with a more exciting setlist.

 

Film Review: „Janis: Little Girl Blue“

Blog, Film Review

Amy J. Bergs Dokumentation aus 2015 über die Blueslegende Janis Joplin wird im Rahmen der diesjährigen Viennale (Vienna International Film Festival) zweimal im Gartenbaukino ausgestrahlt, der erste Termin war der 25. Oktober um 23 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin. Diese gab bekannt, dass die Fertigstellung des Films sieben Jahre in Anspruch nahm. Die Frage, was sie dazu bewegte, einen Film über Janis Joplin zu drehen, beantwortete sie damit, dass sie fasziniert von der Gegensätzlichkeit der Sängerin war, die nach außen hin stark und unbesiegbar wirkte, innen jedoch enorm zerbrechlich blieb.

In der Tat muss ich vorweg sagen, dass ich nach den beiden letzten Musikerdokus „Cobain: Montage of Heck“ und „Amy: The Girl Behind The Name“, die beide in meinen Augen zu wenig auf die Musik eingingen, durchaus überzeugt von Amy Bergs Film bin.
Auch hier wird chronologisch vorgegangen, Hauptinhalt des Films bilden Interviewausschnitte einer Bandbreite wichtiger Personen (darunter Familie, Freunde, ehemalige Bandkollegen, u.a.). Erzählerisch zusammengehalten wird die Doku durch Chan Marshall, einer amerikanischen Singer-Songwriterin, die ausgesuchte Briefe vertont, die Janis im Laufe der Jahre an ihre Familie schrieb. Obwohl Marshall keine schlechte Wahl war, um Joplin zu vertonen, war ich persönlich von der Stimme nicht ganz überzeugt, in meinen Augen war sie etwas zu kraftlos. Das aber nur am Rande.

Die Erzählung ist in sich schlüssig, die ausgewählten Schwerpunkte machen Sinn und als Zuseher kann man dem Film leicht folgen. Besonders interessant ist natürlich Material, welches ansonsten nicht zugänglich ist, wie die erwähnten Briefe, Notizbücher, Fotos, aber auch weniger bekannte Live-Aufnahmen. Generell wird versucht, viele Songs unterzubringen, allesamt aus dem Joplin-Repertoire. Allerdings wird nur kurz darauf eingegangen, dass Joplin auch selbst die ein oder anderen Texte schrieb. Musikanalytisch wird nicht wirklich vorgegangen, der Fokus liegt definitiv auf dem Versuch einer Persönlichkeits-Entschlüsselung. Dieser erfolgt jedoch sehr respektvoll und nicht wertend, was bei anderen Filmen leider viel zu oft der Fall ist.

Interessant ist vor allem ein Videoausschnitt aus dem Studio während der Aufnahme von Summertime. Hier bekommt man Einsicht darin, wie solche Sessions gestaltet waren und wo potentielle Streitpunkte bestanden. Auch beginnt man, zu verstehen, was Joplin an (ihrer) Musik wichtig war, wie sie arbeitete, dass sie individuelle künstlerische Konzepte verfolgte und genau wusste, wie ein fertiger Song klingen soll. Dies zog sich über die Jahre hindurch, sei es an der Seite der Big Brother Holding Company oder der späteren Kozmic Blues Band.

Eine Frage, die sich mir allerdings stellt: weshalb benennt man den Film nach einem Song, der nicht von der Künstlerin selbst stammt? Little Girl Blue ist eigentlich ein Nina Simone Cover, woraus auch nie ein Geheimnis gemacht wurde. Noch dazu endet der Film mit genau diesem Song – in meinen Augen eine schlechte Wahl, wenngleich Joplins Interpretation großartig ist. Ihr Farewell Song hätte es zum Abschluss aber auch getan – und das sogar besser.

Abgesehen von dieser Unklarheit kann ich diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen – nicht zuletzt deshalb, weil es seither in keinster Weise eine vergleichbare Musikerin gab.

Film Review: „Amy: The Girl Behind the Name“

Blog, Film Review

„Amy“ ist eine Doku über das kurze Leben der britischen Soul-Sängerin Amy Winehouse, veröffentlicht im Juli 2015 von Regisseur Asif Kapadia.

Definitiv ein lange im Voraus angekündigtes Projekt, bis zu dessen Veröffentlichung ich mich nur schwer gedulden konnte. Der Grund: Amy Winehouse war in meinen Augen die – seit langem – mit Abstand beste weibliche Stimme, die bis vor wenigen Jahren die Charts aufmischte. Und das mit zu größtem Teil eigenen Ideen, ganz bestimmt aber mit ihrer besonders eigenen Stimme. Wenn Amy Winehouse singt, rückt jegliche instrumentale Begleitung in den Hintergrund. Und sowas passiert nicht bei vielen SängerInnen – zumindest nicht heutzutage. Einmal hätte ich sie um Haaresbreite live gesehen, am Nova Jazz & Blues Nights Festival 2011 in Wiesen. Sie wäre der Hauptact des zweiten Festivaltages gewesen – am 24. Juli. Am 23. Juli verstarb sie.

Der Film erzählt also chronologisch von Amy’s siebenundzwanzig Lebensjahren, die schon früh von Talent und Kreativität geprägt waren. Gezeigt werden private Filmaufnahmen von Familie und Freunden, in denen die junge Frau zu sehen ist – anfangs sogar noch ungeschminkt. In der Doku werden Kindheit, Adoleszenz, schulischer und beruflicher Werdegang behandelt, vor allem aber die negativen Seiten ihres Lebens wie Bulimie, Drogensucht und Tod.

Obwohl ich zunächst positiv von der Genauigkeit und den interessanten Details zu ihren ersten musikalischen Schritten bis hin zu ihrem Debütalbum Frank, welches im Mainstream noch keinen wirklichen Anklang fand, schwenkt der Fokus mit der Erzählung über Back To Black (ihrem Durchbruchswerk) stark um. „I’m not a girl trying to be a star or be anything other than a musician“, wie sie selbst sagte. Ein Zitat, das nicht nur auf der Website der Doku aufscheint, sondern auch im Film selbst Aufmerksamkeit bekommt. Wieso hält man sich dann nicht daran, auch nachdem der Durchbruch eintritt? Primär interessant sind plötzlich Amy’s Lifestyle, ihre Romanze mit Blake Fielder-Civil und ihr Drogenkonsum, nicht mehr die Musik. Was nicht heißt, dass der Film Amy verurteilt – er beugt sich allerdings doch der tragischen Seite, nach der das breite Publikum lechzt. Schade.

Auch interessant: obwohl man natürlich nicht über die genauen familiären Umstände urteilen kann, gibt es im Film ein paar Ausschnitte, die Amy’s Vater Mitch Winehouse in ein sehr fragwürdiges Licht rücken. Zum Beispiel, als Amy auf einem eindeutigen Weg der Besserung während ihres langen Aufenthalts auf der Insel St. Lucia war und ihr Vater plötzlich mit Kamerateam anrückte, scheinbar um mit neuem Medienrummel um seine Tochter Geld zu machen.
Mitch Winehouse kritisiert den Film scharf und sagt, in dem Werk werden nicht nur seine Tochter, sondern auch ihre Angehörigen verzerrt dargestellt. Im britischen Guardian hieß es,  er plane nun den Dreh eines eigenen Amy-Films, um die Dinge klarzustellen. Die Macher des aktuellen Amy-Films reagierten darauf relativ gelassen. Wem man nun glauben soll?

Am besten, man macht sich sein eigenes Bild. Und obwohl der Film sehenswert ist, sollte er sicher nicht als Basis dazu dienen.

Weitere Infos / Empfehlungen:
http://www.amy-movie.com

Gig Review: David Gilmour – Rattle That Lock Tour, 12.09.2015

Blog, Gig Review

It was in this year’s April that I managed to purchase tickets for this concert. The plan actually was to combine the concert in Verona, scheduled for 14.09. with my holiday in Italy. Due to immense demand, these tickets were sold out completely in less than a minute, while I was hopelessly trying my luck online. Not accepting this defeat, plans were re-scheduled, and tickets for the gig a few days earlier in Pula, Croatia, were bought.

Needless to say that David Gilmour naturally only picked out the very finest locations and venues (if one may still call it that). The European tour included six stops, starting in Pula, continuing in Verona, Florence, Orange and Oberhausen and finishing with several gigs in London’s Royal Albert Hall, where countless legendary musicians have had (or given) the honour to play. The North American Tour is supposed to follow in 2016.

The concert took place in the historical Arena of Pula, a well preserved Roman amphitheatre and a stunning monument of times long gone by. Adding to this outer ambience, the light technicians of the show, as well as the huge round screen with countless animations and videos – a part of every Pink Floyd (or in this case David Gilmour) concert – completed the atmosphere of the gig, making the evening a real spectacle. The only problem was a quite serious lack of organisation concerning the Croatian hosts. Not being able to find our seats (nobody from the staff could tell us where they were) we had to sit on the Arena’s floor for the first half of the concert. In the announced twenty-minute-break, we finally managed to get our seats. Sitting on the floor, however, did have one huge advantage: we were extremely close to Gilmour. As a ’normal’ part of the audience, you really could not get to him any closer than that, and the sound in the Arena was great.

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Before reviewing the protagonist’s performance, however, a word or two should be said about the other musicians involved. There were a drummer, an acoustic guitarist, a bassist, a keyboard player, a man who played – as it seemed – almost every brass instrument there is, as well as one female and one male background singer. Without a doubt all of them were professionals, delivering high musical quality all the way through. I was especially thrilled with the male backing voice (the female rather went down in comparison) and the brass instrument player, who once had to switch a huge saxophone with one of less size within only a few seconds during a song. He managed, being really only a few hundredths of a second late, which, I am sure, not many people noticed at all. Mr. Gilmour did, though.

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It is thus merely from the outside that the maestro has aged. His musical abilities are astonishing, just like in Pink Floyd’s best days. Presenting his one-and-only David Gilmour guitar sound with ease and having a very unique voice, which already had quite a mature timbre to it in his earlier days, he yet again manages to keep his standards and fulfill his fans’ expectations. Gilmour pleased a lot of people with his choice of songs for the setlist, including all-time-hits such as Time, Money, Wish You Were Here, Shine On You Crazy Diamond, High Hopes, and many others. From the new album Rattle That Lock (Gilmour’s fourth solo album, which the tour is named after) he played the 5am and the title track as the opener to the evening, as well as The Girl in the Yellow Dress, which was a personal highlight for me, and four other new songs. Toward the end of the evening Gilmour mentioned the album and its publishing delay. He did not, however, explain what caused the delay, but instead announced it would be out soon…and so it was published on 18.09.

Even though I dislike saying it – these might be Gilmour’s last album and tour(s). The music is definitely worth listening to and I even more recommend to go ahead and be part of one of the tours’ stops – I am damn glad I have been!

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Photo credits:

© David Gilmour
© RIFF SHIFT

Festival Review: Lovely Days Festival, 04.07.2015

Blog, Festival Review

The Doors Alive
Nazareth
Uriah Heep
Jimmy Cliff
Status Quo
Eric Burdon & The Animals

Reading such a lovely Line-Up, one simply couldn’t not go to 2015’s Lovely Days Festival in Wiesen, Austria.

The festival area of Wiesen is quite a small one, with only one stage, one food-tent, one sanitary station. But exactly its size makes it so comfortable and intimate. The thing about this festival especially is that people do actually go there because of the music. There was no fighting, no mayhem; it was all truly peaceful. Certainly, one of the reasons for this was the average age of about 40 of most of the 40.000 visitors, but this is hardly an important factor. What constitutes a good festival is – as always – the music.

The first band to take the stage was The Doors Alive, not hard to guess: a The Doors–tribute band. They opened their set with Light My Fire, rolling on from one hit to the next, including Touch Me, Roadhouse Blues, Break On Through, Riders On the Storm, and many more. They closed the set with The End, and in some moments I could have sworn it was Jim Morrison singing. They copied their role models fantastically, obviously being highly trained musicians, with a great keyboard player. As the singer told the audience, it was the first time for them to perform in Austria. Maybe that was the reason for them being a little, well, quiet. The frontman hardly said a word, the performance was not energetic at all. For a live concert, this was a bit too phlegmatic, but the musical quality was without a doubt very high.

Next came Nazareth – a band I was very excited to see. Being from Scotland the band announced their performance with nostalgic bagpipe-playing. Then the four guys came on stage, with bassist Pete Agnew being the only original member. The new singer, Carl Sentance, joined in 2015. Nazareth would have completely rocked the audience’s heads off, hadn’t it been for their boring guitarist Jimmy Murrison. Naturally he plays the guitar well, but he was so lazy and undynamical, there was no tightness in his playing at all. This immediately reduced the whole band’s performance, which is really unfortunate, since the singer did a truly great job with his powerful voice and its range.

Having already seen Uriah Heep in Vienna last November (review here) I had high expectations regarding this band. Sadly, I was really disappointed in comparison to the last gig. Singer Bernie Shaw was not at his best, honestly the whole band seemed really ’down’. One might guess the reason for this lack of energy is their extensive touring over the last months, with a show almost every day, traveling around, doing the same thing over and over again. The setlist this time was exactly the same as in Vienna, the bits and speeches in between the songs were exactly the same, too. Knowing how good Uriah Heep actually are, it was far more disappointing to see them hitting rock bottom.

Famous Jamaican reggae artist Jimmy Cliff instantly brought a change of atmosphere. To his all-time-hits I Can See Cleary Now, You Can Get It If You Really Want, Wonderful World, Beautiful People etc. the whole audience wouldn’t stop dancing, everybody seemed so happy. And this was again the reminder of what music is supposed to do, when it comes down to the very core. Jimmy Cliff managed to put a smile one everyone’s face with a few simple tunes played and sung perfectly.

To Status Quo I honestly cannot say much – they were the band I put the least interest in before as well as during the festival. Somehow I just never really liked them – the songs, the tunes, for me there is simply too little going on. Certainly they were the highlight for a lot of people in the audience, though, and judging by only the few things I know and the few things I’ve seen that day, I think they satisfied their fans. I was not touched by their performance at all, though.

Finally Eric Burdon, my actual reason for buying a ticket to this festival, came on stage. And if there is one thing to be said: this old English man has still got it. Singing about Bo Diddley and spilt wine he proved to still have the Blues. He has become old, and his voice definitely has changed to a darker and deeper timbre, but in some moments he sounded just like on his old records. After only a few tunes it was clear that a legend is up on stage – somebody who is officially one of the greatest singers of all time. He proved very energetic, his voice strong. Approaching the end of the set, though, I think he did get a little tired. This great show, naturally including The Animals and War hits like Don’t Let Me Be Misunderstood, House of the Rising Sun, We Gotta Get Out Of This Place, only lacked one song I wished for: As the Years Go Passing By.

Looking back, it really was a very Lovely Day.

Photo credits:

© Lovely Days Festival

Gig Review: AC/DC – Rock Or Bust World Tour, 14.05.2015

Blog, Gig Review

It was the largest gig played in Austria – ever. And with approximately 115.000 fans attending, the event actually felt like a huge festival rather than a concert evening.
The massive amount of visitors was not surprising though – AC/DC are one of the few legends left to be seen on stage. And they did not fail to impress.

The show started quite on time on a nice and warm spring evening in Spielberg. The first song was Rock Or Bust from their same-titled album released in November 2014. From the beginning on the band played tight and fast – no warm up needed. Brian Johnson and his 68-year-old voice are as fit as ever, same counts for lead guitarist Angus Young and his Gibson. Sadly, rhythm guitarist Malcolm Young had to retire from AC/DC after being diagnosed with dementia last year as well as fighting heart and lung issues. In his stead nephew Stevie Young plays the rhythm guitar now – according to bassist Cliff Williams „an obvious choice (…) a good fit“. On the drums they now have Chris Slade who played as guest with AC/DC in the 90s, replacing Phil Rudd who is currently fighting charges of drug possession and threatening to kill.

The Australian musicians performed a Greatest-Hits-Show, along with a few bits and pieces from the new album such as Play Ball, giving the audience exactly what they craved. The setlist included all the most famous tracks: TNT, Hells Bells, You Shook Me All Night Long, Thunderstruck, Shoot to Thrill, Hell Ain’t A Bad Place To Be, Back In Black and more. At the end of Let There Be Rock Angus Young proved himself star of the evening by playing a phenomenal solo that surely inspired every guitar player in the audience. The encore with its much expected Highway To Hell and For Those About To Rock (We Salute You) reassured each and every fan that coming to this concert was the only possible choice.

What the fans got from AC/DC that night was true musical quality. There was no fussing, no extensive talking, – and no – not much communication with the audience either. That might have been one of the reasons for the pretty quiet mass of (mostly middle-aged) visitors – or maybe the venue was just too big to really build up decent noise and cheers.

Anyway, this band convinces the fans by its music, talent and endurance – and adds fantastic light shows, screen animations, canon shots and fireworks to the evening spectacle. Fact is: there are not many groups left on this planet who rock as hard as AC/DC, it was an honour seeing them live.

Photo credits:

© AC/DC

Film Review: „Cobain: Montage of Heck“

Blog, Film Review

Brett MorgensCobain: Montage of Heck“ ist die neueste Doku über Nirvana-Frontmann Kurt Cobain und wurde zum ersten Mal am 24. Jänner 2015 am Sundance Film Festival in den USA gezeigt.

Der Film ist in der Tat, wie der Titel (zu Deutsch: „Cobain: Collage (aus) der Hölle“) vermuten lässt, eine Art chronologische Bildercollage des Lebens Cobains. Benannt wurde er nach einem privaten Tonband des Musikers, welches vor einigen Monaten seinen Weg in die Medien fand.

Es wird im Film viel über Cobains Geburt und Kindheit in Aberdeen, Washington erzählt. Seine problematische Jugend wird beschrieben und schließlich auch, wie er anfing, Musik zu machen. Dabei wird zwischen animierten Comic-Zeichnungen, Kinderfotos und –videos sowie Ausschnitten und Bilder seiner Notizbücher, Tonbändern und Interviews mit Angehörigen (seiner Familie, Courtney Love, Krist Novoselic´, u.a.) gewechselt. Dabei entsteht der Eindruck, das ganze Material wurde zu einer Collage zusammengefügt.
Dafür, dass Brett Morgen sich so genau an die Chronologie gehalten hat, ist der Film doch ein ziemliches Chaos. Die vermeintliche Doku hat im Grunde wenig tatsächlichen Dokumentationscharakter – man erfährt keine wirklich wesentliche neue Information über Cobains Leben, obwohl Morgen Zugriff auf sehr intime Materialien hatte. Vermutlich auf zu viel, denn es wird versucht, im Film alles unterzubringen – jede Kritzelei aus Kurts Tagebüchern, jedes Babyfoto. Das Ganze wirkt dabei etwas überladen; gleichzeitig schade, dass beispielsweise wichtige handgeschriebene Briefe, die aufscheinen, nicht ganz gezeigt, sondern nur einzelne Phrasen oder Wörter kurz eingeblendet werden. Das geht dann schnell in eine ziemlich einseitige Richtung, oft hätte ich gerne mehr von gewissen Materialien gesehen.

Was ich außerdem vermisst habe ist ein Interview mit Dave Grohl, um nur eine wichtige Person aus Kurts Leben zu nennen. Außerdem wird kaum auf den den Spagat von Nirvana als Garagen-Trio zur weltberühmten und generationsprägenden Grunge-Band eingegangen, der Weg ist – in diesem Film – kaum nachvollziehbar. Auch über seinen Tod wird in „Cobain: Montage of Heck“ nichts erzählt, der Film endet lediglich mit einer schriftlichen Notiz seines Todestags, was das Filmerlebnis ziemlich plump enden lässt – oder wurde bewusst auf diesen essentiellen Teil verzichtet?

Nichtsdestotrotz würde ich empfehlen, den Film anzusehen, da man durchaus Material zu Gesicht bekommt, das vorher noch nie veröffentlicht wurde. Auch einige Aussagen der Angehörigen verraten durchaus persönliche Details zum Leben Cobains. Sicherlich hat Brett Morgen intensiv recherchiert und sich viele Gedanken zur künstlerischen Umsetzung des Streifens gemacht – an eine Musikerdoku habe ich dennoch höhere Erwartungen, nämlich vor allem jene, dass tatsächlich der Musiker mit der Musik als seinem kreativen Schaffen im Vordergrund steht. Dies ist aber vielleicht auch daran gescheitert, dass es genau zu diesem Punkt nur wenige Aussagen von Cobain selbst gibt – der Musiker beharrte nämlich darauf, dass man nicht über die Musik reden könne, um sie zu verstehen: man solle sie sich einfach anhören.

 

Weitere Infos / Empfehlungen:
http://cobainfilm.com

Film Review: „Jimi: All Is by My Side“

Blog, Film Review

„Jimi: All Is by My Side“ ist ein 2013 erschienenes Jimi Hendrix-Biopic, ein Spielfilm vom Regisseur John Ridley („12 Years A Slave“). Behandelt werden die Jahre 1964-1967, von der Reise des Musikers nach London bis zum Eintreffen am legendären Monterey Pop Festival.

In der Hauptrolle ist Outkast-Frontmann André Benjamin („André 3000“) keine Fehlbesetzung. Als rechtshändiger Gitarrist muss man ihm seine Bemühungen und die Leistung auf der Linkshänder-Gitarre in jedem Fall anrechnen. Dass weder er, noch irgendein anderer Gitarrist genauso spielen kann – oder glaubhaft spielen kann, so spielen zu können – wie Hendrix, ist klar, kann man aber auch nicht erwarten. Optisch passt der Schauspieler gut ins Bild, Bewegungen und Sprache sowie Stimmlage und Akzent hat er dabei größtenteils wirklich gut hinbekommen.

Hier endet allerdings die Liste der Dinge, die im Film beeindrucken. Der Regisseur dürfte sehr schleißig mit Recherche und Material umgegangen sein, es finden sich einige Szenen im Film, die nach Aussagen von Jimi Hendrix’ damaliger Freundin Kathy Etchingham so nie stattgefunden haben. Im Film wird Hendrix als gewaltvolle Person dargestellt, was er laut ihren Angaben nicht war. Dies will sie nun sogar mit der Veröffentlichung ihrer Krankengeschichte beweisen. Auch Charles R. Cross, Hendrix-Biograph, bestreitet den Wahrheitsgehalt des Filmes. Regisseur Ridley wollte den Film wohl „spannender“ machen, um mehr Zuseher in die Kinos zu locken.

Auch die Art des Filmens und das Screenplay sind eher unangenehm, es wird wild zwischen Szenen gewechselt, oft überlappen sich Dialoge, werden durch Hintergrundgeräusche übertönt oder es wird absichtlich Stumm-Modus unterlegt. Das alles ist beim Folgen des Films mehr störend als kreativ und löst wohl nur unbeabsichtigt LSD-Gefühle beim Zuseher aus.

Das größte Manko des Films ist allerdings, dass die Macher nicht die Lizenzen für Jimi Hendrix’ Musik hatten. Im Film selbst sieht und hört man also keinen einzigen eigenen Hendrix-Song. Es gibt nur anfangs Konzertausschnitte, als Jimi Hendrix noch als Jimmy James bei den Blue Flames in New York gespielt hat, ansonsten sieht man nur Jam-Sessions (z.B. mit dem jungen Eric Clapton) oder das Beatles-Cover Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band im Londoner Saville Theatre 1967, eine der wenigen guten Szenen im Film:

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Zu empfehlen ist dieser Film also nicht, mit einer Doku über Jimi Hendrix oder seiner Biographie ist man wesentlich besser bedient.


Weitere Infos / Empfehlungen:
http://classicrock.teamrock.com/news/2015-02-04/hendrix-ex-slams-movie-again (Kathy Etchingham zum Film)
http://www.newsweek.com/2014/10/24/qa-andre-3000-talks-jimi-hendrix-biopic-hints-solo-album-275480.html
(André Benjamin Interview)

Gig Review: Tenacious D, 05.02.2015

Blog, Gig Review

Once again I had a lucky hand in getting a last-minute ticket for the Tenacious D gig in Vienna, even for less money than I had expected. The venue was the same Jack White played just recently, so it’s no news that the sound quality of Gasometer was rather a questionable one (read the Jack White gig review here).

Due to several reasons I did not manage to see the opening act Sasquatch.
Anyway, I came to see Jack Black and Kyle Gass, the two guys who constitute Tenacious D. They came with nothing but their acoustic guitars in hand, unplugged, and did not have any supportive instruments such as drums, bass or electric guitar. Even though this means very few instrumental possibilities, I think they did quite well.

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With Kyle Gass being an acceptable guitar player and Jack Black a truly convincing singer, the crowd did not need much more to be entertained. Anyway, there were some moments in which the guys (mainly Kyle Gass) were clearly out of rhythm, but this is not surprising when playing without a drummer. Gass, however, made up for it by eventually playing three flutes at the same time.
They started the show with the in-your-face title Tribute, something nobody really expected that early. During the two-hour show, Tenacious D served one hit after the next to the hungry audience, who knew all the lyrics by heart. Among their legendary songs like Dude, Kickapoo, Rage Cage and Fuck Her Gently, which was sung by the crowd during a short break from beginning to end, Tenacious D apparently wanted to use the evening to teach the audience some Rock’n’Roll history by covering Led Zeppelin (Rock and Roll), Black Sabbath (War Pigs) and The Beatles (You Never Give Me Your Money, The End). They did this really well, in their own special way.

It was visible throughout the whole gig, however, that the two guys did not really seem to enjoy what they were doing. You could see and feel that performing the show was indeed plain work for them. With predictable sketches and jokes they tried to keep up appearances, but there was no joy in their eyes. This is no surprise, though. They are famous for their humour, the masses know them for it, and therefore expect to see exactly that. And if the crowd does not get what it wants, the consequences for the musicians might be very bad ones. This leaves the artists no real space for experimentation and development. Quite a shame, especially with Jack Black uncompromisingly proving to be such a highly talented musician.

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Photo credits:

© Volume

Festival Review: Sonic Heartbreak Festival, 28.11.2014

Blog, Festival Review

Hier folgt das Review über die beiden Wiener Bands FREDDIE RED und BREWTALITY, die ich mir am Abend des 28. November in der Szene Wien im Rahmen des diesjährigen Sonic Heartbreak Festivals angesehen habe.

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FREDDIE RED ist eine authentische Rock’n’Roll Band, die aktuell aus vier Mitgliedern besteht. Darunter befinden sich Flo Weninger (Gitarre, Vocals), Raphael Weninger (Gitarre), Claus Trophobia (Bass) und Markus Graf Gabriel (Drums). Die 2010 gegründete Gruppe kann neben dem selbstgegründeten Label „FREDDIE RED Records“ auch das Debütalbum „FREDDIE RED ON FIRE“ vorweisen.
Unvoreingenommen lauschte ich dieser Band, die mich mit dem ersten – und sehr eingängigen – Titel Be A Rocker begeisterte. Hier passte viel: Fantasie, Melodie, Energie. Das Kapital von FREDDIE RED ist unbestritten Sänger und Gitarrist Flo Weninger. Prinzipiell hat der Frontmann eine eher tiefe und rauchige Stimme, was im Grunde immer gut ankommt. Trotzdem schlägt er manchmal auch höhere Töne an und traut sich zu schreien, wie etwa bei dem Titel I’m On Fire. Hier allerdings Vorsicht: da zu viel Geschrei schnell unmelodisch klingen kann, gilt „weniger ist mehr“. Unsicherheiten konnte ich keine ausmachen, der Gesang hat überzeugt. Auch an der Gitarre stellte der Sänger sein Können unter Beweis, wobei es jedoch den Anschein hatte, dass ein leises Ungleichgewicht zwischen dem Spiel beider Gitarristen herrscht. Hier fände ich eine überarbeitete (Soli-)Aufteilung besser.
Überraschende Dynamik beim Bassisten: als offenbar agilstes aller Bandmitglieder hatte er den größten Bewegungsradius von allen und widerlegt somit gekonnt das Faulheits-Klischee, das Bassspielern anhaftet.
Nicht ganz zufrieden war ich mit der Setlist, einige Songs fehlten mir, wie zum Beispiel Better Days, I Want You und vor allem Thinkin‘ About You. Zwar ist letzterer nicht mein Favorit, wohl aber der Song der offenbar für die stärkste Publikumsresonanz sorgt. Es ist ein vergleichsweise ruhig und einfach gehaltener Song, der sofort ins Ohr geht und auch dort bleibt. Perfekt, um Abwechslung in den Auftritt zu bringen und sich neue Fans ins Boot zu holen – warum also nicht spielen? Vor allem hätte er doch so gut zu dem „Sonic Heartbreak“-Abend gepasst…
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Eine Band, die massenhaft Live-Erfahrung mitbringt – hat sie sich doch (in diversesten Formationen) in über zehn Jahren durch so gut wie alle Wiener Konzertlokale gespielt – ist BREWTALITY.
Ein Power-Trio, das seinen Einfluss vorwiegend aus den 70ern zieht und dabei aber laut Bassist David Zenz „keine Kopie der 70er sondern eigentlich eine Weiterentwicklung“ verkörpert. Mit Ben Arslan an den Drums und Alexander Karlin als Sänger und Gitarrist ist eine Band entstanden, die mich vor allem durch die starke Bühnenpräsenz aller Mitglieder beeindrucken konnte.
Neben der guten Leistung an den Instrumenten sehe ich die Baustelle dieser Gruppe beim Gesang (hauptsächlich beim Frontmann aber auch bei den Backing Vocals). Zwar gibt es aufregende Screamings, die gut gelingen, vor allem aber bei diversen Refrains (wie u.a. von For A Weekend oder Lovestick Jungle) sind falsche Töne dabei, die dort nicht hingehören.
Überrascht hat mich das Cover des Deep Purple Songs Highway Star. Nicht, weil der Stil des Songs und dessen Interpreten nicht zu BREWTALITY passen, sondern weil ich die Band zugegeben eher als Cover-Verweigerer eingeschätzt hätte. Prinzipiell finde ich es sehr gut, wenn Bands bei Konzerten auch Covers spielen. Sie müssen allerdings gut ausgesucht und performt werden. Ist das der Fall (wie hier bei dem Gig von BREWTALITY), wird eine Serie von Vorteilen ausgelöst: das Publikum kennt den Song, singt mit, tanzt, die Stimmung steigt – und das resultiert in erhöhter Aufmerksamkeit und Akzeptanz vom Zuhörer für die Band.
In diesem Jahr hat BREWTALITY ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um ihr Debütalbum zu finanzieren. Eine sehr gute Idee – ich drücke die Daumen!

 

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Gig Review: Concreo, 27.11.2014

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Der Abend des 27.11.2014 im Viper Room Vienna sorgte mit vier Bands für ein Unentschieden.

Es begann mit Goldeswert, einer dreiköpfigen Truppe: Sängerin, Gitarrist, Bassist. So weit so gut, von der Konstellation war ich im Rahmen des „Rockzone“-Abends positiv überrascht. Dass allerdings ein Drummer fehlte, sorgte bereits vor dem Start des Auftritts für ein leicht mulmiges Gefühl bei mir. Dieses wurde bald bestätigt: die Beats waren mithilfe einer Musiksoftware am Computer „komponiert“ und wurden beim Gig lediglich abgespielt. Da wäre es besser gewesen, gänzlich auf Schlagzeug zu verzichten, das hätte Mut bewiesen.
Die (Rock?-)Band konnte mich prinzipiell nicht überzeugen. Die Dame an der Front hat zwar sicherlich stimmlich Potential, für meinen Geschmack wurde allerdings zu viel und zu hysterisch geschrien. Zudem waren die Texte der deutschsprachigen Songs sehr einfach gehalten, obwohl auf deren Tiefgang verwiesen wurde (veranschaulichendes Beispiel: Track  Schau‘ nicht hin: Schau nicht hin‘ x2 / bleib‘ doch drin‘ x2 / lebe blind x2; usw. usf.).
Einfach blieb man auch bei den Instrumenten: das Gitarrenspiel erinnerte eher an Anfängerlektionen, die wenigen Soli waren undynamisch und plump. Am besten gefallen hat mir an dieser Band der solide Bassist.
Positiv aufgefallen ist mir die Leichtigkeit, mit der die Band performt hat, die Aufgeschlossenheit der Sängerin gegenüber dem Publikum als auch das Einbauen von Show-/Bewegungselementen der beiden Instrumentalisten; musikalisch ist diese Gruppe allerdings nicht mein Fall.

Weniger positiv gestimmt wurde ich dann Zeugin des Auftritts der nächsten Band: Broken Ego. Die Besetzung unterschied sich in männlichem Sänger und einem Drummer zur Vorband. Ich wusste nicht, was mich erwartet, und war enttäuscht von dem, was kam: Electronic Rock.
Ich lauschte der Band bei ihren acht Songs (die drei unangekündigte Cover von Nine Inch Nails, Tears For Fears und Shaka Ponk enthielten) und es wurde einfach nicht besser. Sänger Chris Ego lag bei den Tönen oft daneben, das Drumming war nicht tight genug.
Hoffnungsträger war Gitarrist Mani Strasser, der mit Gibson und Slash-Zylinder seine Kollegen musikalisch überrundet hat. Hier kam eine ganz andere Wirkung rüber, sowohl bei der Handhabung und dem Umgang mit seinem Instrument, als auch vom musikalischen Können her. Trotzdem bekam ich den Eindruck, dass der Musiker sich in diesem Ensemble nicht verwirklichen kann. Seine Parts waren komplett an die Synth-Pop-Songs angepasst und erlaubten keinen Freiraum. Schade, ich hätte gerne mehr von ihm gehört.

Langsam schlich sich bei mir das Gefühl ein, dass ich nicht zu diesem Konzertabend hätte kommen sollen. Zum Glück habe ich es doch getan, denn die Band, die als nächstes dran war, machte alles wieder wett: Mothers of the Land. Das Instrumentalisten-Trio aus Gitarrist, Bassist und Schlagzeuger sorgte mit sieben Titeln für eine totale Wende. Bisher kannte ich die Gruppe nur vom Hörensagen, ich war also gespannt auf ihren Auftritt und wurde positiv überrascht.
Hier war ein Drummer (Jakob), der sich komplett ins Zeug legte und seinen zwei virtuosen Kollegen rhythmisch den Weg wies. Bassist Jon überzeugte mit virtuosen Licks, während Gitarrist Georg melodisch den Ton angab, auch wenn sich beide hin und wieder verspielt haben. Als Teil des Publikums habe ich den Eindruck bekommen, dass in dieser Band hauptsächlich der Gitarrist „das Sagen“ hat. Trotzdem ist das Zusammenspiel des Trios stimmig. Die Rockband hat anspruchsvolle und hochwertige Tracks zu bieten, die durch Elemente wie Pausen, Akzentuierungen und Rhythmusvariationen als auch einem Stilmix von hart bis ruhig-melodisch für Spannung sorgen. Eine Band ohne Sänger läuft immer Gefahr, das Publikum zu langweilen. Dies liegt an dem simplen Grund, dass oftmals die Mehrheit der Zuhörer nur zum Gesang eine direkte Verständnisbasis und Bindung aufbauen kann, nicht aber zu den Instrumentalisten. Hier muss ich sagen: Mothers of the Land ist eine dieser Bands, die tatsächlich nicht zwingend einen Sänger nötig hat, um den Wagen ins musikalische Rollen zu bringen.
Was ich allerdings vermisst habe, waren die Kommunikation und das Eingehen auf das Publikum. Außerdem wäre es gut gewesen, zumindest ab und zu eine Nummer anzukündigen bzw. die Titel zu nennen. Und: nächstes Mal bitte auf jeden Fall Temple Without Walls zur Setlist addieren!

Nun war mein Vertrauen in den Abend wieder hergestellt, als schließlich der Hauptact die Bühne betrat: Concreo. Diese vierköpfige Heavy Metal-Band, bestehend aus Johnny Phenix (Vocals, Gitarre), Tomy Andjelic (Gitarre, Backing Vocals), Magic Manu (Bass) und Ian (Drums) brachte eine ansehnliche pogende und headbangende Fangemeinde in die Location.
Die Gruppe spielte sechs lange Songs, also keine radiotauglichen 3-Minuten-Tracks. Erster Punkt auf der Setlist war die eingängige Nummer No Pity, No Remorse, No Fear. Prinzipiell hat sich auch diese Band (im Großkonzept des Heavy Metal) mehrerer Stilfacetten bedient, auch ein „Thrasher“ – wie der Frontmann ankündigte – war dabei, sowie vereinzelte – vergleichsweise – ruhigere Elemente innerhalb der Songs, wie etwa bei Believer Or Deceiver oder Freedom Of Choice.
Gefallen hat mir an dieser Gruppe die Bühnenpräsenz und die Interaktion mit dem Publikum. Musikalisch gesehen muss die Band sich trotzdem bemühen, möglichst viele Gigs zu spielen, um sich an die Situation – und auch den neuen Drummer – zu gewöhnen. Man sieht Sänger Johnny noch seine Unsicherheiten an, was sich auch im Gesang hörbar macht. Wenn man dazu noch Gitarre spielt – was er technisch auf einem sehr hohen Niveau betreibt – macht das die Sache natürlich nicht einfacher. Die Devise lautet hier also möglichst viel live auftreten.
Die kreativen Ideen und Melodien der Band wecken Interesse – offensichtlich wird hier intensives Teamwork betrieben, wie mir der Sänger in einem späteren Gespräch bestätigte. So eine ausgewogene Mentalität findet man nicht bei jeder Gruppe, ist aber der vielversprechendste Weg – weiter machen!

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Concreo

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Concreo

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Gig Review: Uriah Heep – The Outsider World Tour, 19.11.2014

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After years and years of missing this band, it was on 19.11.2014 that I finally got to see Uriah Heep at Szene Wien. It was a tough decision, since Slash played a concert in Vienna on the same day…but I chose Uriah Heep, and was not disappointed.

Formed in London in the year of 1969, Uriah Heep is a band often referred to as one of the „Big Four“ of Hard Rock (next to Black Sabbath, Deep Purple and Led Zeppelin) and a true legend.
Having sold millions of records, their latest and 24th studio album „Outsider“ was released in June 2014 and songs from it are performed on the current world tour. The album also features bassist Davey Rimmer, who joined the band after the death of former bassist Trevor Bolder, who died of cancer in 2013.

First things first: the band was definitely worth the wait. They managed not only to fulfill, but to even top all the expectations I had. Apart from  playing and performing brilliantly, they also had a great show and a good setlist. The thing that amazed me most, however, is the atmosphere they managed to create, and the strong presence they had on stage. They seemed to be so excited to be back in Vienna again, yet they radiated that certain professional calmness that only real experts can have. Their joy completely captured the audience, and none of it seemed fake.
Singer Bernie Shaw, who joined the band in 1986 after the death of original singer David Byron, is tremendously talented and has great power in his voice, which he managed to apply on every note. Apart from that, he is a great entertainer, informing the audience about the fact that this Wednesday was „not Mittwoch…just an early Friday!“.

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Bernie Shaw

Instrumentally, there is truly nothing negative that can be said about this gig, or, in fact, the band itself. Mick Box, guitarist and founding member of the band, had a permanent smile on his face and convinced not only by his skills, but also by his creative guitar tricks and crazy hand moves.

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Mick Box

Then there was Phil Lanzon on keys, who joined the band in ’86 and also proved his vocal talent. Lastly, the two „newer“ members, drummer Russell Gilbrook (2007) and left-handed bassist Davey Rimmer (2013), who make a great match and provide the best possible rhythmical basis for Uriah Heeps‘ music. I think I’ve never seen a bass with that long a neck as Davey Rimmer’s.

The band played songs from the new album „Outsider“ such as The Law and the great track The Outsider. Generally, I can truly recommend this latest album, there are great tracks on it with genuine Heep-Sound. Amongst the setlist, they also played Sunrise (a personal highlight for me) and the 10-minute Prog Rock track The Magician’s Birthday (here, Bernie Shaw let us now that they would play this extra-long song, simply because they can, and because they send all those three-minute radio songs to hell). The concert also included the world-famous hits Gypsy, Easy Livin‘ and, of course, Lady In Black, on which the audience transformed into a huge choir.

It is such a great feeling when you get to see musicians who really know what their profession is all about. And after decades of playing, they still manage to deliver such happiness on stage, which makes everybody in the audience forget the world outside for a few hours.

Cheers to this gig, cheers to Hard Rock, cheers to Uriah Heep!

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Uriah Heep

Photo credits:

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Gig Review: Roadwolf, 21.11.2014

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Es war ein groß angekündigter Gig, der am Freitag des 21. November im Wiener Escape (escape-metalcorner.at) stattfand. Ein Line-Up aus den drei Bands Diamond Falcon, Roadwolf und Lizzy Borden garantierte einen Heavy Metal-Abend vom Feinsten.

Ich kam gegen Ende des Auftritts von Diamond Falcon im Lokal an. Mit viel Humor und dem wohl originellsten Mikroständer, den ich je gesehen habe (ein Falke mit leuchtenden Augen war daran montiert) starteten die Musiker energiegeladen in den Konzertabend.

Mein Ziel des Abends war allerdings nicht der Hauptact Lizzy Borden, sondern Support Roadwolf. Mit Diamond Falcon und drei weiteren Bands (Wildhunt, Liquid Steel und High Heeler) bilden Roadwolf die „Austrian Heavy Metal Alliance“ (AHMA): eine Kräftevereinigung, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Heavy Metal in Österreich wiederzubeleben, zu unterstützen und in die restliche Welt zu tragen.
Gelungen ist Roadwolf das auf dem Wacken Open Air 2014, ihrem bisher größten Auftritt.

Dass diese Band was draufhat, erklärt sich also bereits von selbst. Kompromisslos starteten die Musiker mit der Nummer Never Surrender. Eine gute Entscheidung, denn bereits hier war das Publikum gefesselt.
Der Gig verlief steil nach oben, mit jedem Song wuchs die Energie im Raum und der Enthusiasmus sowohl auf Seiten der Band als auch des Publikums. Professionell war ein Track gefolgt vom nächsten, es gab keine langatmigen Pausen dazwischen, die die Stimmung dämmten. Ganz im Gegenteil: hier mussten die Zuhörer nicht einmal dazu aufgefordert werden, Stimmung zu machen: bei einem Roadwolf-Konzert passiert das von selbst. Dadurch, dass die Band neben eingängigen Songs und großartigen Musikern auch Optik, Bühnenpräsenz und einfallsreiche Showelemente vorweisen kann, wird das Publikum positiv gefordert und inkludiert. Und das wird mit entsprechender Stimmung und Resonanz belohnt.
Als vierten Song spielte die Gruppe Pumping Iron, fast schon eine Hymne, wenn man sich ansah, wie viele Leute mitsingen konnten. Nach Wheels Of Fire, einem weiteren Publikumsliebling, wurde Straight Out Of Hell angestimmt. Dieser Song startet etwas langsamer, was einen guten Kontrast in der Setlist bildete, heizt dann aber richtig ein. Fantastisch waren hier vor allem die versetzten Backing Vocals, die ähnlich wirkten wie ein Echo. Bei der letzten Nummer wurde abgestimmt zwischen Condemned To Rock und Roadwolf, wobei letzterer Song das Rennen machte. Kein Wunder: die epische Rocker Roller Seeker-Trias der Lyrics findet sich ebenfalls auf den Fan-Shirts wieder, die man auch dieses Mal oft im Publikum erspähen konnte.
Der Sound war gut, besonders den Gesang von Frontmann Aigy konnte man perfekt hören, was sich bei Konzerten oft nicht von selbst versteht. Generell war ich sehr begeistert von der Leistung des bassspielenden Sängers: er hat sich sowohl in den tiefen als auch den hohen Tonlagen bewiesen.
Drummer Mano sorgte mit seinen unvorhersehbaren Wahnsinns-Beats für Überraschungen und bildet sichtlich den Anker der Band. Lead-Gitarrist Valentin und zweiter Gitarrist Johnny stellten ihren Teamgeist in Spiel und Performance unter Beweis. Hier merkt man: das funktioniert (obwohl Johnny erst wenige Monate bei Roadwolf ist), der Zuwachs tut der Band offensichtlich gut.

Ich habe nun schon einige Roadwolf-Gigs gesehen, nach diesem kann ich aber getrost sagen: das war der beste. Eine Steigerung ist definitiv zu verzeichnen, die Musiker wissen, was sie wollen und wie das am besten umzusetzen ist.
Ich bin nicht im Heavy Metal zu Hause, aber diese Band bietet diesen großartigen back-to-the-roots Sound der 70er/80er Jahre (NWOBHM – New Wave of British Heavy Metal), der einfach nur gefallen kann. Eine klare Empfehlung – verpasst sie das nächste Mal nicht!

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden


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Gig Review: Pink Moon, 18.11.2014

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Wieder war ich unterwegs ins BACH, zu zwei mir bekannten Bands:

Die veranstaltende Gruppe des Abends und der erste Auftritt waren Pink Moon, ein Rocker-Quartett aus Wien. Optisch machen die (großteils) langhaarigen Musiker auf jeden Fall was her – „Guat…longe Hoar und Glock’nhos’n!“ wurde im Publikum korrekt festgestellt. Glockenhosen, lange Haare und viel Schmuck – so sieht Alexander Baulesch, der Frontmann von Pink Moon aus.

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Pink Moon

Die Band spielte etwa zehn Songs in gut einer Stunde und lud das Publikum dabei ein, auf eine hochqualitative Rock-Reise zu gehen. Gitarrist Rayno Tchobanov spielt technisch einwandfrei, vor allem das Solo in der ersten Nummer Bonfire war großartig. Hier ist klar: den Zuhörern wird hohes Niveau geboten.
Definiert wird der Sound von Pink Moon vor allem durch den untypischen Bass, der in dieser Konstellation eher als zweite Gitarre fungiert. Das merkt man vor allem durch das Einbauen diverser Licks und Soli – beispielsweise bei der Nummer Sweet: hier wird ein so einprägsamer Bassriff gespielt, den man auch dann nachsummen könnte, würde man um fünf Uhr morgens geweckt werden. Sogar ein Geigenbogen kam bei der Performance zum Einsatz. Leider hat die Technik nicht optimal funktioniert – die Band hörte auf ihren Monitoren den Bass kaum bis gar nicht. Dass dies ein Vielfaches an Konzentration verlangt und gleichzeitig die Unsicherheit steigert, ist klar. Ein paar „Verspieler“ waren also bei den Partnern Bass und Schlagzeug (Michael Fischer) dabei. Nichtsdestotrotz: im Publikum hat es sich gut angehört, wie mehrfach bestätigt wurde.

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Sascha Wagner mit Geigenbogen

Gesangstechnisch ist zu sagen, dass Sänger Alexander Baulesch eine sehr hohe Stimme hat. Diese ist in jedem Fall ansprechend, vor allem bei diversen Schrei-Parts, allerdings ist es schade, dass der Gesang eben ausschließlich hoch ist. Optimal wäre es, eine tiefere Basis zu haben, auf der hochstimmige Highlights gesetzt werden. Dadurch würde der Gesang noch besser zur Geltung kommen und es wäre für mehr Abwechslung gesorgt.
Das Tolle an Pink Moon ist die ehrliche und seriöse Art, Musik zu produzieren und präsentieren. Hier wird nicht vom Wesentlichen abgelenkt, was man findet ist guter, solider „Old School“ Hard Rock, der es schafft, den Zuhörer einzufangen, manchmal auch in Trance zu versetzen.
Bei dieser Band gilt: zum nächsten Gig kommen und sich selbst überzeugen, es zahlt sich aus!

Der zweite Act des Abends, The Crispies, folgte kurz darauf. Das erste Mal habe ich die Musiker als Vorband von Kaiser Franz Josef im September 2014 gesehen (Review dazu hier). Offensichtlich re-inspiriert von Jack White (ich sichtete Sänger Tino Roman beim Konzert am 11.11.2014 im Gasometer, Review dazu hier) ging der Frontman abermals total aus sich raus, sowohl in Bewegung als auch in Gesang. Top-Titel Drowning Horse geht besonders ins Ohr, Abwechslung zu den sonst schnellen „Stonerrock“-Nummern bietet der Track Settle Down Blues, wenngleich die Musiker an ihrem Blues-Feeling teilweise noch feilen müssen. Trotzdem stellt der Sänger hier die Spannweite seiner Stimme unter Beweis. Bass und Linkshänder-Gitarre(n) brachten eine sehr gute Leistung, der Drummer war mir allerdings neu. Hier meine ich, in der Szene Wien – wo mir die Band etwas besser gefallen hat –  jemand anderem am Schlagzeug gesehen zu haben.

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The Crispies

Zwischen den beiden Bands entsteht ein interessantes Gefälle: zwar ist keiner der Frontmänner bewegungsscheu, bei der Kommunikation mit dem Publikum hapert es allerdings noch bei beiden. Bühnenpräsenz ist bei The Crispies mehr vorhanden als bei Pink Moon (vor allem beim Gitarristen), dafür fehlt es den Songs der Crispies daran, wovon Pink Moon reichlich haben: Melodie und Harmonie.

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https://soundcloud.com/thecrispies (The Crispies Soundcloud) ©
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Gig Review: Jack White – Lazaretto Tour, 11.11.2014

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Not being all too thrilled with Jack White’s latest album („Lazaretto“), I did not pay very much attention to his tour dates. When I found out that he was going to come to Vienna, however, all the tickets were sold out, of course. To my luck, I found somebody who sold his ticket to me last minute.

The support, Lucius, was already playing the last songs when I entered the hall. To be honest, I was not convinced. They sounded very artificial, and I could not exactly identify the style they were trying to head at. It was something Indie-Pop-like.
It was after a few minutes that I actually saw them: two female (twins?) singers, looking identically, plus musicians, who were supposed to lead the crowd into a great rock night. But neither the band nor the audience seemed particularly interested in making that part of the show something special. Honestly: Lucius was one of those support groups that you can skip without regret.

The main act was planned to start at 21:00. After a delay of about twenty minutes, a memorable announcement was made on stage. The speaker talked of the band being happy to play in Vienna, and informed the audience about the fact that professional photographies would be taken throughout the whole concert. These would then be uploaded a.s.a.p. after the show and available for free downloading on Jack White’s website. He explained that this arrangement was made in order not to have phones pointing up from the audience the whole time, because „that thing in your hand is not nearly as good as what you can see with your eyes, and listen to with your heart.“

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A few minutes later, the curtain was drawn, revealing a simple stage-set flooded with blue light. There were no banners or animations (not even the screens beside the stage were switched on), everything was being kept simple.
Jack White, supported by four other musicians, started with a few fast rock songs. That was principally a good way to start, but the thing is that the location (Gasometer Wien) has a truly horrible sound. Jack White’s guitar, as well as the other instruments, sounded really dry. You simply did not have the sound you could have had at another location where the acoustics and technicians are better. Because of that, the songs (and soli) lost a lot of power and/or were not pleasant to listen to, and therefore tiring.

The band continued with a few Country songs, which were really great, because they made such a nice contrast to the other style(s) the guys were playing. During one song, Jack White even sat down on a piano chair (with his guitar still in hand!) and kept switching instruments back and forth. Even before the singer told the audience about it, you could already hear the influence from Nashville, the city he lives in now. At one stage, when he introduced all the band members to the audience, he explained different sounds and styles, accompanied by a solo of the musician currently presented, depending from where they originally come from.

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The band went off stage after 45 minutes, but came back to play an encore (if you can actually still call it that) that lasted almost two hours. The spirit of the band, as well as their endurance, is to be highly praised. Nevertheless: people were getting tired, and so was the band. What you saw when you looked around yourself were static, sometimes even bored faces, and a band that gradually lost its energy. Toward the end, even though it did not seem like they didn’t enjoy playing, they were simply out of fuel. Many songs sounded quite alike, or had outros that were simply too long, which was particularly tiring because of the bad sound I mentioned before. Instead of including a few more full songs, there was a lot of instrumental improvisation going on. Not that I’m not a fan of that, but in this case it was mostly dull repetition. The best songs, in my mind, were Steady, As She Goes (by The Raconteurs), Whispering Sea (a Loretta Lynn cover), and especially the White Stripes’ track My Doorbell.

Down to Seven Nation Army business: of course he played it. Of course it was the last number. Of course the audience went mad. But, honestly, it should have come before. I could not tell whether he played it just because it was expected of him, or whether he actually enjoyed it. By keeping the song short, however, and sort of „overriding“ it, not paying a lot of attention to neither vocals nor guitar, the song did not turn out to be the climax of the evening.

The thing that really did impress me, however, was the things Jack White told the audience. He started his nostalgic notions by stating how no average teenager of today could tell „what makes the sound on a record“, and listed several examples of today’s trivial artists such as Taylor SwiftKaty Perry and Lady Gaga. What he did is remember everybody in the hall what music is really about, and that most of it is going in a wrong direction.

I went out of the venue with mixed emotions that night. On the one hand I struggled with my unfulfilled expectations, while on the other I felt Jack White had really brought that sense of spirit and musical purity among the audience of what this form of art is actually and truly about. It is thus no wonder that Robert Plant has communicated the wish to record a single with Jack White (apparently Love Me, originally by The Phantom). The two musicians really make a perfect match, ideologically as well as musically.

The thing that’s left for me to say: I do not regret having gone to this show. Just by having been part of the audience, you got the feeling that Jack White actually cherished your being there, as a part of where the real stuff happens.
Hopefully he managed to also bring the same sort of inspiration to students (since he participated in a roundtable discussion on The Rise And Fall of „Paramount Records“ on October 28th at Yale University).

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Photo credits:
© Jack White Official
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Gig Review: Old Steammachine, 06. & 09.11.2014

Blog, Gig Review

…ein Mehrfach-Review über zwei Abende in Wien mit u.a. King Kinski, High Heeler, TARCHON FIST und Old Steammachine.

06.11.2014, replugged vienna
Es war ein stolzes Line-Up aus vier Bands, die am Abend des 06. November im Wiener Replugged (replugged.at) das Publikum bespielten. Den Anfang bildete eine Band, die (noch?) keinen Namen hat und daraufhin vom Veranstalter („Overdub“) Special Guest getauft wurde (was eigentlich kein schlechter Bandname wäre, wie man dann Backstage anmerkte). Mit Schlagzeug, Gitarre und einer singenden Bassistin war es vor allem das Saxophon an der Front, das für dynamische Sounds sorgte. Die Nummern der Band waren eher langsam (vor allem im Vergleich zu den drei folgenden Bands), gingen teilweise schon in Richtung Psychedelic/Trance und lieferten somit einen gemächlichen Einstieg in den Konzertabend.

Weiter ging’s mit Stories Of Us, einem Trio, das sich selbst dem Alternative (Pop-)Rock zuordnet. Das, was Special Guest an Dynamik fehlte, hatte Sänger Max Payer wohl im Überfluss. Vorweg ist zu sagen: diese Band hat in der aktuellen Besetzung (seit 2013) keinen Bassisten. Dass daher ein tragendes Element fehlte, ist klar. Trotzdem war der Gesamtsound der Band in Ordnung. Die Songs waren schon wesentlich schneller, als bei der vorigen Band, allerdings auch kürzer und gingen mehr in Richtung Pop. Selbst würde sich die Band am ehesten mit You Me At Six vergleichen. Zu loben ist der Einsatz des Sängers, der von der ersten Sekunde an viel Energie in die Bühnenpräsenz und die Kommunikation mit dem Publikum steckte. Dies ging sogar so weit, dass er zu einem Zeitpunkt des Auftritts einen Kniefall machte. Hier sollte man vorsichtig sein: bei so viel Bewegung kann der Gesang unter Ablenkung und Unsicherheiten leiden, was hier teilweise passiert ist. Ziemlich mutig war es außerdem, mit einer vergleichsweise ruhigen Nummer abzuschließen.

Die dritte Band des Abends trägt den Namen King Kinski. Hier war ein grandioser Bassist vorhanden – eine/n SängerIn suchte man allerdings vergeblich: die Wiener Band ist nämlich rein instrumental unterwegs. Und das ziemlich virtuos, da sich die Musiker dem Metal verschrieben haben. Es ist zwar Geschmackssache, ich allerdings habe den Instrumentalauftritt sehr geschätzt – hätte es Gesang gegeben (der sicherlich nicht zahm ausgefallen wäre), dann wären die Instrumente kaum so gut zur Geltung gekommen. An Kommunikation und Einbindung des Publikums könnte hier allerdings noch gearbeitet werden – den Bassisten sah man beispielsweise den Großteil des Auftritts über nur von seiner Kehrseite.

Dann betrat Old Steammachine, die letzte Band und Hauptact des Abends, die Bühne. Gegründet im Jahr 2004 ist der Name dieser Gruppe bereits vielen Wiener MusikerInnen ein Begriff. In der aktuellen Besetzung gibt es die Band seit 2014, Drummer Alberto Pierini heuerte vor gut einem halben Jahr bei den Musikern an. Warmgespielt haben sich die fünf Mitglieder vor einigen Wochen bei einem inoffiziellen Gig im Wiener Weberknecht, sozusagen als Generalprobe nach relativ langer Bühnenabwesenheit. Der erste Song der Band am Abend im Replugged trägt den Namen Track Be Our Friend, eine dynamische Einstiegsnummer. Gleich war klar: diese Band befindet sich stil-/genremäßig in einer guten Mitte, die von Sänger Alessandro Wessely gerne als „Melodic Hard Rock“ beschrieben wird. Veranschaulicht – oder genau genommen veranhörlicht – wird dieses Gefälle einerseits durch ihre harten Songs wie Mighty Green und Nightmare, andererseits durch die tiefsinnigen, melodischen Songs, die Namen tragen wie These Days und Memories. Dass sich die Gruppe wieder an die Bühne – und das Teamwork auf der Bühne – gewöhnen muss, war nach der langen Durststrecke spürbar. Leichte Unsicherheiten kamen bei allen Mitgliedern im Laufe des Auftritts vereinzelt vor. Fest steht aber, dass Old Steammachine sich musikalisch und instrumental auf extrem hohem Niveau bewegt. Die Band versteht es, eingängige Gitarrenriffs und -soli von Patrick Lary mit starken Bass-Lines von Felix Mikusch und Alessandro Wesselys tiefer, kraftvoller Stimme und ausdrucksstarken Texten zu kombinieren.

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Old Steammachine

09.11.2014, das BACH Wien
Hier möchte ich an den zweiten Abend anknüpfen, bei dem Old Steammachine den Opener für den der Wiener Heavy Metal-Band Roadwolf organisierten „Metal Blast“ bildete.
Im Vergleich zum vorigen Konzert war hier eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Die Show kam insgesamt stimmiger und entspannter rüber – auch wenn aufgrund der kürzeren Setlist und dem Motto des Abends nur die harten Songs gespielt wurden. Vor allem bei Drummer Alberto merkt man, dass das Spielen immer besser funktioniert und er seinen Weg Schritt für Schritt findet.
Gitarrentechnisch muss erwähnt werden, dass das einzigartige Spiel von Patrick Lary abermals enormen Eindruck hinterlassen hat. Leider gab es jedoch Probleme mit der Einstellung des neuen Verstärkers, weshalb die Gitarre prinzipiell nur auf Distortion gestellt war, und nicht Clean gespielt werden konnte. Dies war aber im Kontext des Abends, der wie erwähnt auf Heavy Metal fokussiert war, passend.
Der Frontmann experimentierte bei diesem Gig stimmlich noch mehr und überzeugte sowohl in den tiefen als auch den hohen Tönen, es gab nur wenige Unsicherheiten. Einziger Wermutstropfen: Keyboarder Hagoles war bei den beiden offiziellen Auftritten leider nicht dabei – bestimmt ist aber beim nächsten Auftritt wieder mit ihm zu rechnen. Als Fazit zu dieser Band lässt sich sagen, dass man hier viel erwarten darf – und noch mehr geboten bekommt. Old Steammachine besticht durch einen eigenen Sound mit Wiedererkennungswert und einprägsamen, runden Songs. Hier ist in nächster Zeit bestimmt einiges zu erwarten – die Band befindet sich auf dem richtigen Weg.

Patrick Lary, Old Steammachine

Patrick Lary, Old Steammachine

Felix Mikusch, Old Steammachine

Felix Mikusch, Old Steammachine

An diesem Abend spielten auch die Musiker der Wiener Band High Heeler, beheimatet im Genre des Heavy Metal. Hier wird Wert auf Show und Optik gelegt – schrille Outfits und ausgefallene Gitarren – darf man vielleicht schon Glam Metal dazu sagen? Der Name wird auf jeden Fall wörtlich genommen:

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Der Hauptact des Abends kommt aus Italien: Heavy Metal Rockers TARCHON FIST. These five guys really know how to make a great show! Singer Mirco Ramondo has real power in his voice and knows exactly how to include the audience, building up maximum spirit for the evening. Two solid guitarists (Luciano Tattini on Rhythm and Sergio Rizzo on Lead Guitar), bassist Marco Pazzini and crazy drummer Andrea Bernabeo make up the necessary frame for a great, energy-driven Heavy Metal Band. The band has great material which is to be found on their various albums and compilations, but also their covers were well done: Iron Maidens‘ Run To the Hills and Judas Priests‘ Breaking the Law drove the audience mad. The last song – AC/DCs‘ Highway to Hell – rounded off the show and started the real party: the band told the audience to come up for a stage invasion, while the musicians themselves went down and continued playing from there. While taking a photo, I, too, was charmingly „kidnapped“ by singer Ramon and moved up to the stage as well, where I took a shot of drummer Andrea:

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TARCHON FIST: it was a real pleasure to hear and see you play and my thanks to you for making this a truly memorable night! The next time we will come and see you in Italy!

A bunch of great guys from Tarchon Fist, High Heeler, Roadwolf and Old Steammachine

A bunch of great guys from TARCHON FIST, High Heeler, Roadwolf and Old Steammachine

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http://www.highheeler.com (High Heeler Website) ©
http://www.roadwolf.at (Roadwolf Website) ©
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Gig Review: Blank Manuskript, 07.11.2014

Blog, Gig Review

Der Abend des 07.11.2014 im BACH (dasbach.at) bot ein harmonisch-abwechslungsreiches Line-Up für das Publikum. Fünfzehn MusikerInnen, drei Bands – je fünf Artisten pro Gruppe – sorgten für eine akustische Erlebnisreise. Den Einstieg machte die Band My Solace Lies. Die Steirer, die erst im Oktober 2013 zueinander gefunden haben, bewegen sich laut eigenen Aussagen zwischen Pop und Alternative. Bei einem Mix von melancholisch-ruhigen als auch vielen schnellen Nummern ist hier das Arrangement mit Sänger/Keyboarder Iscariot als Frontmann interessant.

Weiter ging’s mit Progressive Rock und der Wiener Band Mind[s]peak. Mit ihrem Debütalbum „Pictures“ hat sich die 2009 gegründete Gruppe bereits einen Namen gemacht. Instrumentalisch geht es hier – typisch Prog Rock – ums Experimentieren. Dass die Gruppe sich mit jeder Nummer auf ein musikalisches Abenteuer begibt, macht die Dynamik und Ausstrahlung der Band aus. Solide Riffs am fünfsaitigen Bass von Simon Nagy und gutes Handwerk an den Drums (Gabriel Lahrmann), präzises Gitarrenspiel (Alex Clément) und Keyboard-Elemente (Christoph Kasparovsky) bildeten beim Konzert die Basis für die Überraschungen, die Mind[s]peak zu bieten hatten. Zu erwähnen ist hier insbesondere der Titel Tragedy of Perfection, der aus mehreren Teilen besteht und mit seinen 12:35 Minuten ein tiefes Eintauchen in die Band-Materie erlaubt. Ein Highlight war bei diesem Song vor allem der – leider etwas kurze, dafür aber sehr effektvolle – a cappella-Teil, bei dem alle Anwesenden hellhörig wurden. Sängerin Viktoria Simon hat eine sehr klare und relativ hohe Stimme, die in dem instrumentellen Kontext der Band eher unerwartet kam. Bei den Backing Vocals der Kollegen hätte ich mir daher zum Ausgleich eher tiefere Stimmen gewünscht. In jedem Fall ist Mind[s]peak keine Band, die man unterschätzen sollte – hier kommt sicherlich noch einiges an Material auf uns zu! 0002340699_10

Als dritte und letzte Band betrat schließlich Blank Manuskript die kleine Bühne des Wiener Lokals. Was sofort beeindruckt: in dieser Band wird der Gesang nicht von nur einer Frontperson getragen – er wird aufgeteilt. Und das auf alle Mitglieder. Gegründet 2009 sind in der aktuellen Besetzung noch die beiden ursprünglichen Mitglieder Dominik Wallner (Keys) und Alfons Wohlmuth (Bass, Querflöte) zu finden. Die drei weiteren Musiker Jakob Aistleitner (Saxophon, Querflöte, u.a. Blasinstrumente), Peter Baxrainer (Gitarre) und Jakob Sigl (Schlagzeug) haben im Laufe der Zeit ihren Weg zur Band gefunden und bilden nun ein Team aus hochtalentierten Musikern mit großer Vision. Definiert wurde der Stil der Band (Prog/Art Rock) offenbar erst durch die Medien. Die Musiker selbst wollten mit ihrer Musik jedoch Geschichten erzählen und bewusst die 3-Minuten-Radio-Schiene meiden. Dass sie sich in ihren Werken also Elementen bedienen, die im Art Rock bei Bands wie Pink Floyd, Yes, Genesis, etc. zu finden sind, die sich durch eine ähnliche Mentalität auszeichnen, verwundert nicht. Das Großartige an der Musik von Blank Manuskript ist, dass sie dem Hörer die Möglichkeit gibt, einzutauchen und sich in den vielfältigen Klangarrangements (sei es eine Fuga am Klavier oder ein dynamisches Solo am Saxophon) fallen zu lassen. So ist es mir bei dem Konzert auf jeden Fall gegangen. Auch das Shine On You Crazy Diamond-Cover, welches die Band als Zugabe zum Besten gab, war ein besonderes Extra dieses Abends. Und so sehr das Publikum sich über den Song gefreut hat: er wäre nicht mehr notwendig gewesen, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Dass die Gruppe den Track allerdings (vor allem instrumental) so großartig gecovert hat, hebt den Respekt auf ein noch höheres Level. Alle Songs als in sich geschlossene Gesamtkunstwerke, die untereinander doch verknüpft sind, um einzigartige Konzeptalben zu schaffen – so könnte man die Musik von Blank Manuskript beschreiben. Bereits zwei Alben („Tales From An Island“ und „A Profound Path“) wurden aufgenommen, das dritte („The Waiting Soldier“) ist noch in Arbeit, soll aber auch bald veröffentlicht werden. Ich bedanke mich für einen wirklich gelungenen Abend. Auf ein Konzert zu gehen, unwissend, was Einen erwarten wird, hat (leider) nur selten ein optimales Ende. Der Abend des 07.11. war allerdings eine solche Ausnahme, besser geht es nicht!

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Weitere Infos / Empfehlungen / Photo Credits:

http://enter.blankmanuskript.at (Blank Manuskript Website) ©
http://www.musicaustria.at/magazin/pop-rock-elektronik/interviews-portraets/mica-interview-blank-manuskript (Blank Manuskript Interview) ©
http://mindspeak.bandcamp.com (Mind[s]peak Website) ©

Film Review: „Get On Up“

Blog, Film Review

Das neue James Brown Biopic feierte am 09. Oktober 2014 Premiere in Deutschland. Regisseur Tate Taylor hat mit u.a. Mick Jagger („Jagged Films“) als Produzenten und Chadwick Boseman in der Hauptrolle ein wahres Funk-Spektakel kreiert.

„The Funk don’t quit!“
So lässt sich nicht nur die Storyline des Films, sondern auch das Leben von James Brown, dem „Godfather of Soul“ beschreiben.
In prekären Verhältnissen aufgewachsen landet Brown als Jugendlicher im Gefängnis, wo er auf Musiker Bobby Byrd trifft, der sein Gesangstalent entdeckt und ihn alsbald von dort rausholt. Die beiden sind ab diesem Zeitpunkt unzertrennlich und formen Byrds bestehende Band bei einer spontanen „Stage-Invasion“ in der Pause eines Little Richard-Konzerts in die Famous Flames um. So wird aus der ehemaligen Gospelgruppe eine Funk-/Soulband mit James Brown als Frontmann.
Die Spirale des Ruhms ist nach einem Plattenvertrag bei „King Records“ nicht mehr aufzuhalten – James Brown wird zum Weltstar und einem der einflussreichsten und für sämtliche Nachfolgemusiker prägendsten Künstler. Wie bei so vielen anderen Berühmtheiten allerdings steigt auch ihm der Erfolg zu Kopf, woraufhin Brown einige Fehlentscheidungen trifft. Die Auseinandersetzung mit seinen Mitmenschen und letztlich sich selbst zieht sich als tiefgreifendes Thema durch den gesamten Film.

„If it sound good and it feel good, then it’s musical.“
Der Film folgt prinzipiell einer chronologischen Basis, springt jedoch oft zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umher. Manchmal verliert man daher kurz die Orientierung – vor allem anfangs, wenn man noch nicht an den Aufbau gewöhnt ist. Achtet man jedoch auf die eingeblendeten Jahreszahlen, findet man sich schnell zurecht.
„Get On Up“ ist in der Tat ein Biopic – ein „biographical film“. Doku braucht man hier keine erwarten – der Film könnte auch ohne Realitätsbezug gemacht worden sein und dabei beeindrucken. Er hat eine spannende Handlung und viele Charaktere zu denen ein persönlicher Bezug hergestellt wird. Auch die Beziehungen unter den Personen selbst werden stark thematisiert, wie etwa das Verhältnis von Brown zu seiner Mutter oder seinem besten Freund Bobby Byrd.
Das Biopic wirkt mit 139 Minuten ziemlich lang – die Zeit vergeht aber wie im Flug. Eigentlich hätte der Film auch doppelt so lange ausfallen können: vieles aus Browns Leben – einige Personen, die ihn beeinflussten, oder Erfolge, die er feierte – wird gar nicht erwähnt. Wahrscheinlich ist im Format eines Films Akribie aber auch nur bis zu einem bestimmten Grad umsetzbar. Besonders großartig sind in jedem Fall die Musikszenen wie Proben, Auftritte, etc., von denen man als Zuseher und -hörer nicht genug bekommen kann. Chadwick Boseman hat die Tanzchoreographien für den Film sechs Stunden täglich trainiert und meistert bspw. den „Mashed Potato“ beinahe genau so gut wie der „echte“ James Brown. Was den Gesang betrifft: es werden zwar in den meisten (Konzert-)Szenen optimierte Originalaufzeichnungen von James Brown verwendet, ab und zu singt Boseman jedoch wirklich selbst – und das alles andere als schlecht! Von Mimik, Gestik und Sprache her hat Boseman sein Spiel im Grunde zur Perfektion gebracht.

Neben der Tatsache, dass dieser Film eine grandiose Unterhaltung darstellt, bekommt man dank ihm auch die Gelegenheit, tief in den Sound und den Stil von James Brown einzutauchen und den totalen, eigenen Groove einer ganzen Ära bedeutender Musik zu fühlen.

Ich spreche hiermit eine ganz klare Empfehlung aus, sich diesen Film anzusehen – man wird es nicht bereuen. Denn schließlich sind die im Film behandelten Genres (R’n’B, Funk und Soul) mitunter die Vorreiter so vieler anderer großartiger Stile und Künstler der (Rock’n’Roll-)Musikgeschichte, aber auch in sich selbst ein fantastisches Gesamtkunstwerk – welches man entsprechend würdigen sollte.

Weitere Infos:

http://www.getonupmovie.com („Get On Up“ Website)

Gig Review: The Libertines – Reunion Tour, 05.10.2014

Blog, Gig Review

Going to a concert to see a band, well, that does mean something. Sometimes you pay a lot of money for it, or spend hours driving to the location. From time to time it happens that you even fly to another country and spend the night there, just to see the band. Well, this was the case for me in the beginning of October with The Libertines in Düsseldorf, Germany.

Almost to the minute we entered the concert hall of the Mitsubishi Electric Hall, the supports were already done, so we did not have to wait long for the main act.
They played the old and famous songs of their albums „Up the Bracket“ and „The Libertines“, new material was not included (yet).

Admittedly, the joy was endlessly great, despite the doubts that filled my head until the very last second the band actually showed up. „What if they don’t come after all?“, „What if Peter makes up his mind again?“ (which happened with Babyshambles on Frequency Festival in August this year)…what for would I have come to Düsseldorf, then? (No offense).

But they did come, and boy did they play! The top-songs of the evening were (a little surprisingly) The Boy Looked At Johnny, as well as all-time favourite Up the Bracket, during which the crowd went completely mad. Naturally, this was especially the case in the moshpit, which even I (unexpectedly!) found myself in.
Musically, the gig was very good, John Hassall and especially Gary Powell delivered a great performance. As usual, both of them stayed in the background, but it was Gary Powell who in the end heartily thanked the audience and said goodbye.
Peter Doherty seemed a little bit insecure at this gig and kept seeking for Carl Barât’s eye contact and „approval“, who performed more reliably. Each of them played a solo song, which clearly highlighted the differences between the two front men. Peter as the romantic poet, who has this blurry – and there for hypnotizing – sound, and Carl, who is definitely the better guitarist and more experienced musician.

Opposites attract – this is obviously the case with The Libertines. And even when it’s clear, that a band with two inofficial front men has quarrels from time to time – it’s important that they continue making music. And they’re doing that now.
The concert was the seventh and last in the row of reunion-liveshows that started this summer. The thing that so many fans thought impossible, has actually happened in the end: The Libertines are back together, touring, and even working on a new album which is supposed to come out in 2015. After the „failed“ reunion in 2010 (and before), fans had to content themselves with Peter Doherty’s and Carl Barât’s individual projects, such as Babyshambles, Dirty Pretty Things, The Jackals, etc.

Seeing the two of them together again, however, makes hearts leap for joy. Also during the gig they were practically inseperable: mic-sharing was practised all night long, just like in the good old days. At the end of the show the two blood brothers hugged each other so heartily, that there were certainly some tears shed in the audience.
Fans know: The Libertines are a fantastic band, and we are looking forward to what next year will bring!

© Robin Frank, 2014

© Robin Frank, 2014

Photo credits:

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Book Review: „My Prodigal Son“ & „Last of the Rock Romantics“

Blog, Book Review

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Das von Jacqueline Doherty geschriebene und 2006 veröffentlichte Buch ist ein Versuch, das Leben ihres Sohnes Peter Doherty aus ihrer persönlichen Sichtweise als Mutter zu schildern. Jackie Doherty geht dabei chronologisch vor und gibt dem Leser interessante Insights und Details zum Leben der Familie Doherty, die man wohl von keiner anderen Person zu hören bekommen könnte. Der Schwerpunkt des Buchs liegt allerdings nicht darin, Peters musikalischen Werdegang zu beschreiben. Fokus liegt auf seinen Drogenproblemen und darauf, wie seine Mutter mit den unendlich großen Sorgen fertig geworden ist – oder immer noch dabei ist, das zu tun. Dabei verteufelt sie ihren Sohn nie, ganz im Gegenteil, oft ist man überrascht von ihrer extremen Geduld. Häufig schreibt sie, dass sie sich zum Ziel gemacht hat, anderen Müttern in ähnlichen Situationen mit diesem Buch zu helfen. Häufig wird auch von Gott gesprochen, bzw. wird dieser angepriesen. Diese beiden Aspekte verleihen dem Buch leider eine etwas zu belehrende „Ratgeber“-Note, weshalb man es nicht wirklich als Musikbiographie bezeichnen kann. Trotzdem ist die Perspektive der Mutter aufschlussreich und das Buch definitiv zu empfehlen.

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Alex Hannafords „Pete Doherty. Last of the Rock Romantics“ ist die am weitesten etablierte Biographie über Peter Doherty. Etwa zur selben Zeit veröffentlicht wie das oben genannte Buch (2006/7), gelang es dem Journalisten Alex Hannaford ein Bild von dem Leben Peter Dohertys zu zeichnen und den Segen von Jackie Doherty in Form eines Vorworts im Buch selbst zu bekommen. Dies impliziert einen gewissen Grad an Qualität des Buches, der sich nicht leugnen lässt. Hannaford hat zu großen Teilen penibel recherchiert (es stimmt allerdings nicht alles zu hundert Prozent) und sich sehr in die Einflüsse und Vorbilder von Peter und seinen Bandkollegen (u.a. natürlich Carl Barât) vertieft. Auch die Vision, das heruntergekommene England mit seiner Hauptstadt London wieder zu den alten Idealen zurückzuführen, die Peter so sehr begeistern, wird gut beschrieben (Anm.: oft wird diese Idee als „Journey to Arcadia“ mit dem Schiff „Albion“ bezeichnet).

Gut ist, dass Hannaford nicht gleich bei den Libertines loslegt, sondern auch den frühen Jahren in Dohertys Leben einige Kapitel einräumt. Natürlich beginnt die musikalisch relevante Zeit für Peter erst, als er nach London zieht und dort Carl kennenlernt. Die Ups und Downs der Libertines sowie die Formation der Babyshambles bilden den Kern des Buches. Über die Drogenexzesse und gescheiterten Entzugsversuche schreibt Hannaford wenig. Ein klares Plus für einen Journalisten, der sich endlich für das Wesen und die Musik des Sängers interessiert, und weniger für dessen Privatleben.
Dieses Buch vermittelt ein gutes Basiswissen über Peter Doherty und seinen musikalischen Werdegang sowie den der Libertines und Babyshambles und ist daher ein Must-Read für alle, die sich als Fan von Peter Doherty bezeichnen.

Und: als gewisses „Extra“ sind im Buch nahezu sämtliche Adressen von Clubs, Pubs und sonstigen Venues oder Orten (hauptsächlich in London) zu finden, die man mit Peter und seinen Kollegen in Verbindung bringen kann. Sicherlich nicht nur ich habe einige davon abgeklappert, als ich in London war…

Carl Barât's flat, "Albion Rooms", 112a Teesdale Street, Bethnal Green, East London

Carl Barât’s flat, „Albion Rooms“, 112A Teesdale Street, Bethnal Green, East London

Film Review: „Begin Again“

Blog, Film Review

Der Film erzählt einen gemeinsamen Sommer aus dem Leben von Dan, einem heruntergekommenen, ehemals erfolgreichen Musikproduzenten und Gretta, einer (Hobby-) Musikerin/Songwriterin. Die kurze Zeitspanne, in der die ziemlich märchenhaft-naive Handlung stattfindet beträgt nur einige Wochen in den Sommermonaten in New York City.
Gretta ist mit ihrem aufsteigenden Musiker-Freund Dave nach New York gegangen, um ihn auf Tour zu begleiten, dieser verabschiedet sich jedoch schnell von ihr, als er immer erfolgreicher wird. Gretta bleibt in New York, weil sie am selben Abend, an dem ihr Freund sie verlässt, spontan einen Song in einer Bar zum Besten gibt und so Produzenten Dan kennenlernt. Dieser ist auf Anhieb begeistert von ihr und wittert eine neue Chance für seine berufliche Karriere. Die beiden begeben sich also auf ein ziemlich amateurhaftes Abenteuer: ein Outdoor-Album auf den Straßen New Yorks aufzunehmen.

Hauptdarstellerin Keira Knightley macht ihre Sache – was das Schauspiel betrifft – gut, ist jedoch nicht so stark wie sonst. Für die Rolle nahm sie zum ersten Mal Gesangs- und Gitarrenunterricht, davor hatte sie wenig bis gar nichts mit Musik zu tun. Das merkt man in den Musikszenen sehr. Die Unsicherheit kommt beim Singen immer wieder durch, weder stimmlich noch instrumental ist die Leistung gut genug. Das ist allerdings nicht ihr vorzuwerfen, sondern Regisseur John Carney, der sie ausgesucht hat. Prinzipiell ist die Musik in dem Film sehr eintönig und flach, was nicht nur an Knightleys Stimme und den banalen Melodien liegt, sondern natürlich hauptsächlich an den Songwritern des Films. Ordentliche Musik wird in diesem Film bestenfalls nur erwähnt (wie etwa Bob Dylan) oder im Hintergrund abgespielt (z.B. Frank Sinatra).

Die Handlung prinzipiell ist – klassisches Hollywood – sehr naiv und realitätsfern. Die Idee, einen Kinofilm zu drehen, in der es doch viel über die Musikindustrie und -produktion geht, ist im Grunde nicht schlecht – Basiseindrücke werden hier auf jeden Fall vermittelt. Trotzdem bekommt man den Eindruck, dass sich hier eigentlich niemand so richtig mit der Thematik auskennt und der Film nur unter einem „Musikschleier“ gemacht wurde. Dies liegt vielleicht auch an der schlechten Wahl des Hauptdarstellers – Mark Ruffalo. Ihm nimmt man die gespielte Liebe zur Musik einfach nicht ab.

Besser wäre es gewesen, „Begin Again“ mit tatsächlichen aufstrebenden Künstlern aus New York zu drehen. So hätte der ein oder andere Bassist, Schlagzeuger oder Keyboarder eine große Chance bekommen, ganz zu schweigen von einer talentierten Sängerin, die sich in diesem Format hätte beweisen können.

Ein Film, der für das breite Publikum ein weiteres unterhaltendes Hollywood-Entertainment darstellt, für tatsächlich Musikinteressierte gilt allerdings: diesen Film muss man nicht gesehen haben.

Gig Review: Kaiser Franz Josef – Reign Begins Tour, 27.09.2014

Blog, Gig Review

„Wen habe ich dieses Jahr am Nova Rock Festival verpasst?“ war die Anfangsfrage in meinem Kopf, die mich am Ende zu einem neuen Anhänger einer vielversprechenden Wiener Rockband machen sollte.

Ich durchforstete also das Line Up des Nova Rock 2014 und da las ich es: Kaiser Franz Josef. Von dieser Band hatte ich schon gehört. Nicht, weil sie 2013 im ORF auftraten; nicht, weil sie den Amadeus-Award gewonnen haben (Anm.: 2014, Rock / Hard&Heavy); nicht, weil sie AC/DC-Support waren (!); es war auch keine Verwechslung mit Franz Ferdinand, die vielen passiert. Um ehrlich zu sein: ich kann tatsächlich nicht sagen, warum mir der Name ein Begriff war. Gefolgt war meine Entdeckung von einem noch tatsächlicheren Fluchen, als mir klar wurde, dass ich KFJ am Nova Rock verpasst hatte – ja nicht einmal von ihrem Auftritt wusste!

Nach kurzem Frust und ein paar Klicks landete ich dann allerdings auf der KFJ-Website bei Liste der bevorstehenden Gigs: Samstag, 27. September 2014, Szene Wien, 20:00 Uhr.
Volltreffer!

Um niemanden mehr auf die Folter zu spannen: das Konzert war fantastisch. Es hat alles gepasst – die Band war pünktlich, legte gleich energiegeladen los und brauchte nicht lange, um das Publikum mitzureißen, die Halle war voll.

Neben den bereits bekannten Songs ihres Debütalbums „Reign Begins“ wie beispielsweise Found My Way, How Much Is A Mile oder dem in meinen Augen großartigen Seasons gab es im letzten Drittel des Gigs zwei Überraschungen: zum Einen kündigte Frontmann Hesham Abdelsalam in Schau’mamalwasdarauskommt-Manier ein Cover an. Als die ersten Töne des Intros von Led Zeppelin’s Whole Lotta Love gespielt wurden, wurde ich kritisch. Man muss sich ja nicht immer gleich übernehmen, dachte ich, und meine Euphorie ließ ein gutes Stück nach…allerdings nur um Sekunden später einen neuen Höhepunkt zu erreichen. Die „Kaiser“ sind sogar einer der meist gefeiertsten Led Zeppelin-Nummern gerecht geworden! Selbst wenn ich von KFJ beeindruckt war: das hätte ich ihnen dann doch nicht zugetraut.

Ab da konnte ich mir sicher sein: als Sänger und Gitarrist weiß nicht nur Sham, was er tut. Tom Pfundners Beats waren präzise gespielt, und nicht nur bei diesem Song hat er richtig reingehauen! Die Jungs setzen sich offensichtlich penibel mit ihrem Material auseinander.
Die zweite Überraschung war ein Acoustic-Song, der nicht auf dem erwähnten Album erscheint. Offenbar trägt er den Namen Release Me und ist Teil des neuen Albums, an dem momentan noch gearbeitet wird. Der ruhige Song kam extrem gut in der Menge an und wurde mit Ausrufen wie „Endlosschleife bitte!“ gepriesen.
Es ist sehr erfrischend, eine Band zu sehen, die sich mehrerer Stilfacetten bedient und diese gut umsetzt. Man wird bei Kaiser Franz Josef hellstimmige, schnelle Rocksongs finden, die mit gekonnten Schreien versetzt werden, als auch balladenartige Songs, bei denen einzelne, lang gehaltene Töne Volumen bringen und für Gänsehaut sorgen.

Das „Reign Begins“-Album habe ich mir schon geholt. Und auch wenn die Qualität der Aufnahmen sehr gut ist: live überzeugt die Band mehr. Das kommt nicht oft vor, kann aber ein entschiedener Vorteil sein, wenn man sich dessen bewusst ist. Bei dem Konzert erreichte Shams Gesang kräftige Tiefen, auf dem Album flacht die Stimme dagegen oft ab.

Ein kurzes Wort zum Support des Abends: The Crispies – einige gute Ideen, ein solider Gitarrist (bei dem auch kurz ein Bottleneck zum Einsatz kam, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht) und ein Sänger, der scheinbar versuchte seine Nervosität in exzentrische Bewegungen zu verpacken, die aber durchaus was für sich hatten! Beim Auftritt  dieser Band kamen einige interessante Gesangselemente wie Seufzen und Stöhnen durch (z.B. bei I’ll Love), leider wurden diese guten Ideen aber durch zu viele Wiederholungen abgeschwächt. Das betrifft auch die Lyrics. Eine Assoziation für mich war Jack White – hier kann man teilweise Einfluss-Ansätze stimmlicher Parallelen zum Sänger der Crispies ziehen. Diese kreative Linie, bei der sich die Band selbst ausprobiert und experimentiert, ist ziemlich aufregend – weiter so!

Der Abend jedenfalls war ein Highlight. Die drei „Kaiser“ wissen genau, wie man das Publikum zu sich ins Boot holt, die Kommunikation hat durchwegs gepasst. Hier hat vor allem auch Bassist Can Aygün für einiges an Stimmung gesorgt.

Um es mit den Worten des >echten< Kaiser Franz Josef zu sagen: „Diese neue Erfindung hat mich sehr interessiert und ich danke für die Vorführung derselben.“

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