Gig Review: Roadwolf, 21.11.2014

Blog, Gig Review

Es war ein groß angekündigter Gig, der am Freitag des 21. November im Wiener Escape (escape-metalcorner.at) stattfand. Ein Line-Up aus den drei Bands Diamond Falcon, Roadwolf und Lizzy Borden garantierte einen Heavy Metal-Abend vom Feinsten.

Ich kam gegen Ende des Auftritts von Diamond Falcon im Lokal an. Mit viel Humor und dem wohl originellsten Mikroständer, den ich je gesehen habe (ein Falke mit leuchtenden Augen war daran montiert) starteten die Musiker energiegeladen in den Konzertabend.

Mein Ziel des Abends war allerdings nicht der Hauptact Lizzy Borden, sondern Support Roadwolf. Mit Diamond Falcon und drei weiteren Bands (Wildhunt, Liquid Steel und High Heeler) bilden Roadwolf die „Austrian Heavy Metal Alliance“ (AHMA): eine Kräftevereinigung, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Heavy Metal in Österreich wiederzubeleben, zu unterstützen und in die restliche Welt zu tragen.
Gelungen ist Roadwolf das auf dem Wacken Open Air 2014, ihrem bisher größten Auftritt.

Dass diese Band was draufhat, erklärt sich also bereits von selbst. Kompromisslos starteten die Musiker mit der Nummer Never Surrender. Eine gute Entscheidung, denn bereits hier war das Publikum gefesselt.
Der Gig verlief steil nach oben, mit jedem Song wuchs die Energie im Raum und der Enthusiasmus sowohl auf Seiten der Band als auch des Publikums. Professionell war ein Track gefolgt vom nächsten, es gab keine langatmigen Pausen dazwischen, die die Stimmung dämmten. Ganz im Gegenteil: hier mussten die Zuhörer nicht einmal dazu aufgefordert werden, Stimmung zu machen: bei einem Roadwolf-Konzert passiert das von selbst. Dadurch, dass die Band neben eingängigen Songs und großartigen Musikern auch Optik, Bühnenpräsenz und einfallsreiche Showelemente vorweisen kann, wird das Publikum positiv gefordert und inkludiert. Und das wird mit entsprechender Stimmung und Resonanz belohnt.
Als vierten Song spielte die Gruppe Pumping Iron, fast schon eine Hymne, wenn man sich ansah, wie viele Leute mitsingen konnten. Nach Wheels Of Fire, einem weiteren Publikumsliebling, wurde Straight Out Of Hell angestimmt. Dieser Song startet etwas langsamer, was einen guten Kontrast in der Setlist bildete, heizt dann aber richtig ein. Fantastisch waren hier vor allem die versetzten Backing Vocals, die ähnlich wirkten wie ein Echo. Bei der letzten Nummer wurde abgestimmt zwischen Condemned To Rock und Roadwolf, wobei letzterer Song das Rennen machte. Kein Wunder: die epische Rocker Roller Seeker-Trias der Lyrics findet sich ebenfalls auf den Fan-Shirts wieder, die man auch dieses Mal oft im Publikum erspähen konnte.
Der Sound war gut, besonders den Gesang von Frontmann Aigy konnte man perfekt hören, was sich bei Konzerten oft nicht von selbst versteht. Generell war ich sehr begeistert von der Leistung des bassspielenden Sängers: er hat sich sowohl in den tiefen als auch den hohen Tonlagen bewiesen.
Drummer Mano sorgte mit seinen unvorhersehbaren Wahnsinns-Beats für Überraschungen und bildet sichtlich den Anker der Band. Lead-Gitarrist Valentin und zweiter Gitarrist Johnny stellten ihren Teamgeist in Spiel und Performance unter Beweis. Hier merkt man: das funktioniert (obwohl Johnny erst wenige Monate bei Roadwolf ist), der Zuwachs tut der Band offensichtlich gut.

Ich habe nun schon einige Roadwolf-Gigs gesehen, nach diesem kann ich aber getrost sagen: das war der beste. Eine Steigerung ist definitiv zu verzeichnen, die Musiker wissen, was sie wollen und wie das am besten umzusetzen ist.
Ich bin nicht im Heavy Metal zu Hause, aber diese Band bietet diesen großartigen back-to-the-roots Sound der 70er/80er Jahre (NWOBHM – New Wave of British Heavy Metal), der einfach nur gefallen kann. Eine klare Empfehlung – verpasst sie das nächste Mal nicht!

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden

Diamond Falcon, Roadwolf & Lizzy Borden


Weitere Infos / Empfehlungen / Photo Credits:

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Gig Review: Old Steammachine, 06. & 09.11.2014

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…ein Mehrfach-Review über zwei Abende in Wien mit u.a. King Kinski, High Heeler, TARCHON FIST und Old Steammachine.

06.11.2014, replugged vienna
Es war ein stolzes Line-Up aus vier Bands, die am Abend des 06. November im Wiener Replugged (replugged.at) das Publikum bespielten. Den Anfang bildete eine Band, die (noch?) keinen Namen hat und daraufhin vom Veranstalter („Overdub“) Special Guest getauft wurde (was eigentlich kein schlechter Bandname wäre, wie man dann Backstage anmerkte). Mit Schlagzeug, Gitarre und einer singenden Bassistin war es vor allem das Saxophon an der Front, das für dynamische Sounds sorgte. Die Nummern der Band waren eher langsam (vor allem im Vergleich zu den drei folgenden Bands), gingen teilweise schon in Richtung Psychedelic/Trance und lieferten somit einen gemächlichen Einstieg in den Konzertabend.

Weiter ging’s mit Stories Of Us, einem Trio, das sich selbst dem Alternative (Pop-)Rock zuordnet. Das, was Special Guest an Dynamik fehlte, hatte Sänger Max Payer wohl im Überfluss. Vorweg ist zu sagen: diese Band hat in der aktuellen Besetzung (seit 2013) keinen Bassisten. Dass daher ein tragendes Element fehlte, ist klar. Trotzdem war der Gesamtsound der Band in Ordnung. Die Songs waren schon wesentlich schneller, als bei der vorigen Band, allerdings auch kürzer und gingen mehr in Richtung Pop. Selbst würde sich die Band am ehesten mit You Me At Six vergleichen. Zu loben ist der Einsatz des Sängers, der von der ersten Sekunde an viel Energie in die Bühnenpräsenz und die Kommunikation mit dem Publikum steckte. Dies ging sogar so weit, dass er zu einem Zeitpunkt des Auftritts einen Kniefall machte. Hier sollte man vorsichtig sein: bei so viel Bewegung kann der Gesang unter Ablenkung und Unsicherheiten leiden, was hier teilweise passiert ist. Ziemlich mutig war es außerdem, mit einer vergleichsweise ruhigen Nummer abzuschließen.

Die dritte Band des Abends trägt den Namen King Kinski. Hier war ein grandioser Bassist vorhanden – eine/n SängerIn suchte man allerdings vergeblich: die Wiener Band ist nämlich rein instrumental unterwegs. Und das ziemlich virtuos, da sich die Musiker dem Metal verschrieben haben. Es ist zwar Geschmackssache, ich allerdings habe den Instrumentalauftritt sehr geschätzt – hätte es Gesang gegeben (der sicherlich nicht zahm ausgefallen wäre), dann wären die Instrumente kaum so gut zur Geltung gekommen. An Kommunikation und Einbindung des Publikums könnte hier allerdings noch gearbeitet werden – den Bassisten sah man beispielsweise den Großteil des Auftritts über nur von seiner Kehrseite.

Dann betrat Old Steammachine, die letzte Band und Hauptact des Abends, die Bühne. Gegründet im Jahr 2004 ist der Name dieser Gruppe bereits vielen Wiener MusikerInnen ein Begriff. In der aktuellen Besetzung gibt es die Band seit 2014, Drummer Alberto Pierini heuerte vor gut einem halben Jahr bei den Musikern an. Warmgespielt haben sich die fünf Mitglieder vor einigen Wochen bei einem inoffiziellen Gig im Wiener Weberknecht, sozusagen als Generalprobe nach relativ langer Bühnenabwesenheit. Der erste Song der Band am Abend im Replugged trägt den Namen Track Be Our Friend, eine dynamische Einstiegsnummer. Gleich war klar: diese Band befindet sich stil-/genremäßig in einer guten Mitte, die von Sänger Alessandro Wessely gerne als „Melodic Hard Rock“ beschrieben wird. Veranschaulicht – oder genau genommen veranhörlicht – wird dieses Gefälle einerseits durch ihre harten Songs wie Mighty Green und Nightmare, andererseits durch die tiefsinnigen, melodischen Songs, die Namen tragen wie These Days und Memories. Dass sich die Gruppe wieder an die Bühne – und das Teamwork auf der Bühne – gewöhnen muss, war nach der langen Durststrecke spürbar. Leichte Unsicherheiten kamen bei allen Mitgliedern im Laufe des Auftritts vereinzelt vor. Fest steht aber, dass Old Steammachine sich musikalisch und instrumental auf extrem hohem Niveau bewegt. Die Band versteht es, eingängige Gitarrenriffs und -soli von Patrick Lary mit starken Bass-Lines von Felix Mikusch und Alessandro Wesselys tiefer, kraftvoller Stimme und ausdrucksstarken Texten zu kombinieren.

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Old Steammachine

09.11.2014, das BACH Wien
Hier möchte ich an den zweiten Abend anknüpfen, bei dem Old Steammachine den Opener für den der Wiener Heavy Metal-Band Roadwolf organisierten „Metal Blast“ bildete.
Im Vergleich zum vorigen Konzert war hier eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Die Show kam insgesamt stimmiger und entspannter rüber – auch wenn aufgrund der kürzeren Setlist und dem Motto des Abends nur die harten Songs gespielt wurden. Vor allem bei Drummer Alberto merkt man, dass das Spielen immer besser funktioniert und er seinen Weg Schritt für Schritt findet.
Gitarrentechnisch muss erwähnt werden, dass das einzigartige Spiel von Patrick Lary abermals enormen Eindruck hinterlassen hat. Leider gab es jedoch Probleme mit der Einstellung des neuen Verstärkers, weshalb die Gitarre prinzipiell nur auf Distortion gestellt war, und nicht Clean gespielt werden konnte. Dies war aber im Kontext des Abends, der wie erwähnt auf Heavy Metal fokussiert war, passend.
Der Frontmann experimentierte bei diesem Gig stimmlich noch mehr und überzeugte sowohl in den tiefen als auch den hohen Tönen, es gab nur wenige Unsicherheiten. Einziger Wermutstropfen: Keyboarder Hagoles war bei den beiden offiziellen Auftritten leider nicht dabei – bestimmt ist aber beim nächsten Auftritt wieder mit ihm zu rechnen. Als Fazit zu dieser Band lässt sich sagen, dass man hier viel erwarten darf – und noch mehr geboten bekommt. Old Steammachine besticht durch einen eigenen Sound mit Wiedererkennungswert und einprägsamen, runden Songs. Hier ist in nächster Zeit bestimmt einiges zu erwarten – die Band befindet sich auf dem richtigen Weg.

Patrick Lary, Old Steammachine

Patrick Lary, Old Steammachine

Felix Mikusch, Old Steammachine

Felix Mikusch, Old Steammachine

An diesem Abend spielten auch die Musiker der Wiener Band High Heeler, beheimatet im Genre des Heavy Metal. Hier wird Wert auf Show und Optik gelegt – schrille Outfits und ausgefallene Gitarren – darf man vielleicht schon Glam Metal dazu sagen? Der Name wird auf jeden Fall wörtlich genommen:

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Der Hauptact des Abends kommt aus Italien: Heavy Metal Rockers TARCHON FIST. These five guys really know how to make a great show! Singer Mirco Ramondo has real power in his voice and knows exactly how to include the audience, building up maximum spirit for the evening. Two solid guitarists (Luciano Tattini on Rhythm and Sergio Rizzo on Lead Guitar), bassist Marco Pazzini and crazy drummer Andrea Bernabeo make up the necessary frame for a great, energy-driven Heavy Metal Band. The band has great material which is to be found on their various albums and compilations, but also their covers were well done: Iron Maidens‘ Run To the Hills and Judas Priests‘ Breaking the Law drove the audience mad. The last song – AC/DCs‘ Highway to Hell – rounded off the show and started the real party: the band told the audience to come up for a stage invasion, while the musicians themselves went down and continued playing from there. While taking a photo, I, too, was charmingly „kidnapped“ by singer Ramon and moved up to the stage as well, where I took a shot of drummer Andrea:

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TARCHON FIST: it was a real pleasure to hear and see you play and my thanks to you for making this a truly memorable night! The next time we will come and see you in Italy!

A bunch of great guys from Tarchon Fist, High Heeler, Roadwolf and Old Steammachine

A bunch of great guys from TARCHON FIST, High Heeler, Roadwolf and Old Steammachine

Mehr Infos / Empfehlungen / Photo Credits:

http://www.tarchonfist.com (Tarchon Fist Website) ©
http://www.highheeler.com (High Heeler Website) ©
http://www.roadwolf.at (Roadwolf Website) ©
https://www.facebook.com/old.steammachine?fref=ts (Old Steammachine, Website currently under construction) ©
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