Gig Review: Blank Manuskript, 07.11.2014

Blog, Gig Review

Der Abend des 07.11.2014 im BACH (dasbach.at) bot ein harmonisch-abwechslungsreiches Line-Up für das Publikum. Fünfzehn MusikerInnen, drei Bands – je fünf Artisten pro Gruppe – sorgten für eine akustische Erlebnisreise. Den Einstieg machte die Band My Solace Lies. Die Steirer, die erst im Oktober 2013 zueinander gefunden haben, bewegen sich laut eigenen Aussagen zwischen Pop und Alternative. Bei einem Mix von melancholisch-ruhigen als auch vielen schnellen Nummern ist hier das Arrangement mit Sänger/Keyboarder Iscariot als Frontmann interessant.

Weiter ging’s mit Progressive Rock und der Wiener Band Mind[s]peak. Mit ihrem Debütalbum „Pictures“ hat sich die 2009 gegründete Gruppe bereits einen Namen gemacht. Instrumentalisch geht es hier – typisch Prog Rock – ums Experimentieren. Dass die Gruppe sich mit jeder Nummer auf ein musikalisches Abenteuer begibt, macht die Dynamik und Ausstrahlung der Band aus. Solide Riffs am fünfsaitigen Bass von Simon Nagy und gutes Handwerk an den Drums (Gabriel Lahrmann), präzises Gitarrenspiel (Alex Clément) und Keyboard-Elemente (Christoph Kasparovsky) bildeten beim Konzert die Basis für die Überraschungen, die Mind[s]peak zu bieten hatten. Zu erwähnen ist hier insbesondere der Titel Tragedy of Perfection, der aus mehreren Teilen besteht und mit seinen 12:35 Minuten ein tiefes Eintauchen in die Band-Materie erlaubt. Ein Highlight war bei diesem Song vor allem der – leider etwas kurze, dafür aber sehr effektvolle – a cappella-Teil, bei dem alle Anwesenden hellhörig wurden. Sängerin Viktoria Simon hat eine sehr klare und relativ hohe Stimme, die in dem instrumentellen Kontext der Band eher unerwartet kam. Bei den Backing Vocals der Kollegen hätte ich mir daher zum Ausgleich eher tiefere Stimmen gewünscht. In jedem Fall ist Mind[s]peak keine Band, die man unterschätzen sollte – hier kommt sicherlich noch einiges an Material auf uns zu! 0002340699_10

Als dritte und letzte Band betrat schließlich Blank Manuskript die kleine Bühne des Wiener Lokals. Was sofort beeindruckt: in dieser Band wird der Gesang nicht von nur einer Frontperson getragen – er wird aufgeteilt. Und das auf alle Mitglieder. Gegründet 2009 sind in der aktuellen Besetzung noch die beiden ursprünglichen Mitglieder Dominik Wallner (Keys) und Alfons Wohlmuth (Bass, Querflöte) zu finden. Die drei weiteren Musiker Jakob Aistleitner (Saxophon, Querflöte, u.a. Blasinstrumente), Peter Baxrainer (Gitarre) und Jakob Sigl (Schlagzeug) haben im Laufe der Zeit ihren Weg zur Band gefunden und bilden nun ein Team aus hochtalentierten Musikern mit großer Vision. Definiert wurde der Stil der Band (Prog/Art Rock) offenbar erst durch die Medien. Die Musiker selbst wollten mit ihrer Musik jedoch Geschichten erzählen und bewusst die 3-Minuten-Radio-Schiene meiden. Dass sie sich in ihren Werken also Elementen bedienen, die im Art Rock bei Bands wie Pink Floyd, Yes, Genesis, etc. zu finden sind, die sich durch eine ähnliche Mentalität auszeichnen, verwundert nicht. Das Großartige an der Musik von Blank Manuskript ist, dass sie dem Hörer die Möglichkeit gibt, einzutauchen und sich in den vielfältigen Klangarrangements (sei es eine Fuga am Klavier oder ein dynamisches Solo am Saxophon) fallen zu lassen. So ist es mir bei dem Konzert auf jeden Fall gegangen. Auch das Shine On You Crazy Diamond-Cover, welches die Band als Zugabe zum Besten gab, war ein besonderes Extra dieses Abends. Und so sehr das Publikum sich über den Song gefreut hat: er wäre nicht mehr notwendig gewesen, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Dass die Gruppe den Track allerdings (vor allem instrumental) so großartig gecovert hat, hebt den Respekt auf ein noch höheres Level. Alle Songs als in sich geschlossene Gesamtkunstwerke, die untereinander doch verknüpft sind, um einzigartige Konzeptalben zu schaffen – so könnte man die Musik von Blank Manuskript beschreiben. Bereits zwei Alben („Tales From An Island“ und „A Profound Path“) wurden aufgenommen, das dritte („The Waiting Soldier“) ist noch in Arbeit, soll aber auch bald veröffentlicht werden. Ich bedanke mich für einen wirklich gelungenen Abend. Auf ein Konzert zu gehen, unwissend, was Einen erwarten wird, hat (leider) nur selten ein optimales Ende. Der Abend des 07.11. war allerdings eine solche Ausnahme, besser geht es nicht!

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Weitere Infos / Empfehlungen / Photo Credits:

http://enter.blankmanuskript.at (Blank Manuskript Website) ©
http://www.musicaustria.at/magazin/pop-rock-elektronik/interviews-portraets/mica-interview-blank-manuskript (Blank Manuskript Interview) ©
http://mindspeak.bandcamp.com (Mind[s]peak Website) ©

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