Interview: Old Steam Machine, August 2017

Blog, Interview

‚NO ONE CAN STOP ME, I’M A STEAM MACHINE‘

Ein Album im Alleingang aufnehmen, dazu ein eigenes Label gründen und den Release organisieren? Herausforderungen, denen sich viele Bands stellen müssen. Die fünf Mitglieder der Wiener Hard Rock-Band Old Steam Machine (Gig Reviews hier) sprachen mit RIFF SHIFT über ihr Debütalbum OSM, Learning-by-Doing und Vorteile der eigenen Labelgründung in Österreich. 

RIFF SHIFT: Wenn man im Internet über euch recherchiert, findet man heraus: das Gründungsjahr war 2006. Das ist jetzt schon über zehn Jahre her und du, Patrick, bist das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Wann und wie sind die anderen dazugekommen?

Gerhard (Anm.: Bassist): Ich bin das neueste Mitglied der Band und vor etwas über zwei Monaten dazugekommen. Der Ronny (Anm.: Rhythmusgitarrist) hat mich gefragt, dann haben wir geprobt, uns das angeschaut – hat gut funktioniert und ich bin auf jeden Fall weiterhin dabei.
Ronny: Ich war unterwegs mit’m Lary (Anm.: Leadgitarrist Patrick Lary), es war sehr romantisch (lacht). Er hat mich dann gefragt, ob ich in seiner Band spielen möchte. Jetzt bin ich seit Anfang Sommer dabei.
Ben (Anm.: Schlagzeuger): Ich bin das drittneueste Mitglied und mittlerweile seit acht Monaten dabei.
Alessandro (Anm.: Sänger): Ich bin dazugekommen vor fünf Jahren. Den Lary hab’ ich über einen gemeinsamen Freund bei einem Jam kennengelernt. Dann hat er mir gesagt, ich soll mal zur Probe vorbeikommen. Seitdem bin ich, wenn auch mit vielen Umstellungen, immer dabeigeblieben.

RIFF SHIFT: Momentan passiert bei euch ja sehr viel – am 1. September präsentiert ihr euer Debütalbum. Da stellt man sich natürlich die Frage: warum erst jetzt?

Alessandro: Weil wir die meiste Zeit eigentlich gar nicht an ein Album gedacht, sondern einfach nur gespielt haben. Die Band hat sich auch immer wieder verändert. Viele sind gegangen, einige sind gekommen. Daher wurde viel Zeit darin investiert, den neuen Mitgliedern die Songs zu zeigen. Dann haben sich aber auch die Songs an sich immer wieder verändert. Zwischendurch haben wir natürlich auch Konzerte gespielt, die auch immer selbst organisiert waren. Für ein Album hat einfach die Zeit gefehlt.

RIFF SHIFT: Auf dem Album sind nur Patrick, Alessandro und Ben zu hören – alle Instrumente sind selbst eingespielt. Wie liefen die Aufnahmen ab?

Patrick: Wir waren froh, dass der Ben auf unsere Pilotspuren das Schlagzeug einspielen konnte. Darauf konnten wir dann aufbauen. Danach hab ich die Gitarren und den Bass gemacht, dazu Piano als Fläche. Und der Ale hat dann den Gesang aufgenommen.

RIFF SHIFT: Ihr habt euch jetzt entschieden, gemeinsam mit dem Künstler Claus Trophobia (AT) euer eigenes Label Gasgasse Records zu gründen. Was war der Grund dafür?

Alessandro: Der Grund war eigentlich, dass wir so selber veröffentlichen können, mit allem, was dazugehört. Wir ersparen uns dadurch den Umweg, erst ein Label suchen und finden zu müssen.
Gerhard: Das ist heute wahrscheinlich auch die Methode, die man eben anwendet. Ganz nach dem Do-it-yourself-Gedanken.
Patrick: Wir haben uns auch gedacht: jetzt haben wir schon alles selbst gemacht, lasst uns doch auch gleich ein eigenes Label gründen.
Gerhard: Es geht auch relativ schnell und günstig. Heutzutage ist es sowieso problematisch mit CD-Verkäufen. Bei einem Label hast du dann zusätzlich auch noch Abgaben.
Alessandro: Bei OSM war es doch auch immer so, dass wir immer alles selber gemacht haben. Vom Proberaum, der mittlerweile zum Studio geworden ist, bis zu den Aufnahmen.

RIFF SHIFT: Würdet ihr es jungen MusikerInnen also empfehlen, ebenfalls ein eigenes Label zu gründen?

Patrick: Schneller zu einem Resultat kommst du schon, wenn du bei einem Label aufgenommen wirst, weil alles selbst zu machen eben sehr zeitintensiv ist. Im Nachhinein hast du dafür aber auch, wenn du es selber machst, alles in der Hand. Es verdient niemand von außen mit, sondern nur die Band selbst bzw. das eigene Label. Der Profit muss dann nicht geteilt werden und du musst dich niemandem beugen.
Alessandro: Wir wollten keinen „Chef“ haben, der uns Vorgaben gibt oder uns unter Druck setzt. In unserer Situation überwiegen auf jeden Fall die Vorteile einer eigenen Labelgründung.
Gerhard: Derzeit reicht es für uns so. Irgendwann kommt aber natürlich der Punkt, wo man weiterdenken muss.
Ronny: Es ist auch eine gewisse Routine bei den Labels in Österreich, vermutlich eh weltweit, dass wenn du in ein größeres Label reinkommen willst, eine gewisse Reichweite vorweisen musst. Wie bist du in den sozialen Medien aufgestellt, wie viele Leute besuchen deine Gigs, usw. Das heißt, um mal dorthin zu kommen, bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig, als ein eigenes Label zu gründen.
Patrick: Der Traum ist eh, dass das zweite Album dann unter einem großen Label produziert und von diesem auch finanziert wird.

RIFF SHIFT: Würdet ihr unter Gasgasse Records auch andere Bands rausbringen?

Patrick: Aktiv suchen wir zwar nicht danach, aber sollte sich in bestimmten Situationen etwas ergeben, natürlich.
Alessandro: Prinzipiell ist das im Bereich des Möglichen.

RIFF SHIFT: Mal etwas genauer zum Album: auf Soundcloud sind auf eurem Profil momentan fünf Songs zu hören. Sind diese dann auch am Album zu finden?

Alessandro: Ja, genau in derselben Version. Am Album sind noch sieben Songs mehr drauf, also insgesamt zwölf.

RIFF SHIFT: Wie würdet ihr jemandem, der euch nicht kennt und dem „Melodic Hard Rock“ nicht viel sagt, euren Stil beschreiben?

Patrick: Er hat psychedelische Einflüsse, Hard Rock-Einflüsse und „balladige“ Einflüsse.
Ben: Ich sage immer „Melodic Rock“ dazu.
Gerhard: Ich erkläre es immer mit „Riff Rock“ – weil die Musik eben sehr rifflastig ist. Aber auch sehr melodiös, manchmal sind sogar fast jazzige Klänge dabei.
Ronny: Ich sag’ immer Hard Rock.
Alessandro: Hard Rock ist aber eben oft ein Riff, der sich ständig wiederholt. Bei uns gibt’s da schon mehr Abwechslung.
Ronny: Und eben auch recht viele Balladen.
Patrick: Bei uns werden aber auch die fetten Lieder immer sauber gespielt. Es ist nichts einfach nur reingedrescht. Auch wenn es härter wird, bleibt der Song immer klar.
Gerhard: Am Album ist auch einfach alles dabei. Ein guter Überblick darüber, was wir können.
Ben: Auf gut Deutsch: lässig!

RIFF SHIFT: Gibt es eine Band, mit der ihr euch vom Sound her vergleichen würdet?

Patrick: Schwer, sehr schwer. Das traue ich mich gar nicht.
Ronny: Gigi D’Agostino (alle lachen).
Alessandro: Wir haben das schon oft diskutiert, weil uns diese Frage schon viele gestellt haben, aber nie eine Antwort darauf gefunden. Das Material ist einfach zu unterschiedlich, um einen Vergleich zu ziehen.
Patrick: Wir geben uns auch Mühe, bewusst nicht zu klingen, wie jemand anderer. Irgendwann habe ich persönlich auch aufgehört, aktiv Musik zu hören. Wenn ich Zuhause Lust auf Musik habe, nehme ich die Gitarre in die Hand. Ich höre mir nie CDs an. So hat sich mein Stil selbständig entwickelt.
Ben: Einflüsse sind aber natürlich da, bei mir als Schlagzeuger wären das zum Beispiel John Bonham oder auch simple Beatles-Beats.

RIFF SHIFT: Am ersten September gibt’s die Möglichkeit, euch live zu sehen. Was ist denn für den Abend geplant?

Alessandro: Es wird so ablaufen, dass unser Special Act und Label-Partner Claus Trophobia startet. Er wird alleine auftreten.
Ronny: Ja, der hat ja sonst keinen Platz, das würd’ er nicht packen (alle lachen).
Alessandro: Auf jeden Fall treten danach Pink Moon (AT, Gig Review hier) als Support auf, und dann präsentieren wir unser Album.

RIFF SHIFT: Wie würdet ihr rückblickend die Erfahrung des Aufnehmens eures ersten Albums beschreiben?

Alessandro & Patrick (gleichzeitig): Viel Arbeit!
Patrick: Es ist zwar langsam gegangen, dafür stetig.
Alessandro: Kann man schon so sagen. Es war wirklich viel zu tun, vor allem auch, weil wir nur zu dritt waren und einige Anläufe gebraucht haben. Aber wir sind im Prozess gewachsen, einfach durchs Learning-by-Doing.
Ben: Auch interessant ist, dass man immer wieder von Null anfangen muss. Immer wieder.
Alessandro: Genau. Mit 1. September haben wir uns daher auch selbst eine Deadline gesetzt, sonst hätten wir wahrscheinlich noch ein Jahr daran gebastelt.
Ronny: Ich finde es andererseits aber gut, dass ihr nur zu dritt wart, weil dadurch weniger Leute auf euch eingeredet haben. Zu viele Köche verderben den Brei.

RIFF SHIFT: Ein kurzer Blick in die Zukunft: was kommt als nächstes?

Alessandro: Nach dem Release werden wir das Album natürlich promoten, das ein oder andere Musikvideo drehen. Den Vertrieb checken, Konzerte in- und außerhalb von Österreich spielen. Genug Ideen und Material fürs nächste Album gibt’s auch schon. Wir wollen also nicht zu viel Zeit vergehen lassen, bis wir damit beginnen.
Patrick: Es würde mich wirklich freuen, in der aktuellen Besetzung die nächsten Aufnahmen zu machen.
Gerhard: Wir haben jetzt auch für jedes Instrument die besten Leute gefunden.
Ben: Wir wollen in Zukunft die ganze Welt bespielen. Japan, England, die USA…
Ronny: Eisenstadt (alle lachen).
Ben: Wir träumen groß!

OSM präsentieren am 1. September ihr Debütalbum OSM im Replugged in Wien. Alle Infos zur Veranstaltung und der Band sind zu finden unter:

https://www.facebook.com/old.steammachine/

https://www.facebook.com/events/1511509505581478/

 

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Gig Review: Psycho Village, 30.10.2015

Blog, Gig Review

Am Abend vor Halloween versammelten sich sechs Bands im Wiener Viper Room zu einem musikalischen Potpourri:

apollon’s return
Still Thinking
Rocky Mc Callister
Pink Moon
Psycho Village
Shade of Illusion

 

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Ich traf zum Beginn der Gruppe Rocky Mc Callister ein, die beim Soundcheck – zu meiner Freude – etwas punkig klangen. Die 2012 gegründete Band aus Strasshof, bestehend aus vier Musikern (Josko – Vocals/Guitar, Bizzy – Vocals/Guitar, Börni – Vocals/Bass/Trumpet & Matuz – Drums) konnte mich allerdings nicht überzeugen. Denn obwohl das Repertoire der Truppe durchaus sing-along Material beinhaltet (was ja zur Fan-Gewinnung kein schlechter Ansatz ist), handelt es sich beim Frontmann um einen der stimmlich wenig begabten Sorte. Töne-Treffen kam hier nur selten vor, gleiches gilt für die Backing Vocals des Bassisten. Die des zweiten Gitarristen waren stimmlich zwar schon eher in der richtigen Gegend, allerdings zu schüchtern.
Abgesehen vom relativ tighten Drummer war die Band instrumental eher bescheiden unterwegs (Taktschwierigkeiten, nicht-simultane twin guitar-Parts, …) – was ich mir bei Punk noch einreden lasse. Dass dann aber so gut wie jeder Song schnulzige Lovesong-Lyrics aufweist, passt wiederum nicht ins Bild.
In meinen Augen muss hier noch viel gemacht werden – eine kleine, aber tüchtig mitsingende Fangemeinde gibt es hier dennoch.

 

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Veränderung erwartete das Publikum bei Pink Moon. Im Vergleich zu vor ein paar Monaten stellt man nun fest: Glockenhosen weg, Mantel weg, Haare ab. Kündigt sich hier ein Imagewechsel an? Im kurzen 30-Minuten-Set präsentierten die vier Musiker u.a. drei brandneue Songs, darunter Fly Away – die beste Nummer des gesamten Abends. Bei einem gut durchdachten Aufbau sowohl stimmlich als auch instrumental durchaus verdient. Besonders positiv: die deutlich hörbare Steigerung des Sängers Alexander Baulesch, der sich nun auch in etwas tieferen Lagen wohlzufühlen scheint.
Vielleicht ist es nach dem Optischen nun auch Zeit für ein paar veränderte Sound-Einstellungen? Vorschlag: Stimme lauter, Gitarre leiser und weniger Bass-Distortion.

 

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Der Headliner des Abends war Psycho Village, eine zuweilen ziemlich erfolgreiche Band: drei Top-10-Singles in den österreichischen Download-Charts, knapp 10.000 verkaufte Tonträger und Auftritte mit u.a. Placebo, Imagine Dragons, Queens of the Stone Age und Korn lassen hohe Erwartungen entstehen.
Tatsächlich hatte man gleich beim energetischen Einstieg den Eindruck, hier ist ein Trio, das weiß, was es tut. Vor allem Sänger Daniel Kremsner darf sich getrost Rampensau nennen. Daumen hoch gibt es auch für die Filmleinwand im Hintergrund. An dieser Stelle endet das Lob allerdings – viel mehr war nämlich nicht dahinter.
Kremsners Stimme ist zwar kräftig, aber nicht präzise. Ohrwurm-Potential mag der ein oder andere Song – beim ein oder anderen Teenie – vielleicht haben, doch spätestens beim Cover von Ushers DJ Got Us Fallin’ In Love kam ich mir vor wie im falschen Film. Ohne an dieser Stelle auf die musikalische Fragwürdigkeit des Originals eingehen zu wollen, muss ich doch klar stellen: das war ein eindeutiger Reinfall. Musiker, die sich als Modern Rock / Post-Grunge – Gruppe definieren, und dann sowas? Ich bin der letzte Mensch, der Covers ablehnt, vor allem wenn man dem Original eine persönliche Note verleiht. Sie sind wohl nicht zuletzt der sicherste Weg, das Publikum mitzureißen – ein paar Gedanken zu Titelauswahl und Interpretation sollte man sich dennoch machen.
Vielleicht hatte die Truppe einen schlechten Tag, vielleicht ist aber tatsächlich nicht mehr dahinter – eine Annahme, die durch das Fehlen jeglicher Zugabe-Rufe plausibel erscheint.

 

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Abschließend betraten Shade of Illusion die Bühne. Drei Instrumentalisten (Drummer, Bassist, Gitarrist) und eine Sängerin, alle vier im Grunde in Ordnung. Instrumental hält man sich hier an gängige Rock-Schemen, die zwar keine großen Überraschungen beinhalten, aber solide sind. Training in puncto Sicherheit und Tightness ist aber auch hier sicherlich nicht verkehrt.
Die ersten angestimmten Töne der Frontfrau hatten auf mich einen durchaus positiven Eindruck: mit einem eher tiefen Timbre hört man der energiegeladenen Sängerin gerne zu. Bald aber wurde klar, dass sie sich ausschließlich in tiefen Lagen beweisen konnte. Sobald höhere Tonlagen oder Schleifer nach oben kamen, kippte die Stimme. Das Halten von Tönen erfordert Übung und ist alles andere als einfach – gleichzeitig aber auch unbedingt notwendig.

 

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Zu den beiden ersten Bands apollon’s return (Experimental Rock) und Still Thinking (Alternative / Indie) habe ich es an dem Abend leider nicht geschafft. Aber der nächste Gig kommt bestimmt!

 

Mehr Infos / Photo Credits:

https://soundcloud.com/pinkmoontheband ©

https://soundcloud.com/shadeofillusion ©

http://www.psychovillage.com/ ©

http://www.rockymccallister.com/ ©

© Still Thinking

© Apollon’s Return

Gig Review: Pink Moon, 18.11.2014

Blog, Gig Review

Wieder war ich unterwegs ins BACH, zu zwei mir bekannten Bands:

Die veranstaltende Gruppe des Abends und der erste Auftritt waren Pink Moon, ein Rocker-Quartett aus Wien. Optisch machen die (großteils) langhaarigen Musiker auf jeden Fall was her – „Guat…longe Hoar und Glock’nhos’n!“ wurde im Publikum korrekt festgestellt. Glockenhosen, lange Haare und viel Schmuck – so sieht Alexander Baulesch, der Frontmann von Pink Moon aus.

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Pink Moon

Die Band spielte etwa zehn Songs in gut einer Stunde und lud das Publikum dabei ein, auf eine hochqualitative Rock-Reise zu gehen. Gitarrist Rayno Tchobanov spielt technisch einwandfrei, vor allem das Solo in der ersten Nummer Bonfire war großartig. Hier ist klar: den Zuhörern wird hohes Niveau geboten.
Definiert wird der Sound von Pink Moon vor allem durch den untypischen Bass, der in dieser Konstellation eher als zweite Gitarre fungiert. Das merkt man vor allem durch das Einbauen diverser Licks und Soli – beispielsweise bei der Nummer Sweet: hier wird ein so einprägsamer Bassriff gespielt, den man auch dann nachsummen könnte, würde man um fünf Uhr morgens geweckt werden. Sogar ein Geigenbogen kam bei der Performance zum Einsatz. Leider hat die Technik nicht optimal funktioniert – die Band hörte auf ihren Monitoren den Bass kaum bis gar nicht. Dass dies ein Vielfaches an Konzentration verlangt und gleichzeitig die Unsicherheit steigert, ist klar. Ein paar „Verspieler“ waren also bei den Partnern Bass und Schlagzeug (Michael Fischer) dabei. Nichtsdestotrotz: im Publikum hat es sich gut angehört, wie mehrfach bestätigt wurde.

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Sascha Wagner mit Geigenbogen

Gesangstechnisch ist zu sagen, dass Sänger Alexander Baulesch eine sehr hohe Stimme hat. Diese ist in jedem Fall ansprechend, vor allem bei diversen Schrei-Parts, allerdings ist es schade, dass der Gesang eben ausschließlich hoch ist. Optimal wäre es, eine tiefere Basis zu haben, auf der hochstimmige Highlights gesetzt werden. Dadurch würde der Gesang noch besser zur Geltung kommen und es wäre für mehr Abwechslung gesorgt.
Das Tolle an Pink Moon ist die ehrliche und seriöse Art, Musik zu produzieren und präsentieren. Hier wird nicht vom Wesentlichen abgelenkt, was man findet ist guter, solider „Old School“ Hard Rock, der es schafft, den Zuhörer einzufangen, manchmal auch in Trance zu versetzen.
Bei dieser Band gilt: zum nächsten Gig kommen und sich selbst überzeugen, es zahlt sich aus!

Der zweite Act des Abends, The Crispies, folgte kurz darauf. Das erste Mal habe ich die Musiker als Vorband von Kaiser Franz Josef im September 2014 gesehen (Review dazu hier). Offensichtlich re-inspiriert von Jack White (ich sichtete Sänger Tino Roman beim Konzert am 11.11.2014 im Gasometer, Review dazu hier) ging der Frontman abermals total aus sich raus, sowohl in Bewegung als auch in Gesang. Top-Titel Drowning Horse geht besonders ins Ohr, Abwechslung zu den sonst schnellen „Stonerrock“-Nummern bietet der Track Settle Down Blues, wenngleich die Musiker an ihrem Blues-Feeling teilweise noch feilen müssen. Trotzdem stellt der Sänger hier die Spannweite seiner Stimme unter Beweis. Bass und Linkshänder-Gitarre(n) brachten eine sehr gute Leistung, der Drummer war mir allerdings neu. Hier meine ich, in der Szene Wien – wo mir die Band etwas besser gefallen hat –  jemand anderem am Schlagzeug gesehen zu haben.

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The Crispies

Zwischen den beiden Bands entsteht ein interessantes Gefälle: zwar ist keiner der Frontmänner bewegungsscheu, bei der Kommunikation mit dem Publikum hapert es allerdings noch bei beiden. Bühnenpräsenz ist bei The Crispies mehr vorhanden als bei Pink Moon (vor allem beim Gitarristen), dafür fehlt es den Songs der Crispies daran, wovon Pink Moon reichlich haben: Melodie und Harmonie.

Weitere Infos / Empfehlungen / Photo Credits:

https://soundcloud.com/pinkmoontheband (Pink Moon Soundcloud) ©
https://soundcloud.com/thecrispies (The Crispies Soundcloud) ©
© RIFF SHIFT