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Opinion: „Ooh, It Really Makes Me Wonder“

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If artists claim originality for a riff –
who is supposed to really prove them wrong?

Did Led Zeppelin steal the riff from “Stairway to Heaven“? Spirit have been battling the rock giants in a seemingly endless court case since 2014. They claim Zeppelin used a melody section from their own instrumental “Taurus“. In 2016, Zeppelin had been found not guilty of copyright infringement on Spirit‘s song. In 2018, however, a new trial was ordered, apparently due to erronious jury instructions. This Monday, the argument continued in yet another hearing at the 9th U.S. Circuit Court of Appeals in San Francisco.

Spirit‘s lawyer, Francis Malofiy, brought forth the argument that “Jimmy Page has five of Spirit‘s albums in his record collection“, as he ingeniously told The Associated Press. No doubt Page nicked the riff then, right? It‘s not that easy, Francis. “Stairway“ goes all the way back to 1971, and it‘s arguably one of Zeppelin‘s most famous songs. Yet it‘s true: if you listen to “Taurus“, there are striking similarities, and the Spirit song was published three years earlier. Hence, the band‘s legal attempt is legitimate.

But can anyone ever really find out the truth? As long as Page claims he did not steal the riff, who is supposed to prove him wrong? Fans say the whole affair feels like a cash grab at Zeppelin‘s fortune. And leading a battle against what has grown to be one of rock‘s most famous enterprises appears daunting, to say the least. Yet protecting artists‘ creations is undoubtedly indispensable, as is taking their concerns on potential copyright infringement seriously. But in a situation like this, when it‘s brawler against brawler, where shall the jury really draw the line? It makes me wonder.

Opinion: Of Gravel and Shells – P!NKs Dankesrede bei den VMAs 2017

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P!NK nahm bei den diesjährigen Video Music Awards den Michael Jackson Video Vanguard Award entgegen und widmete ihre Dankesrede ihrer sechsjährigen Tochter Willow Hart. Der Anlass: das Mädchen nannte sich selbst „das hässlichste Mädchen, das ich kenne“.

Die Reaktion der fassungslosen Mutter ist überraschend. Anstatt ihrer Tochter den Unsinn ausreden zu wollen, bereitet P!NK ihr eine PowerPoint-Präsentation vor, in der sie ihr androgyne Rockstars wie David Bowie, Janis Joplin und Annie Lennox vorführt. Sie erklärt Willow, dass diese Menschen tagtäglich mit Beleidigungen und Vorurteilen bezüglich ihres Aussehens zu kämpfen hatten bzw. haben, sich aber dennoch nicht verändern, um irgendwelchen Idealen gerecht zu werden. Deshalb seien sie ja so erfolgreich, genau wie die Sängerin selbst.

Die Situation wirft natürlich wichtige Fragen auf: wie kommt ein sechsjähriges Kind darauf, sich hässlich zu nennen? Woher kommt diese verfälschte Selbstwahrnehmung? Und wieso spielt Aussehen in diesem Alter heutzutage überhaupt eine so wichtige Rolle?

Autorin und Musikwissenschafterin Susan McClary schrieb einmal über Janis Joplin, dass sie gerade deshalb so erfolgreich war, weil sie eben nicht talentiert und schön war. Eine Frau mit einer solch gewaltigen Stimme, und dann auch noch attraktiv? Das wäre doch viel zu viel – Neid hätte Überhand genommen. Und das Fragenrad dreht sich weiter: darf man als Frau nur auf einer Ebene herausragend sein? Darf man überhaupt herausragend sein? Einerseits werden schöne und talentierte Frauen, beispielsweise aus der Filmwelt, idealisiert und nachgeahmt, wo es nur geht. Andererseits ist die Missgunst ihnen gegenüber auch so groß, dass man sich sicher sein kann, sie am Titelblatt der nächsten Ausgabe diverser Klatschmagazine unter der Überschrift „Auch Stars nicht vor Cellulite gefeit“ zu finden. Die Medienwelt und ihre konsumierende Masse kann sich wohl nicht recht entscheiden, ob man Personen nun zu Vorbildern machen und diesen nacheifern soll, oder ob man jeden Menschen, der erfolgreich ist – sei es aufgrund von Talent, Schönheit oder sonstigem – doch besser verteufelt. Dass dieses Gefälle für Gesellschaftsdruck und Komplexe, vor allem bei unseren Jüngsten, sorgt, liegt auf der Hand.

P!NKs abschließender Appell ist daher umso ernster zu nehmen: „We don’t change. We take the gravel in the shell and we make a pearl. And we help other people to change, so they can see more kinds of beauty.“ Kein Wunder, dass die Musikerin es so weit gebracht hat.

 

Mehr Infos:

http://www.rollingstone.com/music/news/vmas-2017-watch-pinks-video-vanguard-acceptance-speech-w499122