Gig Review: Molten Chains / Wildhunt / Dungeon – 28.11.2018

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Von Kupfer bis Thallium

Ein Abend, drei Bands, hundert Facetten: Wie viele unterschiedliche Schwermetalle es geben kann, zeigten Molten Chains, Wildhunt und Dungeon am 28. November im Wiener Lokal BACH.

Es ist das letzte Heavy-Metal-Konzert im BACH, bevor das Lokal 2019 seinen regulären Betrieb einstellt und sich für eine »Schaffenspause« und »konzeptionelle Planung« zurückzieht. Die wirtschaftliche Lage und prekäre finanzielle Situation sind für die Einrichtung untragbar geworden. Obwohl das BACH seit 2011 mit über 1.000 Bands die Ohren unterschiedlichster Besucher*innen beschallt, lässt sich »auch im achten Jahr kein durchgehender Trend bei den Besucherzahlen erkennen« – das Risiko, weiterzumachen, sei es (vorerst) nicht wert. Und dem Underground brennt das Herz: Wieder ein Szenelokal weniger, oh Wien, du Banaus*innenkonglomerat! Umso mehr jedoch Grund, den Abend bewusst aufzusaugen.

»Into the unknown passageways of death«: Heavy Metal
Auf die Minute pünktlich starten Molten Chains (AT) um 20:00 Uhr ins Set ihres allerersten Gigs. Die Band, die ihre Anfänge im Herbst 2017 verzeichnet, besteht aus Brenton Weir (E-Gitarre, Gesang), Dan Fairhurst (E-Bass) und Johanna Bürger (Schlagzeug). Die Gruppe spielt recht verhalten, was bestimmt der Nervosität angesichts dieser Premiere zuzuschreiben ist. Zu Unrecht jedoch, denn hier stecken nicht nur Potenzial, sondern auch einige Überraschungsmomente drin! Beispielsweise trifft das Ohr auf Question-and-Answer-Phrasen zwischen Instrumenten und Gesang, diverse Gesangsstile (auch das im Heavy Metal heiß geliebte Falsett ist dabei), Marschrhythmen und reißende Dynamiken. Nach dem dritten Song weist Sänger Weir darauf hin, dass hier und heute die erste Demo um nur 3,- Euro erhältlich ist (aufgenommen im Juni dieses Jahres), also »kauft das einfach!« Man darf gespannt sein, wie es im kommenden Jahr mit Molten Chains weitergeht, wenn Bassist Fairhurst aus Irland nach Wien zieht.

»A twisted world within«: (Progressive) Thrash Metal
Wildhunt (AT), eine Wiener »Heavy Thrash Metal«-Band, gegründet 2011, haben uhrzeitmäßig den dankbarsten Slot für einen Mittwochabend abbekommen und spielen von 20:30 bis 21:30 Uhr. Die Gruppe ist Teil der Austrian Heavy Metal Alliance (AHMA) und hat 2016 ihr Debütalbum »Descending« unter Metal On Metal Records veröffentlicht. Wolfgang Elwitschger (E-Gitarre, Gesang), Julian Malkmus (E-Gitarre) und Lukas Roth (Schlagzeug) sind momentan zwar auf der Suche nach einem Bassisten, das soll für diesen Auftritt jedoch kein Hindernis darstellen: Stefan Gutenthaler, eigentlicher Bassist und Sänger der niederösterreichischen Metal-Band Küenring hilft aus und beweist sein Können nach lediglich einer (!) gemeinsamen Probe. Eine nachdenkliche Melodie im Dreivierteltakt, gespielt im Twin-Guitar-Style, bildet das Intro des Sets, gefolgt von einem energischen »Hey!« des Sängers, der sogleich zu dem Riff ansetzt, der den Song »The Holy Pale« einleitet. Die Twin-Guitars sind ein fester Bestandteil im Stilrepertoire von Wildhunt, ebenso wie Roths kraftvolles Schlagzeugspiel (so mancher Fan lobt insbesondere dessen Double Kick) und Elwitschgers relativ tiefer Gesang, der, wenn der Sänger richtig presst, am wirkungsvollsten ist. Auch wenn die Performance stellenweise etwas wässrig schmeckt: Spannend sind Nummern wie »Erlkönig«, »Thrill to Kill« und »Age of Torment« – Aushängeschilder für den ungewöhnlich progressiven Ansatz, den die Thrash-Musiker mitbringen. Anzeichen hierfür sind die häufigen Rhythmen- und Tempiwechsel, schlau gesetzte Breaks und Lyrics, die mit Erzählsträngen aufgewertet sind. Die Musik von Wildhunt ist waschechter Thrash Metal, bei dem aber die Melodik nicht zu kurz kommt. Für 2019 sind das zweite Album und eine Tour geplant.

»Unholy attack«: Speed Metal
Luke Drew (E-Gitarre, Gesang), Daragh Markham (E-Gitarre), Olivia Arley (E-Bass) und Chris Parker (Schlagzeug) treiben seit 2014 als Dungeon ihr Unwesen. Aus London wurden sie zu diesem Anlass nach Wien eingeflogen, um dem Publikum eine echte Ohrfeige zu verpassen – es geht jedenfalls wesentlich schneller und aggressiver zu als bei den beiden vorigen Bands. »Fuck yes, there’s a fucking lot of you for a Wednesday night!« – in der Tat ist das Konzert anständig besucht und dem Publikum scheint die Show zu gefallen. Man hat allerdings schnell den Eindruck, dass es Dungeon eigentlich komplett egal ist, ob irgendjemand vor ihnen steht oder sie alleine sind; die Energie der Gruppe scheint so ausgeprägt, dass sie vermutlich bei jeder Probe genauso abgeht. Trotz dieser beneidenswerten Power verflüchtigt sich das Publikum Song für Song langsam – schafft die Band es doch nicht, zu fesseln? Der Eindruck bestätigt sich, als Drew nach der angekündigten letzten Nummer mehrmals die Frage »One more?« stellt – als wäre sich die Gruppe nicht ganz sicher, ob sie wirklich noch nachlegen soll. Nach der Zugabe verabschiedet der Frontmann das Publikum mit den simplen Worten: » Fuck off and good night!« Natürlich ist das liebevoll gemeint – Metalheads verstehen das.

Autorin: Robin Frank

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei skug.

Mehr Infos / Photo Credits:
https://www.facebook.com/moltenchains/
http://www.wildhunt.at/
https://www.facebook.com/DungeonLondon/
https://www.dasbach.at/
Photo: ©Firstpriestphotography

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Gig Review: Roadwolf, 21.11.2014

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Es war ein groß angekündigter Gig, der am Freitag des 21. November im Wiener Escape (escape-metalcorner.at) stattfand. Ein Line-Up aus den drei Bands Diamond Falcon, Roadwolf und Lizzy Borden garantierte einen Heavy Metal-Abend vom Feinsten.

Ich kam gegen Ende des Auftritts von Diamond Falcon im Lokal an. Mit viel Humor und dem wohl originellsten Mikroständer, den ich je gesehen habe (ein Falke mit leuchtenden Augen war daran montiert) starteten die Musiker energiegeladen in den Konzertabend.

Mein Ziel des Abends war allerdings nicht der Hauptact Lizzy Borden, sondern Support Roadwolf. Mit Diamond Falcon und drei weiteren Bands (Wildhunt, Liquid Steel und High Heeler) bilden Roadwolf die „Austrian Heavy Metal Alliance“ (AHMA): eine Kräftevereinigung, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Heavy Metal in Österreich wiederzubeleben, zu unterstützen und in die restliche Welt zu tragen.
Gelungen ist Roadwolf das auf dem Wacken Open Air 2014, ihrem bisher größten Auftritt.

Dass diese Band was draufhat, erklärt sich also bereits von selbst. Kompromisslos starteten die Musiker mit der Nummer Never Surrender. Eine gute Entscheidung, denn bereits hier war das Publikum gefesselt.
Der Gig verlief steil nach oben, mit jedem Song wuchs die Energie im Raum und der Enthusiasmus sowohl auf Seiten der Band als auch des Publikums. Professionell war ein Track gefolgt vom nächsten, es gab keine langatmigen Pausen dazwischen, die die Stimmung dämmten. Ganz im Gegenteil: hier mussten die Zuhörer nicht einmal dazu aufgefordert werden, Stimmung zu machen: bei einem Roadwolf-Konzert passiert das von selbst. Dadurch, dass die Band neben eingängigen Songs und großartigen Musikern auch Optik, Bühnenpräsenz und einfallsreiche Showelemente vorweisen kann, wird das Publikum positiv gefordert und inkludiert. Und das wird mit entsprechender Stimmung und Resonanz belohnt.
Als vierten Song spielte die Gruppe Pumping Iron, fast schon eine Hymne, wenn man sich ansah, wie viele Leute mitsingen konnten. Nach Wheels Of Fire, einem weiteren Publikumsliebling, wurde Straight Out Of Hell angestimmt. Dieser Song startet etwas langsamer, was einen guten Kontrast in der Setlist bildete, heizt dann aber richtig ein. Fantastisch waren hier vor allem die versetzten Backing Vocals, die ähnlich wirkten wie ein Echo. Bei der letzten Nummer wurde abgestimmt zwischen Condemned To Rock und Roadwolf, wobei letzterer Song das Rennen machte. Kein Wunder: die epische Rocker Roller Seeker-Trias der Lyrics findet sich ebenfalls auf den Fan-Shirts wieder, die man auch dieses Mal oft im Publikum erspähen konnte.
Der Sound war gut, besonders den Gesang von Frontmann Aigy konnte man perfekt hören, was sich bei Konzerten oft nicht von selbst versteht. Generell war ich sehr begeistert von der Leistung des bassspielenden Sängers: er hat sich sowohl in den tiefen als auch den hohen Tonlagen bewiesen.
Drummer Mano sorgte mit seinen unvorhersehbaren Wahnsinns-Beats für Überraschungen und bildet sichtlich den Anker der Band. Lead-Gitarrist Valentin und zweiter Gitarrist Johnny stellten ihren Teamgeist in Spiel und Performance unter Beweis. Hier merkt man: das funktioniert (obwohl Johnny erst wenige Monate bei Roadwolf ist), der Zuwachs tut der Band offensichtlich gut.

Ich habe nun schon einige Roadwolf-Gigs gesehen, nach diesem kann ich aber getrost sagen: das war der beste. Eine Steigerung ist definitiv zu verzeichnen, die Musiker wissen, was sie wollen und wie das am besten umzusetzen ist.
Ich bin nicht im Heavy Metal zu Hause, aber diese Band bietet diesen großartigen back-to-the-roots Sound der 70er/80er Jahre (NWOBHM – New Wave of British Heavy Metal), der einfach nur gefallen kann. Eine klare Empfehlung – verpasst sie das nächste Mal nicht!

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden


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